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(lifepr) (Bad Windsheim, 18.06.2009) Autofahrer halten sich eher an eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn ein so genanntes Dialog-Display am Straßenrand sie mit einem freundlichen "Danke" belohnt oder einem dezenten "Langsam" ermahnt. Dies belegt eine Studie der TU Dresden im Auftrag der Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) an verschiedenen Orten in Deutschland. In Berlin gibt es derzeit rund 85 solcher "höflichen Brüder der Radarfalle" (Berliner Morgenpost). An allen innerstädtischen Testorten sank die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer um 1,8 bis sechs Stundenkilometer, und der Anteil der Temposünder verminderte sich um 43 bis 64 Prozent. In Chemnitz stieg die Zahl der Autofahrer, die an einem bestimmten Zebrastreifen anhielten, um 130 Prozent. Auch Brummifahrer zeigen eine positive Reaktion: So ging die Zahl der Lkw-Fahrer, die schneller als 55 km/h durch den Ort Lemsell in Sachsen-Anhalt fuhren, um 67 Prozent zurück. Die Geschwindigkeitsrückgänge fallen in den sicherheitsrelevanten oberen Tempobereichen besonders deutlich aus. Ebenso wichtig: Die befragten Fußgänger nehmen deutliche Unterschiede des Fahrverhaltens der Kraftfahrer und eine spürbare Erhöhung der eigenen Sicherheit beim Einsatz von Dialog-Displays wahr. Der Erfolg hängt stark von den örtlichen Voraussetzungen wie Verkehrsbelastung, zulässige Geschwindigkeit, Breite und Ausstattung einer Straße ab. Zum Einsatz sollten die interaktiven Verkehrshinweis-Displays nach Ansicht der Unfallforscher vor allem im innerörtlichen Bereich zur Sicherung von sensiblen Stellen wie Fußgängerüberwegen, Schulen, Kitas oder Senioreneinrichtungen kommen. Ein Gewöhnungseffekt tritt offenbar nicht ein: An einer Berliner Messstelle in einer Tempo-30-Zone betrug das Tempo im Dreijahres-Mittel nur 28,7 km/h; vor der Installation des Dialog-Displays lag die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit noch bei rund 38 km/h. Aber nicht nur Menschen profitieren von den Leuchttafeln: Um die an Land nicht gerade als flink bekannten Biber beim Überqueren einer Straße in Berlin-Spandau besser zu schützen, nahmen Senat und Bezirk ein entsprechendes Dialog-Display in Betrieb. Es signalisiert den Kraftfahrern auf der Tempo-30-Strecke, ob sie zu schnell sind. Zuletzt war dort vor einem Jahr einer der streng geschützten Biber totgefahren worden.
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
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