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Pressemitteilung BoxID: 683969 (VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.)
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VKE Infodienst - Sonderausgabe ÖKO-Test Dezember 2017 / Parfüm

(lifePR) (Berlin, ) Alle Jahre wieder ... pünktlich zur Vorweihnachtszeit erweckt ÖKO-Test den Eindruck, dass eine Vielzahl von in Kosmetika verwendeten Düften verboten und gesundheitsschädlich seien.

Der Verbraucherschutz ist ein wichtiges Anliegen, das uns alle angeht. Umso wichtiger ist jedoch, Pressepublikationen nicht für eine einseitige, unverhältnismäßige Berichterstattung zu nutzen, die die entsprechenden Fakten für die Verbraucher einseitig dramatisieren, ohne sie gleichzeitig über die tatsächliche Rechtslage und die wirkliche Bewertung der Sicherheit durch die zuständigen wissenschaftlichen Fachgremien zu informieren.

Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass ÖKO-Test in dem Beitrag von „besonders schädlichen Duftstoffen“, von „schädlichen Stoffen“ und „problematischen, bedenklichen Inhaltsstoffen“ spricht und im Gesamtkontext der Industrie unterstellt, ihr sei es egal, dass Duftstoffe bestimmte allergene Risiken aufweisen und es der Industrie nur um Zeitgewinn gehe.

Hier widerspricht sich der Beitrag schon selbst, denn ÖKO-Test muss selbst einräumen, dass der Gesetzgeber die drei Duftstoffe Lyral, Atranol und Chloratranol verboten hat mit Übergangsfristen bis 29. August 2019. Gerade diese verbotenen Duftstoffe seien jedoch in diesem Test kein Thema, da die Hersteller schon gehandelt hätten, obwohl solche Produkte noch bis 2021 verkauft werden dürften. Dies zeigt also, dass die Industrie natürlich ein ureigenes Interesse daran hat, den Verbrauchern gesundheitlich unbedenkliche Kosmetik zu verkaufen und schon weit vor den Gesetzgeber vorgegebenen Übergangsfristen die Produkte bei entsprechender wissenschaftlicher Datenlage anpasst.

Statt diese schnellere als sogar vom Gesetzgeber geforderte Umsetzung durch die Industrie zu würdigen, erweckt ÖKO-Test jedoch den Eindruck, dass die Industrie zahlreiche andere gesundheitsgefährdende Duftstoffe weiterhin einsetzt. Damit erfolgt eine unangemessene Verunsicherung der Verbraucher.

Fakt ist: gemäß Art. 3 der Kosmetikverordnung 1223/2009/EG müssen alle auf dem Markt bereit gestellten kosmetischen Mittel bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung für die menschliche Gesundheit sicher sein.

Gemäß Art. 10 der VO 1223/200/EG muss für jedes kosmetische Mittel eine Sicherheitsbewertung vorliegen. Der Sicherheitsbericht muss alle potentiellen unerwünschten Wirkungen erfassen und einer Bewertung unterziehen.

Würden tatsächlich gesundheitlich bedenkliche kosmetische Erzeugnisse in den Verkehr gebracht werden, besteht von Seiten der Überwachungsbehörden jederzeit die Möglichkeit, die Produkte durch ein Vertriebsverbot mit Sofortvollzug unverzüglich aus dem Markt zu entfernen.

Doch weder der Gesetzgeber noch die den Gesetzgeber beratenden wissenschaftlichen Gremien, wie das für kosmetische Mittel zuständige Gremium SCCNFP teilen die Auffassung von ÖKO-Test und bewerten die eingesetzten Duftstoffe als sicher.

Das Thema von möglicherweise allergieauslösenden Stoffen muss bei Kosmetika, genauso wie bei Lebensmitteln, ernst genommen werden. Die Verbraucher sind dazu sensibilisiert. Auch hier hat der Gesetzgeber sich entschieden, besonders allergene Zutaten zu identifizieren und eine entsprechende Kennzeichnung auf der Umverpackung zu fordern. Die gleiche Lösung hat der Gesetzgeber für kosmetische Erzeugnisse gewählt. Bei bestimmten Stoffen hat die Legislative zudem einen Grenzwert etabliert. Für unterhalb dieser Grenzwerte verwendeten Konzentrationen haben die wissenschaftlichen Beratergremien und der Gesetzgeber festgestellt, dass kein Gesundheitsrisiko besteht.

Wenn somit die auf europäischer Ebene zuständigen wissenschaftlichen Beratergremien nach jahrelangen Beratungen und im Einklang mit den zuständigen Stellen entschieden haben, dass entsprechende Duftstoffe zulässig und gesundheitlich unbedenklich sind, besteht keine Veranlassung dafür, die Verbraucher bezüglich der Verwendung dieser Stoffe zu warnen.

Polyzytische Moschusverbindungen:

ÖKO-Test kritisiert, dass polyzyklische Moschusverbindungen sich im menschlichen Fettgewebe anreichern könnten und „möglicherweise“ die Leber schädigen.

ÖKO-Test verschweigt jedoch den Verbrauchern, dass das unabhängige wissenschaftliche Beratergremium für die Europäische Kommission, das SCCNFP die in der Praxis relevanten Moschusverbindungen HHCB und AHTN als gesundheitlich unbedenklich eingestuft hat.

In der Publikation des SCCNFP heißt es ausdrücklich:

„On review of the information currently available, the SCCNFP is of the opinion that HHCB can be safely used as a fragrance ingredient in cosmetic products without any restriction for its use.”

In einer SCCNFP-Publikation zu AHTN heißt es:

„On review of the information currently available, the SCCNFP is of the opinion that AHTN can be safely used as a fragrance ingredient in cosmetic products, up to a maximum concentration of 12% in the fragrance compound.”

Damit ist sichergestellt, dass die beiden polyzyklischen Moschusverbindungen gerade entgegen der Behauptungen von ÖKO-Test gesundheitlich unbedenklich sind.

UV-Filter

Ferner behauptet ÖKO-Test, dass in fast allen Parfüms UV-Filter stecken, die im Verdacht stehen sollen, wie ein Hormon zu wirken. Die Rede ist ferner von „bedenklichen UV-Filtern“.

Wie immer bei Risikoaspekten, ist die Dosis / Konzentration entscheidend. Üblicherweise werden UV-Filter in Parfüms in niedrigsten Konzentrationen von 0,05 – 0,1% verwendet. Für Sonnenschutzprodukte sind in UV-Filtern sogar in Konzentrationen von bis zu 15% gesetzlich erlaubt.

Für diese Konzentrationen gibt es keinerlei Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko. Auch eine Untersuchung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) hat gezeigt, dass erste hormonelle Wirkungen bei Konzentrationen denkbar wären, die mehr als 200-fach über denen liegen, die etwa mit Sonnenschutzmitteln erreicht werden könnten, die also noch weit höhere Dosierungen aufweisen, als in Parfüms.

Vor diesem Hintergrund ist offensichtlich, dass hier ein Gesundheitsrisiko von ÖKO-Test konstruiert wurde, das bei den üblicherweise eingesetzten Konzentrationen schlicht nicht der wissenschaftlichen Datenlage entspricht.

Insgesamt zeichnet sich der ÖKO-Test-Beitrag somit durch eine erhebliche Einseitigkeit der Berichterstattung aus, die zu Lasten der Information der Verbraucher einen völlig falschen Eindruck erweckt und offensichtlich eine Verunsicherung der Verbraucher vor dem Weihnachtsgeschäft mit Parfüms bezweckt.

In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die Rechtsprechung bereits geklärt hat, dass Publikationen von entsprechenden Testinstituten nicht unsachlich oder willkürlich sein dürfen, sondern neutral, objektiv mit der notwendigen Sachkunde und mit der Bemühung um Richtigkeit vorgenommen werden müssen (BGHZ 65, 325, 334).

Ferner ist auch an das Urteil des OLG München vom 09.09.2014, Az. 18 U 51/14 zu erinnern, in dem der Stiftung Warentest falsche geschäftsschädigende Äußerungen bezüglich der Ritter Sport Schokolade untersagt wurden.

Es wäre vor diesem Hintergrund wünschenswert, wenn auch ÖKO-Test sich zukünftig auf nachweisbare Fakten stützt und nicht regelmäßig in für unsere Branche umsatzstarken Zeiträumen die Verbraucher bei der Kaufentscheidung verunsichert.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft.