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Pressemitteilung BoxID: 348078 (Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG))
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41. Steuerkolloquium 2012 in Bonn

Teilnehmer informieren sich und diskutieren aktuelle Steuerfragen

(lifePR) (Bonn, ) (ZVG) Das 41. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau, das am Dienstag, 11. September, in Bonn gemeinsam vom Zentralverband Gartenbau (ZVG) und dem HLBS - Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen veranstaltet wurde, verzeichnete in diesem Jahr erneut mit mehr als 180 Teilnehmern einen Besucherrekord. Unter der Leitung von Michael Speth, Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Recht und Steuern des ZVG, und Dipl.-Finanzwirt, Steuerberater Ernst Gossert, Vorsitzender des Steuerausschusses des HLBS, wurde ein breites Spektrum an Themen erörtert.

Den Auftakt machte Rechtsanwalt und Steuerberater Simon Beyme vom Deutschen Bauernverband (DBV) in Berlin, der einen Überblick über aktuelle steuergesetzliche Änderungen gab und dabei ein besonderes Augenmerk auf das Jahressteuergesetz 2013 und das Verkehrsteueränderungsgesetz legte. Dabei wies er auch darauf hin, zu welchen Punkten die Verbände schon Stellung bezogen haben und noch die Notwendigkeit von Veränderungen sehen. Ganz aktuell gab er auch noch einen ersten Überblick über angedachte Änderungen bei der steuerlichen Berücksichtigung von Reisekosten und geplanten Verbesserungen bei der Unternehmensbe-steuerung. Gerade bei den angedachten Verbesserungen der Unternehmensbesteuerung sei allerdings festzustellen, dass die Erleichterungen eher den großen Betrieben zugute kämen und bisher keine Verbesserungen festzustellen seien, die für kleinere mittelständische Betriebe Entlastungen brächten.

Intensiv setzte sich Rechtsanwalt und Steuerberater Ralf Stephany von der PARTA in Bonn mit Zweifelsfragen zur ertragsteuerlichen Abgrenzung zwischen Landwirtschaft und Gewerbe bei Mitunternehmerschaften auseinander, die sich aufgrund der neuen Abgrenzungskriterien ergeben könnten. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf die Frage, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen gewerbliche Einkünfte bei faktischen Ehegatten-Gesellschaften, die einen landwirtschaftlichen Betrieb leiten, dazu führen, dass der gesamte landwirtschaftliche Betrieb gewerblich werde. Dabei arbeitete er heraus, dass es sich bei der faktischen Ehegatten-Gesellschaft in der Land- und Forstwirtschaft - und damit auch bei Gartenbaubetrieben mit landwirtschaftlichen Einkünften - um eine spezifische Mitunternehmerschaft bezogen auf die Einkunftsart "landwirtschaftliche Einkünfte" handele und daher nach seiner Auffassung in einem solchen Fall es nicht zu einer Abfärbung eventueller gewerblicher Einkünfte komme.

Auf weitere Veränderungen, auf die sich eine Reihe von Gartenbaubetrieben einstellen müssten, ging Dipl.-Ing. agr. Benjamin Scherm, bbv-Computerdienst GmbH, München, unter der Fragestellung "Die Unmöglichkeit der E-Bilanz für Gartenbaubetriebe?" ein. Er zeigte im Rahmen seines Vortrags den Stand der Entwicklung auf und machte dabei deutlich, dass sich Steuerberater und Betriebe auf die Veränderungen einstellen müssten. Dabei werde man sich auch die Frage stellen müssen, ob sich die Buchführung in Zukunft eher an der Kerntaxonomie ausrichte oder an der speziellen Branchentaxonomie Land- und Forstwirtschaft. In der Diskussion wurde deutlich, dass von Seiten der Steuerberater praktische Probleme für die Gartenbaubetriebe gesehen werden, da es geplant sei, die Branchentaxonomie für Land- und Forstwirtschaft an dem Rahmen zu orientieren, der bisher für das BMELV-Testbetriebsnetz gelte. Dieser sei für Gartenbaubetriebe, die neben der Produktion oft auch Dienstleistungen ausführten, nicht vollständig geeignet und im Rahmen der Kerntaxonomie fehle es dann an spezifischen Möglichkeiten, z. B. Gewächshäuser anzugeben. Diese müssten dann als "Gebäude" bilanziert werden. Ob hier noch Verbesserungen erzielt werden können, ließe sich erst nach der Sitzung der Branchenarbeitsgruppe Land- und Forstwirtschaft sagen, die im Oktober 2012 tagen soll.

Die bewertungsrechtliche Beurteilung eines Gartenbaubetriebs mit Blick auf "steuerschädliche" Verwendungen in der Erbschaftsteuer war das Thema des letzten Vortrags am Vormittag von Dipl.-Finanzwirtin Andrea Köcher vom HLBS in St. Augustin. Sie erläuterte die Rechtslage auch mit Blick auf die Erbschaftsteuer-Richtlinien und zeigte nochmals dezidiert auf, worauf zu achten ist, um Nachversteuerungen zu vermeiden. Dabei setzte sie sich auch kritisch mit der Auffassung der Finanzverwaltung auseinander, dass eine Reinvestition von veräußertem Betriebsvermögen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs immer in das Betriebsvermögen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs investiert werden müsse, was insbesondere bei Betrieben im Strukturwandel im Rahmen der Behaltefristen dann zu Schwierigkeiten führen würde, wenn aus dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb alleine aus diesen Gründen ein Gewerbebetrieb werde.

Ganz im Zeichen des Umsatzsteuerrechts stand dann der Nachmittag der Veranstaltung. Den Auftakt machte hier Dipl.-Finanzwirt und Steuerberater Thomas Schuhmann, bbv-Beratungsdienst GmbH, München, der sich kritisch mit der Rechtsauffassung der Finanzverwaltung zur Besteuerung der Wärmeabgabe von Blockheizkraftwerken auseinandersetzte, soweit diese Wärme an nahe Angehörige abgegeben oder im eigenen Betrieb verbraucht wird. Dabei stellte er einerseits dar, dass es nach seiner Auffassung sehr wohl einen Marktpreis für die abgegebene Wärme gebe, der deutlich unterhalb der Sätze liege, die sich als Mindestbemessungsgrundlage nach Auffassung der Finanzverwaltung ergebe, so dass die Mindestbemessungsgrundlage schon dem Grunde nach nicht anzuwenden sei. Andererseits führte er aus, dass aufgrund von Berechnungen des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) deutlich werde, dass die Selbstkosten für die Erzeugung von Wärme deutlich unter dem Satz lägen, der sich aufgrund der Berechnungsmethode der Finanzverwaltung ergebe. Hier sei dringend Nach-besserungsbedarf erforderlich.

Ein Thema, mit dem sich insbesondere Gartenbaubetriebe beschäftigen müssen, die Waren umsatzsteuerfrei in andere EU-Staaten liefern wollen, griff Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Ulrich Grünwald, Flick Gocke Schaumburg Partnerschaft, Bonn, auf. In seinem Vortrag mit dem Thema "Anforderungen an umsatzsteuerfreie Lieferungen im Binnenmarkt durch eine Gelangensbestätigung: auch für Gartenbaubetriebe ein neues bürokratisches Hindernis?", zeigte er den aktuellen Sachstand der Rechtslage auf und gab einen Ausblick darauf, mit welchen Änderungen, die in der Praxis auch zu deutlichen Vereinfachungen führen sollen, noch im Rahmen der geplanten Änderung der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung zu rechnen seien. Dabei unterstrich er, dass bis zur endgültigen Neuregelung, die voraussichtlich erst im April 2013 in Kraft treten werde, die bisherigen Rechtsvorschriften aufgrund einer Nichtbeanstandungsregelung noch angewendet werden könnten.

Im letzten Vortrag des Nachmittags setze sich Rechtsanwalt Franz Lübbehüsen vom HLBS in Sankt Augustin kritisch mit der Rechtsauffassung der Finanzverwaltung zur Umsatzbesteuerung der Vermietung von Räumlichkeiten auf dem Betrieb an Saisonarbeitskräfte auseinander. Er stellte dabei heraus, dass es sich nach der Rechtsauffassung des HLBS bei der Überlassung von Räumen an Saisonarbeitskräfte nicht um eine kurzfristige Beherbergung von Fremden handele, die der Umsatzsteuer unterläge. Vielmehr seien Arbeitnehmer keine Fremde und eine entgeltliche Überlassung von Wohnraum während der Dauer des Arbeitsvertrags sei nach der Rechtsauffassung des HLBS umsatzsteuerfrei.

In seinem Schlusswort verabschiedete sich der Vorsitzende des Arbeitsausschusses für Recht und Steuern des ZVG von den Teilnehmern, da er das Amt nicht mehr weiter ausüben werde. Seine Amtsperiode ende und er trete nicht mehr zur Wahl an. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und hoffe, dass die Veranstaltung auch weiterhin so erfolgreich bleibe.

Sicher ist schon, dass auch im Jahr 2013 ZVG und HLBS wieder ein Steuerkolloquium in Bonn durchführen. Interessenten sollten sich schon jetzt den Termin 10. September 2013 in der Stadthalle in Bonn-Bad Godesberg vormerken.

Bildunterschriften/Downloads:

Das 41. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau verzeichnete in diesem Jahr erneut mit mehr als 180 Teilnehmern einen Besucherrekord. Foto: ZVG/Gentzen www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/steuerkollo1_pd36_2012.jpg

Experten für Recht und Steuern auf dem Podium des 41. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau (von links): Hans-Josef Hartmann, Rechtsanwalt und Geschäftsführer HLBS, Steuerberater Ernst Gossert, Michael Speth, Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Recht und Steuern des ZVG, sowie Romana Hoffmann, Rechtsanwältin und Juristin des ZVG. Foto: ZVG/Gentzen www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/steuerkollo2_pd36_2012.jpg

Memorandum zum 1. Symposium Zierpflanzenzüchtung verabschiedet

Forschung und Entwicklung stehen im Mittelpunkt

(BVZ) Am 15./16.11.2011 veranstaltete das Julius Kühn-Institut (JKI) gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), dem Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) und der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP) am Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst (ZGO-Q) des JKI in Quedlinburg das 1. Symposium Zierpflanzenzüchtung. Im Mittelpunkt standen Inhalte zur Forschung und Entwicklung rund um die Zierpflanzenzüchtung.

Zu den Ergebnissen beziehen die Veranstalter in einem eigens verabschiedeten Memorandum Stellung, das wir diesem Pressedienst in vollständigem Original-Wortlaut anhängen.

Nachhaltigkeit und der CO2-Fußabdruck

Fachtagung zeigt Möglichkeiten für den Unterglasgartenbau auf

(ZVG) "Energieeffizienz ist das Thema der Zukunft. Mit dem 1. Klimaschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen unternehmen wir den Versuch, jenseits von Legislaturperioden Klimaschutz zum Leitgesetz zu machen. Ein Gemeinschaftswerk, das offen diskutiert und nicht hinter verschlossenen Türen mit Energieversorgern verhandelt werden soll", so Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Fachtagung Energieeffizienz, die am Donnerstag, 6. September, in Venlo, Niederlande, durchgeführt wurde.

Für den Zentralverband Gartenbau (ZVG) betonte stellvertretend Georg Hanka, Kempen, dass alle Aspekte der Nachhaltigkeit zusammengefasst werden müssten, um auf einen Nen-ner zu kommen. "Wir sitzen alle in einem Boot", so Hanka. "Letztendlich geht es um Vertrauen. Vertrauen der Gesellschaft in unsere Produkte, für die wir alle gemeinsam in der Verantwortung stehen."

Die Fachtagung im NRW-Pavillon auf der Floriade wurde im Rahmen des Projektes "Effizienter Energieeinsatz im Gartenbau" vom ZVG zusammen mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt und spannte einen inhaltlichen Bogen von den Grundlagen des CO2-Fußabdrucks, über Möglichkeiten der Bilanzierung, der Ausstoßminimierung bis zu den rechtlichen Aspekten in der Werbung.

Dr. Michael Blanke, Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn, informierte die Teilnehmer der Tagung zum Einstieg über die Grundlagen von den Food Miles zum Carbon Footprint und der Entwicklung zum Carbon-Footprint-Standard Gartenbau PAS 2050-1 (April 2012) hort, der jetzt als weltweiter Standard für den Gartenbau betrachtet wird. Eindrucksvoll dokumentierte er den Weg und die Perspektiven, die sich da-aus für den Gartenbau ableiten lassen.

Aufbauend auf den Ausführungen zu PAS 2050-1 dokumentierte Jasper Scholten, Blonk Milieu Advies, aus Gouda, NL, den Carbon-Footprint in sieben Schritten und präsentierte das neue niederländische Webtool www.tuinbouw.nl/artikel/co2-footprint-berekenen für Produzenten und Handelsfirmen mit der Möglichkeit, eigene CO2-Footprints zu erstellen. Modellhaft liegen bislang Berechnungen für etwa 100 gartenbauliche Produkte vor. Für Scholten kann der CO2-Fußabdruck für interne Hot-Spot-Analysen und internes Risikomanagement genutzt werden, in der externen Kommunikation zum Einsatz kommen und Entscheidungen im Prozessablauf unterstützen.

Von ersten Erfahrungen zur CO2-Ausstoßminimierung und der Nutzung als Marke-tinginstrument berichtete Rupert Fey, beyond flora, Bargfeld-Stegen, für PlusPlants, einem Zusammenschluss von sieben Gartenbauproduzenten. Konzept der Gruppe ist der Aufbau einer Top-Marke für Qualitätstopfpflanzen aus deutscher, nachhaltiger Produktion von Gärt-nern, die ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen Produktion abgeben. Das Bemühen, den CO2-Ausstoß zu minimieren, ist dabei ein Baustein der Initiative zur Förderung der Nachhaltigkeit, die erst vor knapp einem Jahr startete.

Die rechtlichen Aspekte der Werbung mit Carbon-Footprint-Labeln werden schnell vergessen, wenn man mit Enthusiasmus erreichte Ziele kommunizieren möchte. Professor Dr. Gerhard Roller von der Fachhochschule Bingen brachte Licht in den Dschungel zur Rechtsprechung bei umweltbezogener Werbung. Wesentliche rechtliche Grundlage ist das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), das sowohl das Recht der Mitbewerber wie auch der Verbraucher im Focus hat. Wichtig ist dabei, möglichst konkret zu sein, nicht verallgemeinernd, methodisch belastbar und in Gänze wahr zu texten.

Der CO2-Fußabdruck kann nur ein Baustein einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie sein und sollte nicht isoliert betrachtet werden, so der einhellige Tenor aller Referenten der Fachtagung.

Dr. Christian Geßner, Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten-Herdecke, erläuterte in seinem Schlussvortrag Studienergebnisse und Untersuchungen zu Nachhaltigkeitsstrategien insbesondere im Foodbereich und den Prozess in der Unternehmensentwicklung zur Nachhaltigkeit. Dabei stehe am Anfang die Standortbestimmung, dann komme das Handeln und Messen (Benchmarking) und am Ende der Kette die Kommunikation. Für Geßner ist es wichtig, alle relevanten Anspruchsgruppen von vorn herein einzubeziehen, insbesondere die Mitarbeiter. Alle Unternehmensebenen sollten in Sachen Nachhaltigkeit qualifiziert und befähigt werden. Als Ziel der Strategie dürfe weniger eine kurzfristige Gewinnmaximierung stehen, so Geßner, als der Weg hin zu einer mittel- und langfristigen "gesunden" Rendite.

Die Fachvorträge der Veranstaltung stehen zum Abruf zur Verfügung im Energieportal (www.energieportal-hortigate.de), das aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit Unterstützung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) finanziert wird.

Kontakt: Gabriele Harring, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Telefon: 0228 81002-60, Fax:0228 81002-48, Email: zvg.harring@g-net.de, Internet: www.energieportal-hortigate.de

Bildunterschriften/Downloads:

Jasper Scholten, Blonk Milieu Advies, aus Gouda, Niederlande, stellt sich den Fragen der Teilnehmer im Anschluss an seinen Vortrag. Foto: ZVG/Harring www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/energie1_pd36_2012.JPG

Dr. Christian Geßner, ZNU, mit Martin Hannen vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW in der Diskussion mit dem Publikum. Foto: ZVG/Harring www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/energie2_pd36_2012.JPG

Zukunftsweisende Themen im Spargelanbau angepackt

Arbeitskreis Spargel der Fachgruppe Gemüsebau tagte in Geisenheim

(ZVG) Die 70. Sitzung des Arbeitskreises Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau fand unter der Leitung des Vorsitzenden Joachim Ziegler aus Neustadt vom 11. bis 12. September in der Forschungsanstalt Geisenheim statt. Hausherr Professor Dr. Hans-Reiner Schultz hieß die 27 Spargelspezialberater aus dem gesamten Bundesgebiet herzlich willkommen und stellte heraus, dass die Forschungsanstalt Geisenheim in Kürze zu einer Hochschule neuen Typs werden wird.

Der Gartenbaureferent des Landes Hessen, Helmut Eigemann, unterstrich die traditionelle Bedeutung des Gemüse- und Spargelanbaus im hessischen Ried. Die hessische Ministerpräsidentin Lucia Puttrich unterstütze Projekte zur regionalen Vermarktung, Grundwasser- und Umweltentlastung.

In Hessen ist mit 2.200 Hektar der Spargel die bedeutendste Gemüsekultur. 213 Betriebe mit einer durchschnittlichen Anbaufläche von zwölf Hektar erwirtschafteten 2012 rund sechs Tonnen Ertrag je Hektar. Das liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt und spricht für den guten Standort Hessen. 60 % des Spargels wird direkt vermarktet. Der Anteil von Grünspargel beträgt etwa fünf Prozent. Die Betriebe nutzen zur Qualitätssicherung in der Regel QS-GAP in Verbindung mit dem Label "Gutes aus Hessen", betonte Stefan Nauheimer vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH).

Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren wurde das Dormanzverhalten von Spargelsorten untersucht. Ist der Kältereiz in der Dormanzphase (Kältephase) unzureichend, so kommt es zu einem verzögerten Austrieb der Spargelpflanze im Frühjahr. Eine ausreichende Kälteperiode im Winter ist für die Spargelerzeuger durchaus erwünscht.

Eine bundesweite Erhebung wurde von der Forschungsanstalt Geisenheim im vergangenen Jahr durchgeführt. Die Spargelbetriebe wurden zur Bewässerungspraxis und zur Sortenwahl befragt. Eines der Ergebnisse war, dass größere Betriebe überdurchschnittlich häufig bewässern, und dass weiterer Forschungsbedarf hinsichtlich Präzisierung des Bewässerungszeitpunktes und hinsichtlich der Wassermenge besteht. Ziel der Forschung ist es, dass die Pflanzen direkt den Wasserbedarf angeben, betonte Professor Dr. Jana Zinkernagel.

Verbräunungen von Spargelstangen entstehen meistens nach einer vorausgegangenen mechanischen Verletzung, die eine Glasigkeit zur Folge haben kann. Die Verbräunungen als Folge daraus treten oft über einen längeren Zeitraum auf. Der Schaden kann erheblich sein. Eine sehr nasse Lagerung im Kühlraum fördert offensichtlich das Phänomen der Glasigkeit. Zu hohe Kühlraumtemperaturen unterstützen offensichtlich den Verbräunungsvorgang, ergaben Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Die aktuellen Versuche zum Spargel in Schifferstadt hatten Fragestellungen zu Anbaumethoden, Pflanzsystemen, Verfrühungen und Neupflanzungen. Danach stehen neue Verfrühungssysteme, die aber noch abschließend getestet werden müssen, in Aussicht, (so z. B. die Dreifachabdeckung mit Fünfziglochfolie)

Der Stand der Notfallzulassung im Gemüsebau war ein wichtiger Informationspunkt. Die Bundesfachgruppe Gemüsebau hat in diesem Jahr sich dafür eingesetzt, Notfallgenehmigungen für bestimmte Indikationslücken zu erreichen. Nicht alle Anträge wurden vom BVL genehmigt. Jedoch konnte in Einzelfällen die allergrößte Not abgewendet werden, so z.B. bei der Verwendung von Afalon für den Feldsalat im Herbstanbau. In 25 Mitgliedsstaaten der EU hat Afalon eine Grundzulassung, in Deutschland nicht.

Wichtig war die Besichtigung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Gartenbauzentrum Geisenheim, Fachgebiet Gemüsebau der Forschungsanstalt Geisenheim. Die Berater konnten sich vor Ort über den aktuellen Stand der Versuchsfragen im Gemüse- und Gartenbau informieren. Besonders Bewässerungsfragen standen im Mittelpunkt. Die Beiträge werden ab 20. September 2012 in www.Hortigate.de eingestellt. Die Besichtigung der beiden Spargelbetriebe Spargelhof Georg Merlau in Darmstadt und Spargelhof Bodo Mönich rundeten die erfolgreiche Tagung ab.

Die 71. Sitzung des AK-Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau ist Mitte September 2013 in Erfurt vorgesehen.

Bildunterschriften/Downloads:

Die Spargelberater waren beeindruckt von dem professionellen Konzept des Anbaus und der Vermarktung auf dem Spargelhof Georg Merlau in Darmstadt. Foto: ZVG/Winkhoff www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/merlau_pd36_2012.jpg
Der Spargel wächst im hessischen Ried auf sandigem Boden sehr gut. Foto: ZVG/Winkhoff
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Heide im skandinavischen Stil

Erfolgreiche Exportförderungsaktion der Azerca in Dänemark

(ZVG/Azerca) Gibt es eine skandinavische Floristik? Zumindest einen entsprechenden Stil, berichten die nordeuropäischen Fachleute. Daher setzte die Azerca bei ihrer Exportförderung in diesem Jahr auf eine Heidefloristik mit der Kopenhagener Floristin Jeanett Christensen, Estilo Blomsterdesign. In Kooperation mit der Gasa Dänemark wurden der gärtnerische Fachhandel und die Floristen zu einer Heideshow vom 11. bis 13. September eingeladen. Die Veranstaltungen in Odense und Aarhus am 11. und 12. September waren mit rund 100 bzw. 160 Teilnehmern gut besucht. In Aalborg werden am 13. September ähnlich viele Interessierte erwartet.

"Heide lässt sich wunderbar verarbeiten", berichtete die Floristin ihren Kollegen. Mit der relativ preiswerten Pflanze kann sich zudem der Fachhandel mit seiner gestalterischen Kompetenz von dem Preisdruck auf dem Pflanzenmarkt abgrenzen. Zu der Preisgestaltung der Werkstücke diskutierte das Publikum intensiv. Die kreative Leistung werde in der eigenen Branche zu niedrig angesetzt, war ein Ergebnis. Im Vergleich der Arbeitszeitkosten würden sich andere Berufe ohnehin besser darstellen. Zu den Themen Hochzeit, Innenraumdekoration, Beerdigung und Grabgestaltung kreierte die Floristin Heidewerkstücke, die teilweise stark an Wohndesign erinnern und damit einen starken Kaufanreiz bieten. Die Werkstücke blieben noch einige Tage für die Kunden der Gasa zur Ansicht stehen.

Die Fotos der Werkstücke werden über den dritten Kooperationspartner, die Fachzeitschrift Blomster, von einem Profifotografen aufgenommen und besonders im skandinavischen Raum verbreitet. Der Chefredakteur Jens Poulsen hatte die drei Verkauf fördernden Präsentationen in Dänemark koordiniert. Die Azerca wird sie für ihre Presseveröffentlichungen nutzen. Der Vermarkter wird seine Internetseite als Informationsplattform über die Veranstalter nutzen.

Gasa Dänemark arrangierte vor der floristischen Präsentation einen anregenden Kollegentreff und einen Verkauf speziell deutscher Ware mit einem sehr hohen Heideanteil. In Gartencentern und auf Wochenmärkten ist Heide in Dänemark stark verbreitet. "Neue Ideen zur Verarbeitung können die Verwendung insgesamt bereichern und zu einem stärkeren Absatz im nördlichen Nachbarland führen", schätzt Hanni Teloy, Vorsitzende des Azerca Werbeauschusses. "Der skandinavische Raum ist anhaltend ein wichtiges Exportland für die Azercaprodukte." So zeigte Jeanett Christensen auch neue Kompositionen und erfüllte die Erwartungen von Seiten der Organisatoren und ihrer dänischen Kollegen.

Bildunterschriften/Downloads:

In Kooperation mit der Gasa Dänemark wurde der gärtnerische Fachhandel und die Floristen zu einer Heideshow eingeladen. Die Veranstaltungen - hier in Odense - waren mit 100 bis 160 Teilnehmern gut besucht. Foto: Azerca www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/azercashow_pd36_2012.JPG

Heide lässt sich wunderbar verarbeiten. Dies wurde in kreativen und außergewöhnlichen Werkstücken auf der Exportförderungsveranstaltung der Azerca in Dänemark sichtbar. Mit der relativ preiswerten Pflanze kann sich zudem der Fachhandel mit seiner gestalterischen Kompetenz von dem Preisdruck auf dem Pflanzenmarkt abgrenzen. Foto: Azerca www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/live_pd36_2012.jpg

Heide aus Deutschland - beliebt in Dänemark und kreativ zu verarbeiten. Foto: Azerca www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/container_pd36_2012.JPG Die Azerca setzte bei ihrer Exportförderung in diesem Jahr auf eine Heidefloristik mit der Kopenhagener Floristin Jeanett Christensen, Estilo Blomsterdesign. Foto:

Azerca www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/jeanett_pd36_2012.jpg www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/jeanett2_pd36_2012.jpg Die Werkstücke blieben noch einige Tage für die Kunden der Gasa zur Ansicht stehen. Foto: Azerca www.g-net.de/content/pressedienst/bilder/werkstueck_pd36_2012.jpg