Samstag, 16. Dezember 2017


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Fusionen und Übernahmen bei Fluggesellschaften im Sinkflug

Mannheim, (lifePR) - Nach einem langsamen aber stetigen Anstieg seit der Jahrtausendwende zeigt sich bei M&A-Aktivitäten in der Luftverkehrsbranche im vergangenen Jahr erstmals wieder eine rückläufige Tendenz. Während sich die Fusionen und Übernahmen zwischen den Jahren 2007 und 2015 bei mehr als 100 Transaktionen pro Jahr halten und weltweit im Durchschnitt jährlich 97 M&A-Transaktionen bei Airlines beobachtet werden konnten, gab es im Jahr 2016 nur 86 Transaktionen. Zu diesen Ergebnissen kommen Untersuchungen des ZEW auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk.

Spektakulär war zuletzt die Bieterschlacht im Fall der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin, bei der neben der Lufthansa auch die Airlines Easyjet und Condor (zusammen mit Niki Lauda) Interesse an Air Berlin bekundet hatten. Deren Gebote bezogen sich aber nur auf Teile der Airline. Der frühere EnBW-Chef Utz Claassen bot hingegen 100 Millionen Euro für die komplette Fluglinie. Letztlich kommt es aber nun zu exklusiven Verkaufsverhandlungen mit Lufthansa und Easyjet. Doch auch abseits der Fluglinien gibt es entscheidende Entwicklungen bei Herstellern und Zulieferern in der Luftverkehrsbranche. So beabsichtigt United Technologies die Übernahme des Flugzeugausrüsters Rockwell Collins für 30 Milliarden US- Dollar. Letzterer hat selbst erst im April 2017 den Kabinenspezialisten B/E Aerospace für sechs Milliarden US-Dollar übernommen. "Die Konsolidierung bei den Flugzeugzulieferern bereitet insbesondere den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing Sorge. Die zunehmende Verhandlungsmacht der Lieferanten wird sich auch auf die Airlines auswirken", sagt Michael Hellwig, Wissenschaftler in der ZEW- Forschungsgruppe "Wettbewerb und Regulierung".

Bei den Transaktionsvolumina zeigt sich kein einheitliches Bild. Aufgrund geheim gehaltener Kaufpreise liegen nicht für alle Transaktionen Daten zum Volumen vor. Im Durchschnitt hatten die Transaktionen mit bekanntem Volumen der vergangenen 17 Jahre einen Wert von 150 Millionen Euro. Dies steht in einem starken Kontrast zu den Transaktionswerten am oberen Ende. Mindestens 24 der mehr als 1.500 M&As seit dem Jahr 2000 hatten einen Wert von mehr als einer Milliarde Euro. Die beiden größten Transaktionen mit bekanntem Kaufpreis waren die Übernahme von Trans World Airlines durch American Airlines für 4,7 Milliarden Euro 2001 und der Kauf von Virgin America durch Alaska Air für 3,8 Milliarden Euro 2016. Die größten M&As mit Beteiligung deutscher Airlines waren im Jahr 2006 die Übernahme von Thomas Cook durch KarstadtQuelle (800 Millionen Euro) und der Kauf von LTU durch Air Berlin 2007 (340 Millionen Euro).

Über Bureau van Dijk:

Bureau van Dijk ist ein weltweit führender Anbieter elektronischer Unternehmensdaten und verfügt über hochwertige Unternehmens-, Finanz- und Beteiligungsdaten zu 250 Millionen Firmen weltweit. Spezialisten aus den Bereichen M&A, Finanzen, Verrechnungspreise, Marketing, Compliance, Einkauf und Kreditrisiko vertrauen seit Jahren auf Lösungen von Bureau van Dijk. Insbesondere die Darstellung detaillierter Beteiligungsverhältnisse inklusive Ermittlung des Wirtschaftlich Berechtigten ist eine Kernkompetenz. Mit über 800 Mitarbeitern, davon ein Drittel in den Bereichen Software Engineering, Produktentwicklung und Analyse, ist Bureau van Dijk weltweit in 33 Ländern für seine Kunden vor Ort. Über 10.000 Kunden nutzen unsere Datenbanken – über 90 Prozent aller regulierten Marktteilnehmer, Steuer- und Finanzbehörden, Universitäten ebenso wie Industrieunternehmen und Dienstleister. Bureau van Dijk ist ein Tochterunternehmen von Moody’s Analytics. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bvdinfo.com.

Zephyr ist die weltweit größte M&A-Datenbank mit über Kennzahlen und Informationen zu 1,6 Millionen Deals und Gerüchten. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.bvdinfo.com/de-de/our-products/economic-and-m-a/m-a-data/zephyr

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW:
Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Digitale Ökonomie; Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik; Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Internationale Verteilungsanalysen; Marktdesign; Wettbewerb und Regulierung.

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