Social Media Nutzung nimmt weiter zu - Innovationspotenzial aber oft nicht ausgeschöpft

(lifePR) ( Mannheim, )
Rund jedes zweite Unternehmen in der Informationswirtschaft nutzt mittlerweile Social Media. Dabei konzentrieren sich die Unternehmen vor allem auf Einsatzmöglichkeiten in Werbung und Marketing. Vernachlässigt wird dagegen noch immer das Innovationspotenzial von Social Media. Der Kommunikationskanal wird nach wie vor kaum genutzt, um konstruktive Kritik und kreative Ideen der Kunden zur Verbesserung des eigenen Angebots einzuholen. Dies sind Ergebnisse einer Sonderauswertung im aktuellen Branchenreport Informationswirtschaft, für den das ZEW Mannheim rund 1.000 Unternehmen der Informationswirtschaft befragt hat.

Betrachtet man die Nutzung von Social Media durch die Unternehmen der Informationswirtschaft, so fällt auf, dass vor allem das Einstellen von Unternehmensprofilen in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder XING hoch im Kurs steht. Schon heute messen etwa 30 Prozent der Unternehmen, die Social Media einsetzen, diesen eine hohe Bedeutung für den eigenen Erfolg bei. Mit Blick auf die nächsten zwei Jahre zeigen sich die Unternehmen ebenfalls sehr optimistisch: Etwas mehr als jedes zweite Social Media nutzende Unternehmen rechnet mit einer künftig zunehmenden Bedeutung von Social Media für den eigenen Erfolg.

Hohe Nutzerzahlen von Facebook, Twitter und Co. garantieren den Unternehmen eine hohe Reichweite ihrer Social Media-Aktivitäten. „Social Media bietet kostengünstige digitale Kanäle für die Kommunikation und Interaktion mit bestehenden und potenziellen Kunden. Insofern überrascht es nicht, dass Werbung und Marketing für die Unternehmen an erster Stelle der möglichen Einsatzzwecke stehen“, sagt Dr.  Daniel Erdsiek, Projektleiter im ZEW-Forschungsbereich Digitale Ökonomie. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft, die Social Media bereits verwenden, nutzen diese für Werbung und Marketing – sechs Prozentpunkte mehr als noch 2016. Eine ähnliche Entwicklung ist für den zweitwichtigsten Einsatzzweck zu beobachten: Aktuell nutzen etwa 62 Prozent der Unternehmen Social Media-Kanäle um ihre Kundenbeziehungen und die Kundenloyalität zu verbessern.

Einsatz von Social Media für Anregungen und Kritik stagniert

Werden konstruktive Kritik und kreative Vorschläge im Rahmen einer etablierten Social Media-Strategie systematisch ausgewertet, können dadurch die eigenen Produkte und Dienstleistungen verbessert werden. „Will ein Unternehmen Social Media dafür nutzen, Kritik und Anregungen der Kunden aufzugreifen, um die eigenen Produkte und Dienste zu verbessern, dann bedarf es personeller Ressourcen. Social Media-Verantwortliche sollten in diesem Fall nicht nur einen guten Draht zu den Kunden haben, sondern auch zu den Unternehmensbereichen, die für die Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten und Diensten zuständig sind“, sagt Prof.  Dr.  Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs Digitale Ökonomie. Dieses Innovationspotenzial wird von den Unternehmen in der Informationswirtschaft allerdings nach wie vor nicht ausgeschöpft. Aktuell setzen lediglich knapp 31 Prozent der Nutzer Social Media ein, um die eigene Angebotspalette zu verbessern. Damit hat sich dieser Anteil seit dem Jahr 2016 nicht erhöht.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. Der Einsatz von Social Media ist insbesondere bei Unternehmen in der IKT-Branche (64 Prozent) und bei Mediendienstleistern (79 Prozent) verbreitet, während wissensintensive Dienstleister davon deutlich seltener Gebrauch machen (37 Prozent). Allgemein umfasst Social Media neben dem Profil in sozialen Netzwerken auch das sogenannte Microblogging, zum Beispiel auf Twitter, und das Führen eines Unternehmensblogs oder eines unternehmenseigenen Wikis.

Über die EFI

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) mit Sitz in Berlin leistet seit 2008 wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung und legt jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Wesentliche Aufgabe der EFI ist es dabei, die Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen und zeitlichen Vergleich zu analysieren und die Perspektiven des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland zu bewerten. Auf dieser Basis entwickelt die EFI Vorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik.

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