lifePR
Pressemitteilung BoxID: 538941 (ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim)
  • ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim
  • L 7
  • 68161 Mannheim
  • http://www.zew.de
  • Ansprechpartner
  • Gunter Grittmann
  • +49 (621) 1235-132

Positive Erwartungen in der Informationswirtschaft

Informationswirtschaft in Deutschland

(lifePR) (Mannheim, ) Bei den Unternehmen der Informationswirtschaft herrscht ein gutes konjunkturelles Klima. Der ZEW Stimmungsindikator, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen berücksichtigt, erreicht einen Stand von 63,4 Punkten. Dabei fallen die Erwartungen bezüglich der konjunkturellen Entwicklung im zweiten Quartal 2015 etwas besser aus als die Einschätzung der Geschäftslage im ersten Quartal 2015. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage in der Informationswirtschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im März 2015 durchgeführt hat (weitere Informationen zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung). Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Einschätzung der konjunkturellen Lage etwas eingetrübt. Dies signalisiert der entsprechende Teilindikator für die Geschäftslage, der um 8,9 Punkte sinkt und einen Wert von 60,4 Punkten erreicht. Die verschlechterte Einschätzung der Lage wird allerdings nahezu von den zunehmend optimistischen Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung im zweiten Quartal 2015 kompensiert. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen verbessert sich auf ein Niveau von 66,4 Punkten. Damit überschreiten beide Teilindikatoren die kritische 50-Punkte-Hürde deutlich, was auf eine mehrheitlich gute konjunkturelle Lage und positive Erwartungen schließen lässt.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. Bei den Unternehmen der IKT-Branche erreicht der Stimmungsindikator einen aktuellen Stand von 67,5 Punkten, was auf ein überwiegend gutes Klima in der Branche hindeutet. Im Vergleich zum Vorquartal konnte damit das hohe Niveau des Stimmungsindikators noch einmal um 1,1 Punkte gesteigert werden. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf die verbesserten Erwartungen der Unternehmen bezüglich der künftigen Entwicklung von Umsatz und Nachfrage. So erreicht der Teilindikator für die Geschäftserwartungen einen Wert von 73,1 Punkten, was einem Anstieg von 10,2 Punkten verglichen mit dem Vorquartal entspricht. Die Einschätzung der Geschäftslage hat sich in der IKT-Branche im Vergleich zum Vorquartal hingegen leicht eingetrübt. Der entsprechende Teilindikator verliert acht Punkte und sinkt auf einen Stand von 62,3 Punkten. Dieser Wert signalisiert dennoch, dass die Mehrheit der Unternehmen im ersten Quartal 2015 ein Umsatzplus oder eine gestiegene Nachfrage verzeichnen konnten.

In der Medienbranche hat sich die konjunkturelle Stimmung im ersten Quartal 2015 eingetrübt. Nachdem der Stimmungsindikator im Vorquartal auf ein Dreijahreshoch gestiegen war, gibt er 11,1 Punkte ab und sinkt auf einen Stand von 48,9 Punkten. Das knappe Unterschreiten der kritischen 50-Punkte-Marke zeigt an, dass die Mediendienstleister die konjunkturelle Entwicklung leicht negativ einschätzen. Insbesondere die Geschäftslage wird deutlich schlechter bewertet als im vierten Quartal 2014. Während der Stimmungsindikator im Vorquartal noch einen Wert von 66,7 Punkten erreichte, fällt er im ersten Quartal 2015 auf einen Stand von 48,1 Punkten. Damit hat sich die Geschäftslage für eine Mehrheit der Mediendienstleister im Vergleich zum Vorquartal verschlechtert. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen ist in der Medienbranche ebenfalls knapp unter die 50-Punkte-Marke gerutscht und erreicht einen Stand von 49,7 Punkten.

Bei den wissensintensiven Dienstleistern hat sich an der positiven Stimmung im ersten Quartal 2015 nur wenig verändert. Nach einem Rückgang um lediglich einen halben Punkt im Vergleich zum Vorquartal verzeichnet der Stimmungsindikator einen Wert von 63,3 Punkten. Der verschlechterten Einschätzung der Geschäftslage steht dabei eine Aufhellung der Geschäftserwartungen gegenüber. Während der Teilindikator für die Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal um 7,4 Punkte zurückgeht, legt der Teilindikator für die Geschäftserwartungen 6,1 Punkte zu. Damit erreichen die beiden Teilindikatoren vergleichbar hohe Werte von 61,7 Punkten und 65 Punkten, die auf eine positive Geschäftslage und auf optimistische Erwartungen für das nächste Quartal hindeuten.

Den vollständigen Branchenreport Informationswirtschaft zum finden Sie unter: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brepikt/201501BrepIKT.pdf

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft:
Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft:
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT- Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT- Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung:
Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW:
Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Informations- und Kommunikationstechnologien; Wettbewerb und Regulierung; Internationale Verteilungsanalysen.

www.zew.de / www.zew.eu