Freitag, 20. Juli 2018


  • Pressemitteilung BoxID 434624

Cord Blood Socialities

Hamburg, (lifePR) - Das Nabelschnurblut Neugeborener ist eine reichhaltige Quelle verschiedener Arten von Stammzellen. Diese werden – ähnlich wie Knochenmarkstammzellen – seit einigen Jahren zunehmend zur Behandlung verschiedener lebensbedrohlicher Erkrankungen eingesetzt. Gleichzeitig beschäftigt sich eine Vielzahl von Forschern mit dem Potenzial dieser Nabelschnurblut-Stammzellen in der regenerativen Medizin. In diesem Zusammenhang hat sich eine neuartige Konstellation von Biotechnologien, Wissensprozessen, Institutionen, Akteurskategorien und Praktiken entwickelt, die vieles in Bewegung bringt: Gesundheitsversorgungssysteme, die Hoffnungen und Befürchtungen werdender Eltern, die Kompetenzbereiche und Wissensmonopole medizinischer Fachkräfte und medizinischer Einrichtungen, und nicht zuletzt die Vorstellungen der verschiedenen sozialen Akteure davon, was Verantwortung, Vorsorge und Fürsorge bedeutet.

Aufbauend auf den Konzepten von Biosozialität, Biological Citizenship, Spendenwirtschaft und Transnationalisierung entwickelt die Autorin die Idee eines „Biokosmo­politismus“: Distinktionsformen, die auf biomedizi­nischem Wissen beruhen, verschränken sich mit körpergebundenen Praktiken. In dieser Symbiose verschmilzt private, auf den engsten Familienkreis bezogene Vor- und Fürsorge mit Altruismus, der unbekannte und anonyme Patienten einschliesst, und mit der abstrakten „Spende“ potenziellen wissenschaft­lichen Wissens. Hier, so argumentiert die Autorin, wird ein Sinn für globale biologische Zusammengehörigkeit in konkrete Alltagspraktiken integriert.

Die Studie beruht auf umfangreichen Feldforschungen in Grossbritannien und Deutschland, welche die Autorin in öffentlichen und privaten Nabelschnurblutbanken sowie Krankenhäusern und Geburtsstationen durchgeführt hat. Sie verbindet sozialwissenschaftliche Theorie mit der dichten Beschreibung des Alltags von werdenden Eltern, Hebammen, Frauenärzten, Labormitarbeitern und Stammzellforschern. Gleichzeitig vermittelt die Autorin immer wieder ganz persönliche, vignettenartige Eindrücke von ihrem Forschungsalltag. Entstanden ist hierbei ein sehr lesbar geschriebenes, hochgradig informatives und zum Nachdenken anregendes Buch, das sich nicht nur an Sozial- und Naturwissenschaftler sondern auch an einen nicht-akademischen interessierten Leserkreis richtet. Es handelt sich um eine genuine kulturanthropologische Pionierarbeit, in der die Einführung einer neuen Biotechnologie und deren Wechselwirkung mit Gesellschaften verständlich – und lebendig – wird.

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