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Pressemitteilung BoxID: 348091 (Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG))
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ZINEG: 80% Energieeinsparung bei Pelargonien im Niedrigenergiegewächshaus

Konsumenten sahen in großen Pflanzen mit niedrigstem Heizenergieverbrauch beste Qualität

(lifePR) (Bonn, ) ZINEG) Erste Untersuchungsergebnisse zu einer Frühjahrskultur im Niedrigenergiegewächshaus in Hannover-Ahlem zeigen, dass sich durch innovative Technik und systemangepasste Temperaturregelstrategien erhebliche Energieeinsparungen von bis zu 80 % bei guter Pflanzenqualität realisieren lassen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts ZINEG (Zukunftsinitiative Niedrigenergiegewächshaus) wurden in dem 960 qm großen Versuchsgewächshaus im Frühjahr 2011 (KW 9 bis 17) Pelargonien kultiviert. Dabei wurden erstmalig grundlegende Daten zur Wärmeisolierung der Gewächshaushülle, des Wärmebedarfs und der Speicherung von solarer Überschusswärme für das Frühjahr erarbeitet. Die Speicherung von Solarwärme erfolgt in dem überwiegend geschlossen betriebenen Gewächshaus durch Wärmetauscher, -pumpe und Wasserspeichertanks. Durch die Untersuchung von verschiedenen Temperaturstrategien konnten die Temperaturober- und -untergrenzen für die Kultur von Pelargonien erfasst werden, bei denen weder Wachstums- noch Qualitätsverluste auftreten.

Zum Ende der Kultur wurde eine Standardkultur in einem konventionellen Gewächshaus bezüglich Pflanzenqualität und Energieverbrauch mit zwei Kulturvarianten im Niedrigenergiegewächshaus verglichen. In der Sparvariante wurde eine weite Spreizung von Heiz- und Lüftungssollwert zugelassen (Tab. 1) und keine Solarwärme gespeichert. Bei der Variante mit Wärmerückgewinnung wurde ab einer Temperatur von 20 °C die überschüssige Solar-wärme gespeichert. Dadurch war in dieser Variante die Spreizung zwischen Heiz- und Lüftungssollwert deutlich kleiner.

Bei allen Temperaturvarianten waren die Tagesmitteltemperatur (Tab. 1) und die Kulturdauer der untersuchten Pelargonium zonale Sorten ('Red Fox Robina®', 'TOSCANA Sil Herma' und 'sel®Moonlight®Paprika') vergleichbar. Allerdings gab es deutliche Unterschiede in der Pflanzenqualität. Die Sparvariante mit starker Temperaturspreizung und hohen Tagtemperaturen führte zu großen, locker aufgebauten Pflanzen mit gestreckten Trieben (Abb. 1). Der Heizenergieverbrauch der Sparvariante betrug für die gesamte Kulturdauer 7,0 kWh/m2. Immer noch kompakt, aber etwas größer als die Pflanzen aus der Standardkultur, waren die Pelargonien aus der Variante mit Wärmerückgewinnung und einem Energieverbrauch von 12,8 kWh/m2. Im Vergleich zur Pelargonienkultur im Standardgewächshaus mit 39,1 kWh/m2 konnte im Niedrigenergiegewächshaus in Abhängigkeit von der Temperaturstrategie 67% bzw. 82% an Heizenergie eingespart werden.

Die Energieeinsparung, die in dem Niedrigenergiegewächshaus im Vergleich zu einem konventionellen Gewächshaus erzielt werden kann, setzt sich aus verschiedenen Einsparungseffekten zusammen. Zum einen aus dem verringerten Wärmebedarf, der aus der sehr guten Isolierung der Gewächshaushülle hervorgeht. Zum anderen aus dem eingesparten Anteil an fossiler Energie, der durch gespeicherte, regenerative Solarenergie ersetzt wurde. Letztgenannter betrug bei der Pelargonienkultur im Frühjahr 2011 rund 50 % inklusive dem Primärenergieverbrauch, der für die Gewinnung der regenerativen Energie aufgewendet wurde (Strom für Wärmetauscher, Wärmepumpe etc.).

Welche der erzielten Pflanzenqualität am besten ist, liegt im Auge des Betrachters. Eine zum Ende der Pelargonienkultur durchgeführte Befragung von 120 Produzenten und Konsumenten zeigte, dass die befragten Produzenten die kleinen, kompakten Pelargonien aus der Standardproduktion bevorzugten (Abb. 1). Die Konsumenten sahen dagegen in den großen Pelargonien mit dem niedrigsten Heizenergieverbrauch die beste Qualität. Der Absatzmarkt spielt bei der Qualitätsbeurteilung von Pflanzen daher auch eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen zum Forschungsverbund ZINEG finden Sie im Internet unter www.zineg.de. Darüber hinaus steht Ihnen das KTBL auch für direkte Fragen zum ZINEG-Forschungsverbund zur Verfügung. Fragen zur beschriebenen Untersuchung beantwortet Ihnen auch Melanie Horscht (melanie.horscht@lwk-niedersachsen.de) von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Hannover-Ahlem.

Hinweis für die Redaktion: Druckfähige Bilder und Logos können Sie bei Dr. Wolfgang Graf (E-Mail: w.graf@ktbl.de, Tel.: + 49 6151 7001 160) anfordern.

Bildunterschrift/Download:

Diese Tabelle veranschaulicht die Untersuchungsergebnisse zu Pelargonien im Niedrigenergiegewächshaus. Grafik: ZINEG www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/zineg_pd36_2012.jpg