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Leichtsinn für 29 Prozent aller tödlichen Unfälle an Bahnübergängen verantwortlich

ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.
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(lifepr) (Bad Windsheim, 23.05.2007) Das Risiko, bei der Überfahrt eines Rotlichts an einem Bahnübergang ums Leben zu kommen, ist zehn Mal höher als beim Überfahren einer roten Verkehrsampel. „Aber die wenigsten Leute, die noch schnell über die Schienen wollen, sind sich dessen bewusst," beklagte Anders Lundström von der europäischen Bahnbehörde ERA. Aus den erstmals von EUROSTAT gesammelten Daten zu Un­fällen an Bahnübergängen gehe hervor, dass die Hauptursache Leichtsinn der Stra­ßenbenutzer ist. Nur wenige Unfälle gehen auf eine Fehlfunktion der Sicherung sol­cher Übergänge zurück. Dennoch will die EU-Kommission in Zukunft darauf achten, dass deren Signalisierung und Design in allen Ländern höhe­ren Sicherheitsstan­dards genügt. „Bahnübergänge sind ausdrücklich Bestandteil der neuen Richtlinie zum Sicherheitsmanagement von Straßeninfrastrukturen. Die Si­cherheitsfrage muss geklärt sein, um eine Baugenehmigung zu erhalten," erklärte Sandro Francesconi von der EU-Kommission. Hochgeschwindigkeitslinien, die das Gros neuer Schienen­stränge ausmachen, werden heute durchgehend ohne Bahn­übergänge gebaut, sprich überbrückt oder untertunnelt. Michael Robson von der Vereinigung europäi­scher Bahninfrastruktur-Manager (EIM) möchte, dass alle Länder dem (kostspieligen) Beispiel Finnlands folgen und das „historische Erbe" der Schie­nen-Straßen-Kreuzun­gen durch Tunnels und Brücken ersetzen. In Finnland ver­schwanden in den letzten Jahren rund 1000 Bahnübergänge von der Landkarte. „Ich würde mir auch in allen Ländern eine strengere Rechtssprechung wünschen. Der Leichtsinn der Straßenbe­nutzer gründet unter anderem auf der mangelnden Bestra­fung dieser Übertretun­gen," so Robson. In Großbritannien gibt es mittlerweile eine spezielle „Bahnpolizei", die über rund 7000 Übergänge wacht. Gemeinsam mit loka­len Behörden wurden erfolgreiche Info-Kampagnen gestartet, die die Zahl der jährli­chen Todesfälle auf 14 reduzieren konnten. Insgesamt kamen 2005 in der EU 411 Menschen an Bahnüber­gängen ums Leben, davon 64 in Polen, 52 in Tschechien und 45 in Deutschland. Die meisten waren Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer. ARCD
Weitere Informationen zum Thema unter www.era.eu.int im Internet.

Ansprechpartner:

Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190

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