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Studie: mit ABS jeder dritte Motorradunfall vermeidbar

ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.
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(lifepr) (Bad Windsheim, 29.04.2010) Durch ein Antiblockiersystem (ABS) ließen sich bei Motorrädern viele Unfälle vermeiden oder die Folgen abmildern. Dies konnte die DEKRA-Unfallforschung in einer Simulationsstudie nachweisen. Danach wären mit einer ABS-Ausstattung der Motorräder 25 bis 35 Prozent der ausgewerteten schweren Unfälle vermeidbar gewesen. Würde man das ABS zusätzlich mit einer Integralbremse und einem aktuell noch in der Entwicklung befindlichen technischen Bremsassistenten kombinieren, ließen sich sogar 50 bis 60 Prozent der Unfälle verhindern. Diese und andere Studienergebnisse präsentierte die technische Überwachungsorganisation bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsreports 2010 in Berlin. In der passiven und aktiven Fahrzeugsicherheit sehen die Experten viel Potenzial für die Vermeidung von tödlichen Motorradunfällen. Dazu zählen das Tragen von reiß- und abriebfester sowie gut sichtbarer Schutzkleidung und Protektoren ebenso wie ein Schutzhelm, der die aktuelle ECENorm R 22-05 erfüllt. Integralhelmen ist laut DEKRA grundsätzlich der Vorzug vor Halbschalenoder Jethelmen zu geben. Ein viel versprechendes Schutzelement sei der im Rahmen eines EU-Projektes entwickelte Thorax-Protektor, der für eine bessere Verteilung der Kräfte beim Anprall sorgt und auf diese Weise die gefährlichen, nach innen gerichteten Rippenfrakturen vermeidet.

Als weitere wirkungsvolle Schutzausstattung gilt der Motorrad-Airbag. Er trägt dazu bei, den Kopfanprall erheblich abzumildern oder sogar vollständig zu vermeiden. Motorradhersteller und wissenschaftliche Institutionen arbeiten laut DEKRA intensiv an neuen Systemen zur Unfallvermeidung und Abmilderung von Unfallfolgen. Dazu zählen ein Querverkehrs- und ein Ampelphasenassistent, eine Hinderniswarnung und die Vernetzung der Fahrzeuge mit Hilfe der drahtlosen Fahrzeugkommunikation. Bei der Vorstellung des Motorradreports forderte DEKRAVorstand Clemens Klinke eine detaillierte und harmonisierte Unfalldatenbank in Europa mit einer einheitlichen Trennung zwischen Motorrädern, Rollern, Mopeds und Mofas, die heute mitunter noch fehle. Die europäische Unfalldatenbank CARE weist 5126 tödlich verunglückte Motorradfahrer für das Jahr 2008 aus. Dies entspricht einem Anteil von rund 14 Prozent aller Verkehrstoten in den 24 EU-Staaten. Motorisierte Zweiräder waren aber nur mit einem Anteil von rund zwei Prozent am Straßenverkehr beteiligt. Obwohl in einigen Ländern der EU die Zahlen der tödlich verunglückten Motorradfahrer seit Jahren abnehmen, darunter in Deutschland, in den Niederlanden, in Österreich und in Großbritannien, fallen die Rückgänge im Vergleich zu den Zahlen von getöteten Pkw-Insassen prozentual deutlich geringer aus.

Ansprechpartner:

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ARCD
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Über ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.: Der Auto- und Reiseclub Deutschland e.V. mit Sitz im fränkischen Bad Windsheim ist Deutschlands einziger Auto- und Reiseclub. Von hier aus betreut der ARCD seine rund 100.000 Mitglieder individuell und rund um die Uhr - mit eigener, permanent besetzter Notrufzentrale und 1.400 Pannenhelfern allein in Deutschland. Im europäischen Ausland arbeitet der ARCD mit den dort etablierten Assisteuren und Versicherern zusammen. Neben umfassenden Schutzbriefleistungen und der Unterstützung durch einen speziellen Clubhilfe-Fonds bietet der ARCD seinen Mitgliedern vielfältige und exklusive touristische Leistungen. Als Gründungsmitglied des 2007 aus der Taufe gehobenen Verbundes Europäischer Automobilclubs EAC engagiert sich der ARCD zudem aktiv in allen Fragen der Verkehrspolitik und Verkehrssicherheit im Sinne seiner Mitglieder. Diese informiert der Club mit der Zeitschrift "Auto&Reise" unterhaltsam und kompetent über alles Wissenswerte rund um die Titelthemen des Magazins.

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