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(lifepr) (Bad Windsheim, 17.07.2008) Das Studienbüro "Transport & Mobility Leuven" hat im Auftrag der europäischen Kommission alle Argumente für und wider eine EU-weite Zulassung von überlangen Lkw-Sattelschleppern von bis zu 60 t Gesamtgewicht und 25,25 m Länge zusammengetragen und geprüft. Das am 10. Juli vorgelegte Gutachten soll den zuständigen Kommissionsbeamten als Entscheidungshilfe dienen. Die Autoren heben darin hervor, der Gütertransport würde billiger, die CO2-Emissionen gingen leicht zurück und die Verkehrssicherheit würde sich statistisch aufgrund der Tatsache verbessern, dass weniger Lkw unterwegs wären. Im Einzelfall jedoch sei ein Megatruck wegen seiner größerer Masse gefährlicher als ein herkömmlicher Lkw. Nachteilig würden sich die Megatrucks außerdem auf die Straßeninfrastruktur auswirken, vor allem auf Straßenbelag und Brücken. Allein in Deutschland könnte die Verstärkung der Brücken Mehrkosten von 4 bis 8 Mrd. Euro verursachen, räumen die Autoren der Studie ein. Das Frachtvolumen von Bahn und Binnenschifffahrt würde ebenfalls durch den Einsatz von Gigalinern leicht geschmälert, ist dem Gutachten zu entnehmen. Trotz dieser offensichtlichen Nachteile fällt die Kosten/Nutzen-Analyse von TMLeuven dennoch zugunsten einer Einführung von Gigalinern aus - aus der Sicht des ARCD ein unglaublicher und aus Verkehrssicherheitssicht äußerst gefährlicher Treppenwitz! Das Hintertürchen, das die Autoren für die Befürwortung der Megatrucks gesucht und gefunden haben: Sie seien für die Gesellschaft unter der Voraussetzung von Vorteil, dass die Lkw-Maut an die entstehenden Mehrkosten angepasst werde, die Fahrzeuge mit zusätzlichen Sicherheitstechnologien ausgerüstet und die Fahrer entsprechend geschult würden. Für den Club sind das eindeutig zu viele "Wenn und Aber", um eine derartige Aussage zu rechtfertigen! Anstatt sich auf die zweifelhaften Resultate dieser Studie zu stützen, sollte die EU-Kommission vielmehr zeigen, wie ernst es ihr mit einer Verlagerung der Lkw-Frachtverkehre auf alternative Verkehrsträger ist. Der ARCD jedenfalls kann eine Zulassung der Gigaliner auf unseren Straßen nicht befürworten und protestiert heftig gegen die "geschönte" Darstellung der Konsequenzen in der EU-Studie.
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
Auto- und Reiseclub Deutschland
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