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(lifepr) (Bad Windsheim, 30.06.2007) Das endgültige Scheitern der Konzessionsverhandlungen zur Errichtung des europäischen Satellitennavigationsprogramms Galileo wird den EU-Steuerzahler teuer zu stehen kommen: Zwischen 2,4 und 3,4 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern sind nach Schätzungen der EU-Kommission zusätzlich aufzubringen, um Galileo aus der Sackgasse zu holen. Der jüngste Grundsatzbeschluss der EU-Verkehrsminister, Galileo in öffentlicher Regie zu bauen, fand dennoch Zustimmung im Europäischen Parlament und wird auch von Europas Bürgern mitgetragen. Dies ergab eine von der EU-Kommission durchgeführte Umfrage. Demnach ist die Mehrheit (68 %) der 26 000 Befragten mit dem Konzept der Satellitennavigation vertraut, selbst wenn nur 20 % heute das verfügbare US-System GPS benutzen. Die überwältigende Mehrheit (80 %) ist der Meinung, dass die Europäische Union ein eigenes, unabhängiges System errichten sollte, nur 12 % halten eine solche Entwicklung für unnötig. Erstaunlicherweise wussten weniger als die Hälfte, worum es sich bei Galileo handelt: Nur 40 % haben bereits von dem Projekt gehört, in Deutschland kannten immerhin 60 % Galileo. Insgesamt sind 63 % der Befragten dafür, dass die EU die nötigen Finanzmittel für einen möglichst schnellen Abschluss des Projekts Galileo gewährleisten sollte, nur 23 % sind gegen eine Aufstockung der Investitionen. Die EU-Kommission muss über den Sommer ein neues Finanzierungsmodell ausarbeiten, das eine Fertigstellung bis 2012 sichert. „Eine Finanzierung über den EU-Haushalt ist die sauberste Lösung," forderte CSU Europa-abgeordeter Markus Ferber in einer ersten Reaktion. „Die Innovationsfähigkeit Europas steht auf dem Spiel. Wenn jetzt nicht schnell die Kastanien aus dem Feuer geholt werden, entsteht ein irreparabler Schaden für Europa und eine dauerhafte Dominanz der Amerikaner auf dem Gebiet der Navigationstechnik," so Haushalts- und Verkehrsexperte Ferber. Informationen über den erhofften Nutzen und die zahlreichen zukünftigen Anwendungen von Galileo finden sich im „Grünbuch" der EU-Kommission unter http://ec.europa.eu/...per/index_en.htm. ARCD
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
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