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Jeder vierte Autofahrer sitzt übermüdet hinter dem Steuer

ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.
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(lifepr) (Bad Windsheim, 27.09.2007) Laut einer älteren Untersuchung des Verkehrstechnischen Instituts der deutschen Versicherer unter Leitung von Wolfram Hell ist ein Viertel aller tödlichen Autobahnunfälle auf Müdigkeit hinter dem Steuer zurückzuführen. Dieses Ergebnis bestätigt die aktuellste deutsche Studie, die Barbara Wilhelm auf der 105. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin präsentierte. Ihr Fazit: Nur 43 von 100 Autofahrern waren bei freiwilligen Müdigkeitstests an einer deutschen Autobahnraststätte normal wach, jeder dritte stand an der Grenze zur Übermüdung und jeder vierte wirkte auffallend schläfrig. Einige der Probanden schliefen während der Untersuchung mit einem von der Universitäts-Augenklinik Tübingen entwickelten Pupillentest sogar ein. In der bisher größten österreichischen Studie zum Thema Verkehr und Müdigkeit wurde die Schläfrigkeit von 1180 Lkw- und Busfahrern gemessen. Weniger als die Hälfte der Kraftfahrer war voll fahrtauglich, 30 Prozent nur bedingt und jeder fünfte Fahrer war zu müde, um ein Fahrzeug sicher zu lenken.

Eine kanadische Studie mit 210 Probanden belegt den engen Zusammenhang zwischen Unfällen und Schlafstörungen. Das plötzliche Wegnicken am Steuer sei häufig auf unzureichenden Nachtschlaf zurückzuführen. Ursache kann laut Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumonologen, die Krankheit Schlafapnoe sein. Bei ihr sind die oberen Atemwege verengt und der Zungengrund sinkt aufgrund eines fehlenden Muskeltonus zurück, so dass Atemaussetzer und unzureichender Nachtschlaf die Folge sein können. Studien am Fahrsimulator bestätigten, dass Schlafapnoiker ein zwei- bis siebenfach höheres Unfallrisiko als Menschen mit gesundem Schlaf tragen. Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 100km/h, so legt man während einer Sekunde Schlaf 28 Meter blind und reaktionslos zurück.Hellmann fordert für Berufskraftfahrer systematische Tests, ob eine Schlafkrankheit vorliegt.

Gegen den Sekundenschlaf gibt die Initiative Gesunder Schlaf (IGS) folgende Tipps: Bei längeren Autofahrten mindestens alle zwei Stunden eine Pause von 15 Minuten einlegen. Nicht mehr als 8 Stunden pro Tag fahren. Nachts keine längeren Strecken fahren, denn bei nächtlichen Straßen werden weniger Reize als gewöhnlich aufgenommen, was zusätzlich ermüdet.Keine koffeinhaltigen oder aufputschenden Getränke zu sich nehmen. Die Leistungskurve steigt nur kurzfristig an, fällt dann aber rapide ab. Leichte und bekömmliche Kost zu sich nehmen.Bewusst aufrecht und nicht zu nahe am Lenkrad sitzen. Auf die Warnsignale des Körpers achten, wie Gähnen, Reiben der Augen, Konzentrationsschwierigkeiten und Körperstrecken hinter dem Steuer. Barbara Wilhelm von der Tübinger Arbeitsgruppe für Pupillenforschung warnt: "Die Müdigkeit ist nicht das Problem, sondern deren richtige Einschätzung. 99 Prozent der Menschen merken, dass sie müde sind. Doch wie nahe der Sekundenschlaf ist, merken sie nicht."

Ansprechpartner:

Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190

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