Dienstag, 21. November 2017


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Der Pechvogel-Storch

Basel, (lifePR) - Das Pech klebt einem Weissstorch im Zoo Basel an den Füssen: Das Nestgeschwister vom Fuchs gefressen, er selbst von Graureihern bedrängt und dabei fast verhungert; danach von Tierpflegern liebevoll aufgepäppelt – soweit die Vorgeschichte der letzten Monate. Kurz nach der Freilassung kollidiert er mit der Fahrleitung der durch den Zoo Basel führenden Bahnlinie. Dabei bricht er sich einen Flügel, der von den Zootierärzten geschient wird. Jetzt verlängert sich sein „Spitalaufenthalt“ bis zur Heilung um einige Wochen. Hoffentlich wird der Storch ab Ende August beim Vogelzug seiner Artgenossen in die Winterquartiere im Süden mittun können.

Eine ungewöhnliche Serie von Schicksalsschlägen begleitet einen freilebenden männlichen Weissstorch (1) mit der Ringnummer SK092 im Zoo Basel. Im Frühling wurde sein Nestgenosse von einem Fuchs gerissen. Durch diesen traurigen Verlust geschwächt, vermag sich SK092 nicht mehr gegen die Übermacht der ebenfalls im Zoo Basel freilebenden Graureiher zu wehren. Diese machen ihm das Futter streitig, und er magert zunehmend ab. Die Tierpfleger retten das Tier, indem sie ihn einfangen und liebevoll über einige Wochen in einer Volière auffüttern. Gesund und munter, aber noch etwas wackelig in den Flügeln, wird er im Zoo wieder freigelassen.

Schon nach wenigen Tagen schlägt das Schicksal wieder zu. Der Storch kollidiert mit der Fahrleitung der durch den Zoo führenden SBB-Bahnlinie und liegt verletzt auf dem Bahn-Trassee. Die Zootierärzte stellen einen Bruch der Elle am linken Flügel fest. Sie legen dem Storch einen Schienenverband an und verordnen zur Heilung wieder einige Wochen „Stallruhe“. Glücklicherweise ist der Bruch unkompliziert, und Vogelknochen verheilen in der Regel schnell. Die Tierärzte röntgen den Flügel regelmässig, um die Heilung zu verfolgen. Sie sind zuversichtlich, dass der Pechvogel rechtzeitig zur Besammlung der Störche für den Vogelzug Richtung Süden im August wieder auf dem Damm (auf dem Bahn-Damm?) ist.

Neue Einblicke in die Aufzucht von Jungstörchen

In den Aussenbereichen der im März 2017 neu eröffneten Elefantenanlage Tembea befinden sich mehrere Plattformen, welche den freifliegenden Weissstörchen zum Nestbau angeboten werden. Erfreulicherweise sind bereits dieses Jahr drei Horste mit Störchen besetzt. Der neue Beobachtungsturm ermöglicht den Besuchern unmittelbare Einblicke in die Nester und die Aufzucht der Jungstörche. In diesen Tagen wird es spannend: Die Jungstörche unternehmen die ersten (nicht ganz ungefährlichen) Flugversuche von den Plattformen.

Storchenzucht im Zoo Basel äusserst erfolgreich

Dieses Jahr wurden 38 Storchenkinder in den Baumnestern im Zoo Basel vorgefunden. Mit Hilfe eines Hebekrans der Feuerwehr stieg der Tierpfleger in die Höhe und befestigte jedem Jungstorch einen Ring am Bein. Im Zoo Basel werden seit der Gründung 1874 Störche gepflegt. Damals ahnte noch niemand, dass der populäre Vogel in der Schweiz eines Tages aussterben würde. Die heute wieder erfreulich hohe Zahl an Störchen in der Schweiz geht auf ein Wiederansiedlungsprojekt von 1950 zurück.

Von Abstürzen und anderen Missgeschicken - ein Buch über den Zootierarzt-Alltag

Immer wieder gelangen Jungstörche bei Flugmanövern in riskante Situationen. Im Bestseller „Das Okapi hat Husten – Geschichten aus dem Alltag eines Zootierarztes“ landet ein Storch gar im Wolfsgehege. Im Buch erzählen die Tierärzte des Zoo Basel, ausserdem was zu tun ist, wenn der Elefant Zahnschmerzen hat, warum der Hornrabe zum Augenarzt muss und welchen Trick sie anwenden, wenn das Okapi hustet.

Das Buch mit rund 250 farbigen Abbildungen ist im Buchhandel und im Zooladen erhältlich oder kann unter zoo@zoobasel.ch (+41(0)61 295 35 35) bestellt werden.

Preis: CHF 29.– ISBN 978-3-85616-817-9

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