Samstag, 27. Mai 2017


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Oscar für "Die Bucht" - Wal- und Delfinschutz-Forum und ProWal fordern Schließung der Delfinarien

(lifePR) (Los Angeles/Hagen-Westf./Radolfzell, ) In über 200 Ländern fieberten in der Sonntag-Nacht die Oscar-Nominierten mit mehr als einer Milliarde Menschen an den TV-Bildschirmen. In der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" wurde "Die Bucht" (The Cove) von Regisseur Louie Psihoyos mit Ric O'Barry ausgezeichnet.

In den 60ern trainierte Ric O'Barry die fünf Delfine für die Fernseh-Serie "Flipper". Er konvertierte zum weltbekanntesten Delfinschützer, nachdem Filmdelfin "Cathy" in seinen Armen gestorben war. O'Barry erkannte, dass er sich an einem folgeschweren Missbrauch der sensiblen Meeressäuger beteiligt hatte. Nach der Serie entstanden weltweit hunderte von Delfinarien, die Millionen von Besuchern anzogen. Der Mythos "Flipper" hält bis heute an.

Regisseur Psihoyos und O'Barry präsentieren mit dem Film "Die Bucht" eine Dokumentation des Grauens. In einer schmalen Bucht des kleinen beschaulichen Fischerörtchen Taiji in Japan findet hinter großen blickdichten Plastikplanen zum Schutz vor unerwünschten Einblicken das weltweit größte Gemetzel an gejagten Delfinen statt. Geräuschvoll mit Metallstangen von über 20 Fischerbooten aus in die Netze getrieben, gibt es kein Entkommen für die Meeressäuger vor den Lanzen und Messern der Delfinmörder. Mehr als 20.000 Delfine werden in japanischen Küstenregionen jedes Jahr abgeschlachtet.

Während der Delfin-Massaker warten schon die Manager der Delfin-Industrie auf einige sorgfältig ausgesuchte Show-Delfine, für die sie über 150.000 US-Dollar pro Stück bezahlen und die den Rest ihres glücklosen Lebens in Delfinarien verbringen werden. Das Töten der übrigen "Fischfresser", wie die japanischen Fischer die Delfine bezeichnen, würde sich nicht mehr lohnen, wenn es keine Delfinarien mehr gäbe - und genau das wollen die Filmemacher mit dem jetzt Oscar-prämierten Film "Die Bucht" erreichen.

Schon seit Jahren setzt sich O'Barry auch in Deutschland zusammen mit den Organisationen "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)" und "Projekt Walschutzaktionen (ProWal)" gegen die Delfinhaltung von noch 17 Delfinen in den Betonbecken der Zoos von Münster, Duisburg und Nürnberg ein. Die Delfine sollen, soweit sie nicht ausgewildert werden können, in offene betreute Lagunen nach Israel oder Florida transferiert werden. Das WDSF und ProWal haben in einem umfangreichen Hintergrundbericht zum Film und zur Delfinarien-Situation dokumentiert, dass es auch in Deutschland schon Delfine aus der japanischen Treibjagd gegeben hat (s.a. http://www.wdsf.eu/die-bucht-the-cove).

In einem Delfinarium (Sealanya) an der türkischen Riviera in Alanya waren erst im letzten Monat vier Delfine aus der japanischen Delfintreibjagd unter mysteriösen Umständen verstorben. Die beiden Meeres-Umweltschutzorganisationen vermuten unhygienische Umstände als Ursache des Delfinsterbens zumal bei der Autopsie in den Lungen und den Organen der Meeressäuger Giftstoffe gefunden wurden, die auf Bakterien schließen lassen.

Aber auch zwei kürzliche Todesfälle von Orca-Wal-Trainern durch Killerwale in der Gefangenschaft im Loro Park auf Teneriffa und im Sea World in Florida rufen die Delfinschützer auf den Plan. Sie fordern die deutschen Reiseveranstalter auf, sämtliche Delfinarien- und Orca-Show-Touren umgehend aus dem Verkauf zu nehmen. Pikanterweise hatte TUI die Aktion "Jahr des Delfins" zum Schutz wildlebender Delfine unterstützt, bietet aber gleichzeitig das Delfinarium in der Türkei und die Orca-Shows als Unterhaltungsausflug an.

"Die Bucht" beschränkt sich auf nur wenige blutrünstige Szenen, damit auch Schulkindern die Dokumentation gezeigt werden kann. O'Barry, sprach bei der Oscar-Verleihung daher von einer "Disney-Version über den Delfinfang". Die Filmbewertung Wiesbaden erteilte bereits das Prädikat "wertvoll" und die FSK beschloss die Freigabe ab 6 Jahren. Schulen können "Die Bucht" als DVD auf ausdrücklichen Wunsch des Ex-Flipper-Trainers über WDSF und ProWal kostenlos als Leihgabe erhalten.

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