zurück zur Übersicht

(lifepr) (Bad Windsheim, 30.04.2009) Der Rückgang der industriellen Produktion in ganz Europa hat seit Anfang des Jahres zu einem Rückgang der Lkw-Transporte um geschätzte 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum geführt. Dies geht aus einem internen Analysepapier der Europäischen Kommission hervor, das Krisenauswirkungen auf den Sektor unter die Lupe nimmt. Als Indikatoren des Lkw-Verkehrsaufkommens werden, wo verfügbar, Mautdaten sowie die Anzahl von Neuzulassungen und Insolvenzen herangezogen. Laut IRU (Internationale Straßenverkehrsunion) haben die Konkurserklärungen von Güterverkehrsunternehmen seit Anfang 2008 um 110 % zugenommen. Nutzfahrzeughersteller blieben auf ihren Neufahrzeugen sitzen. Im Februar 2009 wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat um 43, 7 % weniger Lkw über 3,5 t zugelassen, im Segment der schweren Brummer von über 16 t sind es gar - 46,4 %.
Während in Frankreich der Schwerverkehr auf Autobahnen im Dezember nur um 5 % gegenüber Dezember 2007 abgenommen hat, waren es in Spanien bereits - 34 %. "Es steht zu erwarten, dass sich dieser Trend in naher Zukunft noch verschlechtert", wird im Bericht der Kommission fest gehalten. In Österreich etwa sind im Januar 20,3 % weniger Lkw von den Maut-Behörden registriert worden, in Deutschland hat der grenzüberschreitende Schwerverkehr auf Autobahnen um rund 17,3 % (Januar 2009 gegenüber Januar 2008) abgenommen, und in Belgien verzeichnete man an der Hafenzufahrt etwa 22 % weniger Lkw. Beim Krisengipfel von Gewerbevertretern, Kommission und Verkehrspolitikern am 20. April in Brüssel forderte der Güterschwerverkehrssektor Unterstützungsmaßnahmen in Form von Steuersenkungen (auf Mineralöl), Bankgarantien und sozialverträglichen Insolvenzregelungen.
Dringend notwendig sei auch ein Ausbau der Straßen. Derzeitig hat die Kommission zwar keine weiteren Maßnahmen in Vorbereitung. Im Rahmen des im Herbst geschnürten "Krisenpakets" sind jedoch 1 Mrd. Euro aus EU-Töpfen zur Ankurbelung der Projekte im Rahmen europäischer Verkehrsnetze (TEN-V) vorgesehen. Der Großteil davon könnte aber in den Schienenausbau fließen, befürchtet die IRU. ARCD
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
(555 kB) |
zurück zur Übersicht