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Pressemitteilung BoxID: 381420 (ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim)
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Informationswirtschaft startet mit verhaltenen Erwartungen in die ersten Monate des Jahres 2013

(lifePR) (Mannheim, ) Der Optimismus der Unternehmen der Informationswirtschaft in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung der Branche im ersten Quartal 2013 hat nachgelassen. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen dagegen deutlich positiver als noch vor einigen Monaten. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vom Dezember 2012 in der Informationswirtschaft (weitere Informationen zur Umfrage in der Anlage).

Anlass, die konjunkturelle Entwicklung in der Informationswirtschaft mit Sorge zu betrachten, gibt es derzeit nicht. Der Teilindikator der Geschäftserwartungen fürs erste Quartal 2013 ist um 6,9 Punkte auf jetzt 55,6 Punkte zurückgegangen und der Teilindikator für die Geschäftslage Ende 2012 um 8,5 Punkte auf 61,5 Punkte gestiegen. Damit liegen beide Teilindikatoren nach wie vor über der wichtigen 50-Punkte-Marke, was auf eine günstige konjunkturelle Entwicklung der Branche hindeutet. Dem entspricht, dass der Stimmungsindikator Informationswirtschaft insgesamt im vierten Quartal 2012 um 0,9 auf jetzt 58,5 Punkte zugelegt hat und sich damit ebenfalls weit über der 50-Punkte-Marke bewegt.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. In der Teilbranche IKT werden die etwas weniger optimistischen Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2013 durch eine deutliche Verbesserung der aktuellen Geschäftslage überkompensiert. Insgesamt verbessert sich damit die Stimmung der IKT-Unternehmen zum ersten Mal seit Anfang des Jahres 2012 und der Gesamtindikator für die IKT-Teilbranche steigt um 7,4 Punkte auf einen Wert von 66,9 Punkten.

Für die Mediendienstleister setzt sich die Aufhellung der konjunkturellen Stimmung, die im dritten Quartal 2012 zu beobachten war, nicht weiter fort. Der aktuelle Wert des Stimmungsindikators für diesen Sektor fällt Ende 2012 auf 39,5 Punkte. Damit gelingt es der Medienbranche auch weiterhin nicht, die kritische Marke von 50 Punkten zu überschreiten. Für den Mediensektor gilt, wie auch für die gesamte Informationswirtschaft, dass die aktuelle Lage positiver ausfällt als die Erwartungen für die künftige konjunkturelle Entwicklung. Allerdings geht die Schere zwischen den beiden Komponenten des Stimmungsindikators bei den Mediendienstleistern besonders weit auseinander.

Der Stimmungsindikator für die wissensintensiven Dienstleistungen fällt moderat um 4,2 Punkte auf einen Wert von 55,1 Punkten. Er erreicht damit den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Dennoch signalisiert der Stand des Indikators eine weiterhin positive Konjunkturentwicklung bei wissensintensiven Dienstleistungen. Ursächlich für den leichten Stimmungsdämpfer sind bei praktisch unveränderter Geschäftslage deutlich sinkende Geschäftserwartungen. Der entsprechende Teilindikator geht von 60,3 Punkten auf 52,8 Punkte zurück.

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft:

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens 5 Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung:

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW:

Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Informations- und Kommunikationstechnologien; Wachstums- und Konjunkturanalysen, Wettbewerb und Regulierung.

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