Samstag, 27. Mai 2017


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Ein Programm von VIENNALE und österreichischem Filmmuseum

Retrospektive Los Angeles - Eine Stadt im Film / Kuratiert von Thom Andersen / Von 5. Oktober bis 5. November 2008

(lifePR) (Wien, ) Es scheint, als würde Los Angeles nach wie vor Menschen in aller Welt faszinieren, und das, obwohl ihre Zeit als «Stadt der Zukunft» längst vorbei ist. Sind es einfach nur die Filme? Da Los Angeles seit fast hundert Jahren das Produktionszentrum der amerikanischen Filmindustrie ist, wurden Bilder der Stadt ins Gedächtnis von vielen Millionen Menschen in aller Welt eingeprägt. In den frühen Jahren des Kinos wurden diese Bilder benutzt, um Werbung für eine Stadt zu machen, die nichts anderes zu verkaufen hatte als sich selbst. Als die Stadt in den 1960er Jahren ihr Selbstvertrauen verlor, wurden diese Bilder düsterer, doch noch eine Spur faszinierender. Wenn die Stadt der Zukunft versagt hatte, wie konnten dann die Städte der Vergangenheit überleben? Los Angeles wurde also zu einem Versuchsgelände, wo sich Filme und die wirkliche Welt überschneiden. «Man kann nie so radikal wie die Realität sein», sagte Lenin, und in meinem Film Los Angeles Plays Itself wollte ich demonstrieren, wie sich Hollywood-Filmemacher dieser Herausforderung oft entzogen, die Stadt und deren Geschichte falsch verstanden und falsch darstellten.

Mit dieser gemeinsamen Retrospektive von Viennale und Österreichischem Filmmuseum versuchen wir etwas anderes, indem wir Filme zeigen, die sich eingehend mit den Ansprüchen der Realität beschäftigen, die «ein wahres, gültiges und nützliches Bild» (um aus Wim Wenders Kommentar zum Werk von Yasujiro Ozu zu zitieren) von Los Angeles und ihren Menschen präsentieren. Manche davon wurden bereits kurz in Los Angeles Plays Itself erwähnt, doch nie zuvor in Österreich gezeigt, wie etwa Bless Their Little Hearts (1984) von Billy Woodberry. Von anderen stehen erst jetzt restaurierte Filmkopien zur Verfügung, wie zum Beispiel The Exiles von Kent Mackenzie, der diesen Sommer - 50 Jahre nach Produktionsbeginn des Films - endlich zur Aufführung in New York City gelangte und als große Offenbarung gefeiert wurde.
Es gab viele andere Filme, die ich ebenso sehr bewunderte, aber in Los Angeles Plays Itself nicht unterbringen konnte. Amy Heckerlings Fast Times at Ridgemont High (1982) ist der erste große Film über Teenager und auch der erste große Film über das San Fernando Valley, einen Teil der Stadt, den Hollywood-Regisseure bis dahin verachtet hatten. Ich sprach zwar über John Cassavetes, aber ich ignorierte meinen Liebling unter seinen Filmen über Los Angeles: Minnie And Moskowitz (1971), jenen Film, in dem es am meisten um Los Angeles und seine ganz eigene Art von Einsamkeit geht. Josef von Sternbergs Film The Salvation Hunters (1925) stand mir nicht zur Verfügung; er wurde erst vor kurzem restauriert. Es ist Sternbergs erster Film und der erste große Film über Los Angeles. Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich, Sternberg hätte - zwanzig Jahre vor allen anderen - den Neorealismus entdeckt; heute scheint es, als hätte er den magischen Realismus erfunden. Los Angeles Plays Itself konzentrierte sich auf narrative Spielfilme. Diese Retrospektive eröffnet neue Perspektiven, da sie auch Dokumentationen, Experimentalfilme und Videos, ja selbst Studentenfilme umfasst - manche von Regisseuren, die später berühmt wurden (George Lucas, Penelope Spheeris, Kent Mackenzie) und ebenso gute Filme von Regisseuren, die nicht die Gelegenheit hatten, einen weiteren Film zu drehen.

Diese «Minor Cinemas» von Los Angeles, um den von David James geprägten Begriff zu verwenden, enthüllen oft mehr über die Stadt und ihr soziales Ethos als ihre kommerziellen Gegenstücke. Es ist zum Beispiel bemerkenswert, wie die Filme von Maya Deren & Alexander Hammid, Kenneth Anger und Curtis Harrington von Mitte der 1940er Jahre den Film Noir nicht nur evozieren, sondern antizipieren.

Ich möchte hier aber keine weiteren Behauptungen über diese Filme aufstellen, damit die Zuschauer in Wien deren Entdeckung ebenso genießen können, wie ich das tat.

5. Oktober bis 5. November 2008
Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien
Tel.: +43 (1) 533 70 54 www.filmmuseum.at

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