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(lifepr) (Bad Windsheim, 24.04.2008) Obwohl die europäische Kommission an ihrem Vorschlag eines verpflichtenden Biosprit-Anteils am Treibstoff von 10 % ab 2020 festhält, hat die offizielle europäische Umweltagentur EEA nun ein Überdenken der Strategie gefordert. Das 10-Prozent-Ziel sollte so lange ausgesetzt werden, bis neue Studien ein klareres Bild über die langfristigen Auswirkungen bzw. Kosten und Nutzen einer intensivierten Produktion von Biodiesel und - ethanol zeichneten. Sollte eine nachhaltige Produktion ohne negative Umwelt-Auswirkungen nicht sichergestellt werden können, dann müsse die EU-Kommission einen geringeren Wert für die Beimischung vorschlagen, forderte das wissenschaftliche Komitee der EEA in Kopenhagen.
Die Agrarböden innerhalb der EU reichten nicht aus, um das 10-Prozent-Ziel zu erreichen, stellte die Agentur fest. EU-Kommission und -Rat arbeiten zurzeit fieberhaft an methodischen Vorschlägen, um eine umweltgerechte, "nachhaltige" Herstellung importierter Treibstoffe garantieren zu können. Bioethanol-Hersteller und -Importeure hingegen warnen vor einer unklaren politischen Linie, die Europa wirtschaftlich ins Hintertreffen bringen würde. Denn die USA und Brasilien hinterfragten die Nachhaltigkeit der Agrosprit-Produktion kaum und könnten Europa in Sachen Treibstoff überholen. Dem gegenüber stehen Warnungen der Weltbank, ungebremste Biosprit-Produktion könnte zu dramatischer Nahrungsmittelknappheit in ärmeren Weltregionen führen. Der britische Premierminister Gordon Brown hat daher vorgeschlagen, das Thema beim nächsten Gipfeltreffen der reichsten Länder (G8) auf die Tagesordnung zu setzen. Vor diesem Hintergrund sieht der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) die derzeitige Diskussion um die Erhöhung der Biosprit-Beimischungsquote bei Dieselkraftstoffen von B5 auf B7 als vorerst absolet. So lange die nachhaltigen globalen Auswirkungen einer Erhöhung des Biosprit-Anteils in unseren Kraftstoffen nicht absehbar sind, sollten die Beimischungen nicht vorschnell erhöht werden.
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
Auto- und Reiseclub Deutschland
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