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Zu hohe Dunkelziffer bei Verletzungen im Straßenverkehr

ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.
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(lifepr) (Bad Windsheim, 31.05.2007) Viel zu wenig weiß man heute über die Anzahl und Schwere der Verletzungen bei Verkehrsunfällen in Europa, so gut wie nichts über ihre Langzeitwirkungen. Die Autoren einer EU-Studie über die sozialen und wirt­schaftlichen Auswirkungen von Verletzungen im Straßenverkehr* des ETSC (Euro­päischer Verkehrssicherheitsrat) kamen zu dem Schluss, dass nur die Hälfte aller Verletzten tatsächlich in den Statistiken auftaucht. Nach Angaben der europäischen Kommission zum Jahr 2006 kamen in Europa rund 40 Verletzte auf einen Verkehrs­toten - also rund 1,64 Millionen Menschen. Die Dunkelziffer vor allem leichterer Ver­letzungen dürfte mindestens doppelt so hoch sein, befürchtet der ETSC. Schuld an diesem fatalen Informationsdefizit sind unzureichend klar definierte Methoden zur Erfassung von Verletzten, unterschiedliche medizinische Kriterien zur Klassifizierung der Verletzungsschwere sowie fehlende Daten zu Langzeitwirkungen. Eine ge­nauere und vergleichbare Erfassung könnte nur durch gemeinsame EU-Kriterien so­wie die systematische Vernetzung von polizeilichen und medizinischen Aufzeichnun­gen zu Verkehrsunfällen erreicht werden, so der ETSC. Die Autoren der Studie ver­muten, dass die Anzahl dauerhaft Geschädigter im Gegensatz zu jener der Ver­kehrstoten im Steigen begriffen ist. Ein Teil des Erfolgs im Kampf gegen den Tod auf der Straße sei nämlich den Fortschritten der Medizin und effizienteren Rettungs­diensten zu verdan­ken. Dies bedeute jedoch, dass heute mehr Menschen schwere Verlet­zungen und dauerhafte Schäden erleiden als vor 30 Jahren. Es sei daher unbedingt notwendig, dass die EU-Kommission nicht nur im Hinblick auf Verkehrstote, sondern auch in Be­zug auf die Verletzten Zielvorgaben ausgibt und eine entsprechende Kon­trolle natio­naler Maßnahmen zur Erfassung und Reduzierung von Verletzungen durchführt. Schätzungen des ETSC zufolge beliefen sich die direkten und indirekten Kosten von Verletzungen im europäischen Straßenverkehr im Jahr 2004 auf 180 Mil­liarden Euro - und dies vor dem Beitritt der zwölf neuen Mitgliedsländer. ARCD
*„Social and Economic Consequences of Road Traffic Injury in Europe", Mai 2007. Die Studie steht als Download auf der Homepage des ETSC unter www.etsc.be zur Verfügung.

Ansprechpartner:

Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190

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