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(lifepr) (Bad Windsheim, 11.10.2007) Deutschland verfügt nicht, wie gern geglaubt wird, über das dichteste Straßennetz Europas. Führend sind hier die Niederlande mit ihrer hohen Netzdichte. Bei qualitativen Kriterien, wie zum Beispiel der möglichen Durchschnittsgeschwindigkeit, um von A nach B zu gelangen, und dem Modernitätsgrad schneidet Frankreich besonders gut ab.
Schweden hingegen ist Spitzenreiter in Sachen Sicherheit und Staufreiheit. Bei der Leistungsfähigkeit der Straßeninfrastruktur liegt Deutschland im Mittelfeld. Zu diesen Ergebnissen kommt eine in Berlin vorgestellte neue Studie des Instituts für Verkehrswissenschaften der Uni Münster und der Beratungsgesellschaft KCW GmbH im Auftrag des Berliner Instituts für Mobilitätsforschung. Wegen der "stetigen Unterfinanzierung der Erhaltungsmaßnahmen bei Bundesfernstraßen" erwarten die Forscher für Deutschland in Zukunft keine gravierenden Verbesserungen. Hinzu komme, dass die "Effizienz der Infrastrukturinvestitionen im Vergleich zu den Niederlanden und zum Vereinigten Königreich deutlich zurückfällt", monieren die Experten in ihrem Bericht. Bei der Schieneninfrastruktur schneide Deutschland quantitativ aber deutlich besser ab. "Schienen und Bahnhöfe befinden sich dort, wo die höchste Bevölkerungsdichte und damit der höchste Mobilitätsbedarf" besteht.
Beim Indikator "Dichte Schnellfahrstrecken" nehme Deutschland eine "schwache Position" ein, führe aber beim qualitativen Leistungsmerkmal "Verbindungsgüte". Laut Studie Spitzenreiter beim Kriterium "Pünktlichkeit im Schienenverkehr" und bei der "Schienenanbindung an die Flughäfen" ist die Schweiz. Bei der Dichte mit Start- und Landebahnen für den Flugverkehr komme Deutschland, weit hinter den erstplazierten Niederlanden, nur auf den vorletzten Platz.
Besser schneide es bei der Dichte von langstreckentauglichen Flughäfen ab. Erkenntnis aus der Studie: Länder mit einer strategischen Politiksteuerung, die durch verkehrspolitische Leitbilder und Ziele geprägt ist, können gute Ergebnisse bei ihrer Verkehrsinfrastruktur vorweisen.
"Langfristige politische Strategien bringen mehr als projektbezogene Einzelfallentscheidungen", mahnen die Autoren – wohl auch an die Adresse der deutschen Politik gerichtet.
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