zurück zur Übersicht

(lifepr) (Bad Windsheim, 16.05.2007) Der Klimawandel findet bereits statt, und zwar unabhängig von der Klimapolitik. Die globale Temperatur werde um mindestens zwei Grad steigen, sagte Hans von Storch, Direktor des Instituts für Küstenforschung in Geesthacht, im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages. Der hatte Sachverständige zu einer öffentlichen Anhörung über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus eingeladen. Edgar Kreilkamp von der Universität Lüneburg warnte vor Bevormundung der Touristen; die Reiseströme müssten unter ökologischen Gesichtspunkten über die Angebote gesteuert werden. Kreilkamp fragte, warum es in Urlaubsorten noch keine kostengünstige Carsharing-Angebote gebe. Dann könnten die Leute mit der umweltfreundlichen Bahn anreisen und seien vor Ort kostengünstig mobil. Für Wolf Michael Iwand, Direktor der TUI AG für das Konzern-Umweltmanagement, ist nicht Verzicht die Formel, sondern Wachstum, das ohne Mobilität und Fliegen „nicht darstellbar" ist. Die Devise „Sylt statt Seychellen" sei aus entwicklungspolitischen Gründen verantwortungslos. Laut Tanja Wielgoß, Geschäftsführerin des Verbandes der deutschen Fluggesellschaften, können durch eine effizientere Infrastruktur auf den Flughäfen bei den Treibhausemissionen zwölf Prozent eingespart werden. Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer der Atmosfair GmbH in Bonn, griff das Stichwort „Ablasshandel" auf. Sein Unternehmen biete an, dass Flugpassagiere freiwillig für die von ihnen verursachten Klimagase zahlen. Das Geld werde dann in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte investiert, um so auf anderen Wegen die Umwelt zu entlasten. Für Stefan Ott vom Bund für Umwelt und Naturschutz muss das Fliegen wegen seiner klimaschädlichen Folgen teurer werden. Ins gleiche Horn stieß Rolf Pfeifer, Geschäftsführer des Vereins „Forum anders reisen": Er plädierte dafür, Wettbewerbsverzerrungen zwischen Bahn, Bus und Flugzeug aufzuheben und das Fliegen zu verteuern. Die vielerorts in der Tourismusbranche vorhandene Unkenntnis und Ignoranz über die Auswirkungen des Klimawandels kritisierte Edgar Kreilkamp und nannte als Beispiel, dass in aktuellen Prospekten noch immer für den Harz als schneesicheres Skigebiet geworben wird. Marlene Mortler (CSU), Vorsitzende des Tourismusausschusses, appellierte an die deutschen Tourismusanbieter, sich frühzeitig auf den Klimawandel einzustellen. Die Branche sei aber nicht nur Betroffene, sondern auch Mitverursacher des Klimawandels. Einem Appell an deutsche Urlauber, von Fernreisen abzusehen, erteilte die Ausschussvorsitzende hingegen eine Absage. ARCD
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
zurück zur Übersicht