Mittwoch, 21. Februar 2018


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"Die Katalonien-Krise wirft Schatten auf eine mögliche europäische Fiskalunion"

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Unabhängigkeit Kataloniens

Mannheim, (lifePR) - Nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens stehen sich Gegner und Befürworter einer Sezession unversöhnlich gegenüber. Spanien durchlebt mit dem chaotischen Konflikt um das Referendum eine schwere
Belastungsprobe. Mit Blick auf die Zukunft einer möglichen europäischen Fiskalunion erklärt ZEW-Forschungsbereichsleiter Prof. Dr. Friedrich Heinemann dazu:

"Eine als zu weitgehend empfundene finanzielle Belastung und eine geringe budgetäre Autonomie der Region hat die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens in den vergangenen Jahren beflügelt. Diese Erfahrung ist für Europa von entscheidender Tragweite. Denn für die Europäische Union und die Eurozone werden derzeit ambitionierte Reformen der Finanzverfassung in Richtung einer stärkeren Zentralisierung hin zu einer möglichen 'europäischen Fiskalunion' diskutiert. Die Katalonien-Krise macht die Gefahr deutlich, dass solche Weichenstellungen in Europa künftig – wie in Spanien heute – den Austritt aus dem Föderalsystem attraktiv erscheinen lassen.

Denn kommt es zu länger anhaltenden einseitigen Belastungen von Mitgliedstaaten, begünstigt dies dort Austrittsbewegungen. Zudem ist eine europäische Zentralisierung von Staatsschulden ein Risikofaktor für den potenziellen künftigen Austritt von Mitgliedstaaten, weil sich daraus unklare Haftungsregeln und somit Risiken von neuen Schuldenkrisen ergeben Wie das Beispiel Spaniens zeigt, können die Urteile zentraler
Verfassungsgerichte kaum die fehlende Akzeptanz für weitgehende Umverteilungssysteme ersetzen. Finanzielle Solidarität zwischen den Staaten Europas hat keine Zukunft, wenn sie nicht durch eine breite Zustimmung der Menschen in den belasteten Staaten getragen wird.“

Der ausführliche Kommentar zum Thema Katalonien-Krise und Zukunft der europäischen Fiskalunion findet sich unter: www.zew.de/PM5481

 

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW:

Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Digitale Ökonomie; Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik; Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Internationale Verteilungsanalysen; Marktdesign; Wettbewerb und Regulierung.

www.zew.de / www.zew.eu

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