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Elektroauto: BMW startet große Testphase in Berlin

ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.
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(lifepr) (Bad Windsheim, 25.06.2009) Ohne Abgasfahne und lautlos wie auf Katzenpfoten rollen seit Wochenanfang 50 Berliner und Berlinerinnen, ausgewählt aus 700 Bewerbern, mit einem MINI E von BMW über die Hauptstadtstraßen. Am Montag startete der Münchner Hersteller zusammen mit dem Energieunternehmen Vattenfall den nach eigenen Worten derzeit "größten Feldversuch zur Elektromobilität in Deutschland". Schon vorher hatte BMW Praxisversuche mit dem MINI E in den USA und in Großbritannien begonnen. Ein ähnliches Projekt haben der Stromkonzern RWE und Daimler angekündigt, auch bei VW und Audi sieht man im Elektroantrieb die automobile Zukunft. In Berlin liefert Vattenfall über Autostromstationen und private Anschlüsse nach eigenen Angaben Strom, der zu 100 Prozent aus umweltfreundlichen Quellen stammt. "Nur mit Strom aus erneuerbaren Energien werden Elektroautos zu echten Null-Emission-Fahrzeugen", sagte denn auch Bundesumweltminister Gabriel bei der Schlüsselübergabe in Berlin. Die Bundesregierung nimmt für die Erforschung und Entwicklung der Elektromobilität 500 Millionen Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II in die Hand; davon kommen 100 Millionen aus dem Etat des Umweltministeriums. Mit dem Geld sollen vor allem Probleme bei den Speicherbatterien und der Stromzufuhr über die Steckdose gelöst werden.

In den nächsten Monaten sammeln die Testfahrer im Alltagsbetrieb Erkenntnisse, wie praxistauglich die Autos sind und wie gut die Infrastruktur für das Laden funktioniert. Für Herbst ist ein weiterer Testlauf mit 50 Fahrzeugen geplant. Das Bundesverkehrsministerium rechnet damit, dass bis 2020 rund eine Million reguläre Elektroautos auf den deutschen Markt kommen.

In einer selbst als "realistisch" eingestuften Prognose sagt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) voraus, dass 17 % des heutigen Fahrzeugbestandes bis zum Jahr 2050 von Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Motoren angetrieben werden. Der Elektroantrieb werde sich primär bei Fahrzeugen für den innerstädtischen Verkehr durchsetzen.

Nach einer vom Institut für Automobilwirtschaft (IFA) im Auftrag der Prüforganisation DEKRA erstellten Studie könnten bis 2020 die Kilometerkosten bei einem rein elektrisch angetriebenen Plug-in-Hybrid auf 44 Cent sinken, bei einem batteriegestützten Elektrofahrzeug sogar auf nur 42 Cent. Damit würden solche Fahrzeuge zehn Prozent unter den Kosten von Benzinern (47 Cent) und sieben Prozent unter denen von Dieselautos (45 Cent) liegen. Die Modellrechnung von IFA und DEKRA geht davon aus, dass der Benzinpreis bis 2020 auf rund drei Euro steigt, ein Benziner im Schnitt nur noch sechs Liter und ein Dieselauto fünf Liter verbraucht und sich der Preis von Batterien für Elektroautos im Vergleich zu heute halbiert.

Ansprechpartner:

Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190

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