Montag, 27. Februar 2017


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VCD warnt vor langfristiger Aufweichung bestehender Regelungen

Vorübergehende Aufhebung der Nachtflugverbote in Deutschland

(lifePR) (Berlin, ) Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt davor, die in vielen Städten erteilten Sondergenehmigungen für Nachtflüge als Einfallstor für eine Aufweichung der sonst zu Recht geltenden Verbote zu nutzen. Gestrandete Fluggäste, Medikamente und Organe dürften hingegen in dieser Ausnahmesituation auch nachts an ihren Zielort gebracht werden.

Monika Ganseforth vom VCD-Bundesvorstand: "Die Aufhebung der Nachtflugverbote ist auf möglichst wenige Tage zu beschränken. Zudem müssen für derartige Sondergenehmigungen enge Grenzen gelten: Allenfalls um gestrandete Urlauber nach Hause zu holen und die medizinische Versorgung zu gewährleisten, sollte ausnahmsweise auch nachts geflogen werden. Die Folgen einer Naturkatastrophe dürfen jedoch keinesfalls dafür genutzt werden, die Erzeugung von extrem gesundheitsschädlichem Fluglärm in der Nacht längerfristig auszudehnen."

Die Fluggesellschaften sollten außerdem nicht vorschnell die Verantwortung für die Flugausfälle in der Politik suchen. Vielmehr tragen sie eine große Mitschuld, da sie jahrelang das Risiko natürlicher Bedingungen ignoriert hätten. So hätten diese in der Vergangenheit verhindert, feste Grenzwerte für Vulkanasche festzulegen. Wegen solch fehlender Daten musste nun zur Sicherheit der Passagiere berechtigterweise auf Flüge verzichtet werden.

VCD-Flugverkehrsexperte Heiko Balsmeyer: "Staatliche Ausgleichszahlungen an Fluggesellschaften sind nicht gerechtfertigt. Es gehört zu einem guten Risikomanagement dazu, sich gegen Risiken zu versichern oder ein entsprechendes unternehmerisches Risiko einzugehen. Ohnehin ist der Flugverkehr bereits seit Jahren staatlich übersubventioniert: So ist Kerosin etwa von der Mineralölsteuer befreit und auf internationalen Flügen wird im Gegensatz zu Bahnverbindungen keine Mehrwertsteuer fällig."

Wesentlicher Teil gesellschaftlicher Risikovorsorge müsse nun sein, die finanzielle Ausstattung des Verkehrsträgers Bahn durch den Bund weiter zu verbessern. Denn verglichen mit dem Flugverkehr sei die umweltfreundlichere Bahn weitaus weniger anfällig für solch weitreichende Ausfälle in Folge von Naturkatastrophen.

Verkehrsclub Deutschland e.V.

Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, mehr Sicherheit für Kinder: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste Menschen eine Alternative zu herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 60000 Menschen den VCD.

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