Samstag, 21. Oktober 2017


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Schmerzen und Wunden beherrschen

8. Bremer Pflegekongress und 6. Deutscher Wundkongress im Mai in Bremen

Bremen, (lifePR) - "Ich sitze da und fühle mich, als schnitten mich tausend Messer entzwei. Wie dünn meine Haut ist, wie dünn. Durchlöchert auch durch diese permanente Anstrengung, den körperlichen Schmerz, der mich fast nie verlässt". So beschrieb eine Patientin ihre chronischen Schmerzen. 7,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden daran - eine ungeheure Einschränkung der Lebensqualität. Wie sich ihnen und auch den akut Betroffenen helfen lässt, darum dreht sich der 8. Bremer Pflegekongress am Mittwoch und Donnerstag, 9. und 10. Mai 2012, in der Messe Bremen.

Großen Raum widmet der Kongress zum Beispiel dem Erkennen von Schmerz: Pflegende müssen erkennen, wann ein Mensch unter Schmerz leidet und wie sehr. Dies zu erkennen, ist nicht immer einfach, zum Beispiel bei Menschen, die an Demenz leiden. "Demenzkranke können manchmal Schmerzen nicht als solche erkennen, weil sie den Schmerz nicht als Signal ihres Körpers verstehen und benennen können", sagt die Vorsitzende des Pflegekongressbeirats, Professor Dr. Martina Roes von der Hochschule Bremen. "Sie erhalten daher selten Schmerzmittel und Pflegende müssen lernen, Verhaltensäußerungen richtig zu deuten. So können zum Beispiel auch Essensabwehr oder Rückzug auf Schmerzen hindeuten."

Pflegende können verschiedene wissenschaftlich untersuchte Skalen einsetzen, um Schmerzen zu messen. "Zwar gibt es die Analogskala ,Beurteilung von Schmerz bei Demenz'. Sie eignet sich aber nicht für alle Demenzpatienten, eine solche Skala fehlt bislang", so Roes. Ändern will dies die Disziplin Pflege des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Zusammenarbeit mit Medizinern. Sie wollen eine Handlungsleitlinie zur Schmerzerfassung entwickeln, die Empfehlungen für die je nach Schweregrad der Demenz geeignete Skala formuliert. Solche wissenschaftlichen Ergebnisse müssen dann aber auch flächendeckend Eingang in die Praxis finden. Eine neue Sektion der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft analysiert künftig systematisch Wege des Praxistransfers - auch das ein Thema des Kongresses.

Der parallel veranstaltete 6. Deutsche Wundkongress gilt inzwischen als bedeutendstes Forum in Deutschland für Dialog und Information über chronische Wunden. 2012 haben sich die Organisatoren als Schwerpunkt zum Beispiel Wunden vorgenommen, die durch gestörten Abfluss von Lymphflüssigkeit entstehen. Tatort Wunde sind Arbeitssitzungen betitelt, in denen sich die Referenten zum Beispiel unter dem Titel "Warum heilt es nicht?" detektivisch auf die Suche machen oder "Wundburger und Materialschlachten 2012" aufs Korn nehmen. Auch geht es um multiresistente Keime. "Da immer mehr Erreger nicht mehr auf Antibiotika reagieren, sind in der Wundversorgung neue Strategien gefragt", berichtet Veronika Gerber, Vorsitzende der Initiative Chronische Wunden e. V. und Mitorganisatorin des Kongresses.

Mehrere Veranstaltungen beschäftigen sich diesmal auch mit rechtlichen Aspekten der Wundversorgung. Ein Referent geht der Frage nach, was das geänderte Infektionsschutzgesetz bewirkt. Auch die Haftung bei der Wundversorgung kommt unter die Lupe. Pflegende übernehmen zusehends originär ärztliche Aufgaben wie etwa die Entfernung von abgestorbenem Gewebe. Wer tritt ein, wenn Pflegende Schäden verursachen? "Die Haftpflichtversicherung jedenfalls nicht", sagt Veronika Gerber.

Breiten Raum widmen die Organisatoren praktischer Fortbildung. Erstmals bieten sie dabei auch mehrere Veranstaltungen an, die sich speziell an Ärztinnen und Ärzte wenden. In einer interaktiven Sitzung können Teilnehmende (natürlich auch Pflegende) am Mittwoch beim "Wundquiz" ihr Wissen testen: Per TED-Abstimmung bilden sie sich anhand von Fotos eine Meinung etwa zum Zustand einer Wunde und prüfen ihre Kenntnisse dann im Austausch mit der Referentin. Am selben Tag findet zeitversetzt ein mehrstündiger Grundkurs für Ärzte zu chronischen Wunden mit vielen Einzelthemen statt.

Pflege- und Wundkongress sind stetig gewachsen. 2011 zogen sie mehr als 4.000 Interessenten an, die sich in Sitzungen, an den Ständen der 95 Aussteller und in Firmenveranstaltungen informieren konnten. In diesem Jahr haben sich bereits 98 Aussteller angesagt. Das komplette Programm 2012, die Online-Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter www.bremer-pflegekongress.de und www.deutscher-wundkongress.de.

Besucherinnen und Besucher der Kongresse können gegen einen kleinen Aufpreis auf ihr Kongressticket zudem am Donnerstag und Freitag, 10. und 11. Mai 2012, die "Leben und Tod" besuchen. Diese Messe beschäftigt sich mit vielen Aspekten rund um Sterben, Tod und Trauer. Der Vortrag "Wir sind schließlich kein Hospiz!" behandelt am Freitag den Umgang mit Tod und Sterben in Pflegeeinrichtungen. Weitere Informationen unter www.leben-und-tod.de.

WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH

Die Messe Bremen ...

... bietet ein starkes Trio: die Messehallen, das Congress Centrum und die ÖVB Arena. Das Messeareal mit 39.000 Quadratmetern Hallenfläche und 100.000 Quadratmetern Freigelände eröffnet mitten im Zentrum der Freien Hansestadt Bremen vielfältige Möglichkeiten. Von der Fachmesse Fish International über die junge, frische Passion Sports Convention oder die musikalische Jazzahead bis zur traditionellen Verbrauchermesse Hanselife sorgen mehr als 55 Messen und Kongresse im Jahr für rund 330.000 Besucher jährlich in der Großstadt Bremen. Mehr Infos auch unter www.messe-bremen.de

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