Montag, 29. Mai 2017


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1.500 "Hidden Champions" in Deutschland: Das Erfolgsgeheimnis der heimlichen Weltmarktführer

(lifePR) (Mannheim, ) Rund 1.500 "Hidden Champions" gibt es in Deutschland. Neben den großen Konzernen werden sie oft nicht wahrgenommen. Doch diese heimlichen Weltmarktführer sind eine zentrale Säule der deutschen Wirtschaft. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs: Hidden Champions haben eine weitaus höhere Innovationsorientierung als ihre Konkurrenz, wie eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf Basis des Mannheimer Innovationspanels (MIP) zeigt.

Als Hidden Champions definiert die ZEW-Studie Unternehmen mit weniger als 10.000 Beschäftigten, die den überwiegenden Teil ihres Absatzes im Ausland erwirtschaften, einen Weltmarktanteil zwischen einem und zehn Prozent halten - abhängig von der jeweiligen Größe des Absatzmarktes - und ein überdurchschnittlich starkes Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent über dem Branchendurchschnitt in den vorangegangenen fünf Jahren aufweisen.

Die Untersuchung zeigt dass, die gute Marktposition der Hidden Champions dabei auf ihre starke Innovationsorientierung zurückzuführen ist. "Über 80 Prozent der Hidden Champions haben in den zurückliegenden drei Jahren Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt. Das sind zehn Prozent mehr als bei vergleichbaren Unternehmen ihrer Größe. Gleichzeitig sind die Hidden Champions bei ihren Innovationsprozessen effizienter", sagt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Forschungsbereichsleiter am ZEW und Mitautor der Studie. Bei ähnlich hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben erzielen Hidden Champions höhere Umsatzerträge durch Innovationen.

Das geht einher mit einer stärkeren Fokussierung auf kontinuierliche Forschung und der häufigeren Vergabe von Forschungs- und Entwicklungsaufträgen an Dritte.

Die Auswertung der Daten des MIP im Rahmen der ZEW-Studie zeigt, dass der Erfolg der Hidden Champions vor allem auf ihr Innovationsmanagement zurückzuführen ist, das Markt und Technologie in hervorragender Weise zusammenführt. So haben 60 Prozent der Unternehmen Marketing- oder Organisationsinnovationen eingeführt. Die wichtigsten Impulse für Innovationen kommen dabei aus dem eigenen Haus. Als weitere Innovationstreiber identifiziert die ZEW-Studie anspruchsvolle Kunden aus der Privatwirtschaft sowie Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen, die rund 60 Prozent der Hidden Champions im Zuge von Innovationsprojekten eingehen.

In welchen Branchen aber finden sich Hidden Champions? Die ZEW-Studie zeigt, dass sie zu 86 Prozent in industriellen Sektoren und zu 14 Prozent in Dienstleistungsbranchen aktiv sind. Fast ein Viertel von ihnen ist im Maschinenbau tätig, gefolgt von der Elektronikindustrie

(10,5 Prozent). Auf die Medizintechnik, Metallwarenherstellung, Chemie, Metallerzeugung und die Kunststoffverarbeitung entfallen jeweils zwischen fünf und sechs Prozent. Als Dienstleister kommen Hidden Champions im Bereich der Informationsdienstleistungen und Softwareentwicklung, als Dienstleister für Forschung und Entwicklung zu jeweils rund fünf Prozent sowie als Ingenieurbüros zu zwei Prozent vor. Den höchsten Anteil an Hidden Champions unter allen Unternehmen einer Branche weist die Pharmaindustrie mit sieben Prozent auf. Die rund 1.500 Hidden Champions in Deutschland entsprechen in etwa 0,6 Prozent aller Betriebe mit fünf oder mehr Beschäftigten in der Industrie und den unternehmensorientierten Dienstleistungen.

Die vollständige Studie finden Sie unter:
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/docus/dokumentation1503.pdf

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW:

Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Informations- und Kommunikationstechnologien; Wettbewerb und Regulierung; Internationale Verteilungsanalysen.

www.zew.de / www.zew.eu

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