Bundesregierung beruft Expertenkommission Antiziganismus

(lifePR) ( Heidelberg, )
Am 30. Januar 2019 beruft die Bundesregierung die Mitglieder der im Koalitionsvertrag vereinbarten unabhängigen Expertenkommission Antiziganismus.
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begrüßt die Einrichtung der Expertenkommission Antiziganismus durch den Bundesminister des Innern, Horst Seehofer

Am 30. Januar 2019 beruft die Bundesregierung die Mitglieder der im Koalitionsvertrag vereinbarten unabhängigen Expertenkommission Antiziganismus. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begrüßt die schnelle Berufung durch den Bundesminister des Innern, Horst Seehofer.

Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, erklärte dazu heute : "Antiziganismus ist tiefverwurzelt in der deutschen und der europäischen Gesellschaft. Die Ächtung des Antiziganismus durch die Bundesregierung und durch die Politik muß jetzt durch entsprechende Anstrengungen insbesondere in der politischen Bildung untermauert werden.  Der Zentralrat erwartet daher auch, daß der Deutsche Bundestag sich ausführlich mit der Bekämpfung des Antiziganismus befaßt."

Romani Rose trifft deshalb am gleichen Tag zu einem Spitzengespräch mit dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Ralph Brinkhaus, zusammen.

Der Zentralrat erwartet von der Kommission neben einem Bericht zum Ende der Legislaturperiode konkrete Empfehlungen an die Bundesregierung, um die historische Dimension ebenso aufzuarbeiten wie den gegenwärtigen Antiziganismus zu bekämpfen. Hierzu gehöre vorrangig die Dokumentation antiziganistisch motivierter Straftaten ebenso wie die Beobachtung von Antiziganismus in den Medien und den Auswirkungen bei den Einstellungen in der Bevölkerung.

Romani Rose wies darauf hin, daß nach 1945 die antisemitischen Einstellungen in Deutschland damals so hoch lagen wie heute antiziganistische Einstellungen. Der Antisemitismus wurde jedoch – auch auf Druck der Alliierten – durch eine klare, inzwischen von allen demokratischen Parteien getragene politische Haltung auch gesellschaftlich geächtet. Dagegen zeigen die Untersuchungen der Leipziger Universität aus dem Jahr 2018 wie die der Europäischen Grundrechteagentur, daß die Ablehnung von Sinti und Roma in der Bevölkerung bei nahezu 60 Prozent liege. "Die Aufgabe der Expertenkommission Antiziganismus ist daher von grundsätzlicher Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Stabilität unserer Demokratie", so Rose.
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