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(lifepr) (Bad Windsheim, 23.05.2007) Das Risiko, bei der Überfahrt eines Rotlichts an einem Bahnübergang ums Leben zu kommen, ist zehn Mal höher als beim Überfahren einer roten Verkehrsampel. „Aber die wenigsten Leute, die noch schnell über die Schienen wollen, sind sich dessen bewusst," beklagte Anders Lundström von der europäischen Bahnbehörde ERA. Aus den erstmals von EUROSTAT gesammelten Daten zu Unfällen an Bahnübergängen gehe hervor, dass die Hauptursache Leichtsinn der Straßenbenutzer ist. Nur wenige Unfälle gehen auf eine Fehlfunktion der Sicherung solcher Übergänge zurück. Dennoch will die EU-Kommission in Zukunft darauf achten, dass deren Signalisierung und Design in allen Ländern höheren Sicherheitsstandards genügt. „Bahnübergänge sind ausdrücklich Bestandteil der neuen Richtlinie zum Sicherheitsmanagement von Straßeninfrastrukturen. Die Sicherheitsfrage muss geklärt sein, um eine Baugenehmigung zu erhalten," erklärte Sandro Francesconi von der EU-Kommission. Hochgeschwindigkeitslinien, die das Gros neuer Schienenstränge ausmachen, werden heute durchgehend ohne Bahnübergänge gebaut, sprich überbrückt oder untertunnelt. Michael Robson von der Vereinigung europäischer Bahninfrastruktur-Manager (EIM) möchte, dass alle Länder dem (kostspieligen) Beispiel Finnlands folgen und das „historische Erbe" der Schienen-Straßen-Kreuzungen durch Tunnels und Brücken ersetzen. In Finnland verschwanden in den letzten Jahren rund 1000 Bahnübergänge von der Landkarte. „Ich würde mir auch in allen Ländern eine strengere Rechtssprechung wünschen. Der Leichtsinn der Straßenbenutzer gründet unter anderem auf der mangelnden Bestrafung dieser Übertretungen," so Robson. In Großbritannien gibt es mittlerweile eine spezielle „Bahnpolizei", die über rund 7000 Übergänge wacht. Gemeinsam mit lokalen Behörden wurden erfolgreiche Info-Kampagnen gestartet, die die Zahl der jährlichen Todesfälle auf 14 reduzieren konnten. Insgesamt kamen 2005 in der EU 411 Menschen an Bahnübergängen ums Leben, davon 64 in Polen, 52 in Tschechien und 45 in Deutschland. Die meisten waren Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer. ARCD
Weitere Informationen zum Thema unter www.era.eu.int im Internet.
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
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