Donnerstag, 21. Juni 2018


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"Die EZB-Anleihekäufe sind zu umfangreich und dauern zu lange"

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zum EZB-Zinsentscheid

Mannheim, (lifePR) - Erwartungsgemäß hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Fortsetzung ihres Wertpapierkaufprogramms über das Jahresende hinaus beschlossen. Bis Dezember dieses Jahres wird sie Anleihen im Umfang von 60 Milliarden Euro und von Januar 2018 bis mindestens September 2018 im Umfang von 30 Milliarden Euro pro Monat kaufen. ZEW-Forschungsbereichsleiter Prof. Dr. Friedrich Heinemann erklärt dazu:

"Die Verringerung der Anleihekäufe war angesichts der kräftigen Erholung der Eurozone überfällig. Die Drosselung ist aber zu gering ausgefallen. Die EZB kauft zu viel und zu lange. Besonders die für 2018 angekündigten Ankäufe von Staatsanleihen im Umfang von weiteren 225 Milliarden Euro sind problematisch.

2018 wird damit das vierte Jahr in Folge, in dem die EZB dem Markt für Euro-Staatsanleihen mehr Kapital zuführt, als alle Euro-Staaten zusammen über ihre Haushaltsdefizite in Anspruch nehmen. Außerdem verschärft sich mit jedem Monat das Problem, dass die EZB nur noch bei den hoch verschuldeten Euro-Staaten ausreichende Volumina für ihre Ankäufe findet. Daher dürften die Anteile von Italien, Frankreich und Spanien an den EZB-Anleihebeständen weiter wachsen. All das liefert den Kritikern Munition, die der EZB vorwerfen, unter dem Deckmantel der Geldpolitik monetäre
Haushaltsfinanzierung zu betreiben."

Eine ausführliche Analyse zur Bedeutung der EZB-Anleihekäufe für die Schuldenfinanzierung der Euro-Staaten findet sich zum Download unter: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/PSPP_Analyse_Heinemann_2017.pdf

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

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