Freitag, 24. Februar 2017


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Warum in der Finanzwirtschaft die Zeichen auf Regulierung stehen

Finanz-Insider Volker Potthoff referierte an der Zeppelin Universität

(lifePR) (Friedrichshafen, ) "Wir sehen erst einen Teil der Veränderungen, die großen kommen erst noch" - in der Wirtschaft wie in der Finanzwelt. Dies prophezeit Volker Potthoff, langjähriges Vorstandsmitglied der Deutschen Börse. Bei einem Vortragsabend in der Reihe "ZU Gast" an der Zeppelin Universität (ZU) zeigte er sich überzeugt: Der Finanzbranche stehen möglicherweise massive staatliche Eingriffe bevor. Potthoff: "Wer glaubt, dass er ungeschoren davonkommt, der ist naiv."

"Wie bekommen wir den Löwen in den Käfig? Finanzmarktregulierung in der Krise", lautete das Thema des Finanz-Insiders, der sich selbst "nicht als Finanzexperten, sondern als Beobachter" sieht. Potthoff weiß, wovon der spricht: Zwölf Jahre lang war er in Führungsfunktionen bei der Deutschen Börse tätig, heute arbeitet er als Kapitalmarktexperte für die große deutsche Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle. Detailliert zeichnete er den Verlauf der Krise in ihrem nunmehr zweiten Jahr von den Anfängen an nach, einer Krise, die in der Finanzwirtschaft begann und längst die gesamte Wirtschaft erfasst hat. Und er benannte den "explosiven Mix", der in den "Herzinfarkt des Finanzkreislaufes" führte, angefangen vom billigen Geld in den USA und der dortigen Immobilienblase, nicht mehr nachvollziehbaren und noch weniger verständlichen Produkten findiger Finanzarchitekten über die fragwürdige Rolle von Wirtschaftsprüfern und Rating-Agenturen und falschen Anreizsystemen bei der Entlohnung von Bankern bis hin zu zusammenbrechenden Geldhäusern und dem grundsätzlichen Verlust von Vertrauen der Banken untereinander, der bis heute anhalte.

"Das alles hätte zum Zusammenbruch von Volkswirtschaften führen können", ver-deutlichte Potthoff die Dramatik der Ereignisse - hätten nicht die westlichen Regie-rungen beherzt eingegriffen. Durch "Liquiditätsspende, Senkung der Leitzinsen und Teilverstaatlichung" sei das Schlimmste verhindert worden, lobte Potthoff, aber es seien eben auch "aus privaten Schulden öffentliche Schulden gemacht" worden. Schon aus diesem Grund und dem daraus resultierenden Druck aus der Bevölke-rung und der öffentlichen Meinung ist Potthoff davon überzeugt, dass die Regie-rungen der G20-Staaten der Finanzbranche neue Regeln diktieren werden. Dies zeige schon der Blick in die Vergangenheit: "Wie in allen großen Finanzkrisen wird es einen Regulierungsschub geben."

Die Werkzeuge jedenfalls, "den Löwen wieder in den Käfig zu bekommen", lägen schon bereit, darunter das Verbot bestimmter Geschäftsarten, die Sicherstellung von funktionierendem Wettbewerb und die Kooperation von Aufsichtsbehörden, die Vorschriften zur Verminderung von Interessenskonflikten, die verordnete Erhöhung der Eigenkapitalausstattung von Banken - bis hin zu Verstaatlichungen. Und für die Banken selber gelte nach den Worten Potthoffs: "Ohne substantielle Veränderung von Verhaltensweisen wird es keine wirksame Prävention geben." Höchste Priorität haben deshalb nach Ansicht Potthoffs internationale Kooperationen mit dem Ziel der Regulierungen wie auch deren möglichst schnelle Umsetzung. Denn: "Die nächste Krise kann schneller kommen, als wir glauben."

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