Samstag, 23. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 669434

Grau ist alle Theorie: Unternehmen in der Region setzen verstärkt auf Ausbildung und duales Studium

Berlin, (lifePR) - Angesichts des Aufschwungs bieten die Unternehmen in Berlin und Brandenburg immer mehr betriebliche Lehrstellen an. Eine duale Ausbildung bedeutet einen guten Einstieg in die Berufswelt und beste Entwicklungschancen. An Bedeutung gewinnt zudem ein Weg, der Wissenschaft und frühzeitige Praxis verbindet – das duale Studium. Beide Entwicklungen zusammengenommen zeigen, dass sich die Wirtschaft auf Arbeitswelt von morgen einstellt. Der Vorwurf, die Firmen vernachlässigten die Fachkräfte-Sicherung, führt ins Leere.

Betriebliche Ausbildung: In Berlin haben die Unternehmen ihr Ausbildungs-Engagement in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Die Zahl der angebotenen betrieblichen Lehrstellen ist fast durchweg gestiegen. Zwischen 2011 und 2016 haben die Firmen ihr Angebot um 30 Prozent erhöht. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass der Trend anhält. Bis Ende Juli 2017 waren es 13.828 gemeldete betriebliche Stellen. Auch in Brandenburg steigt das Angebot an betrieblichen Stellen seit Jahren. 13.125 waren es im vergangenen Ausbildungsjahr. Auch hier deutet alles auf ein weiteres Plus in diesem Jahr hin (13.171 angebotene Stellen im Juli).

Die Unternehmen bieten immer mehr betriebliche Ausbildungsplätze an

Unbesetzte Plätze: Die Unternehmen in Berlin haben in den vergangenen Jahren verstärkt für die Ausbildung geworben und sich an neue Bewerbergruppen gewandt – Studienabbrecher, Geflüchtete, lernschwache Jugendliche. Dennoch ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Plätze gestiegen, die unbesetzt geblieben sind. 2016 waren es im Vergleich zu 2011 mit 1.211 fast dreimal so viele.

In Brandenburg ging es bei den unbesetzten Ausbildungsplätzen in den vergangenen Jahren ebenfalls steil bergauf – von 914 im Jahr 2011 auf zuletzt 1.792 im vergangenen Jahr. Das ist nahezu eine Verdopplung. Für die Unternehmen ist das vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein Problem – der Fachkräftemangel könnte sich in den kommenden Jahren dadurch noch verschärfen.

Zudem wandelt sich die Arbeitswelt, etwa durch die Digitalisierung. Neben einer Modernisierung der dualen Ausbildung reagieren die Firmen darauf, indem sie auf das praxisnahe duale Studium setzen. Es verbindet akademische und berufliche Bildung und wird immer beliebter. Über alle Semester hinweg gab es im Wintersemester 2016/17 in Berlin in 130 dualen Studiengängen insgesamt 10.350 dual Studierende. Gegenüber dem Wintersemester 2010/11 war das ein Plus von mehr als einem Drittel (35 Prozent). Rund 3.500 von ihnen sind Studienanfänger vom Wintersemester 2016/17. Damit hat sich die Zahl der Erstsemester gegenüber dem Wintersemester 2010/11 um 20 Prozent erhöht.

In der Hauptstadtregion werden verschiedene Varianten des dualen Studiums angeboten – das praxisintegrierte, das ausbildungsintegrierte und das berufsintegrierte. Mit 989 jungen Männern und Frauen absolvierte 2016/17 ein gutes Viertel der Studienanfänger ein praxisintegriertes duales Studium. Dabei wechseln sich in festen Blöcken Studienphasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen ab. Nach erfolgreichem Abschluss verfügen die Studierenden neben einem Hochschulabschluss auch über eine klare Perspektive für den Berufseinstieg. Die Firmen übernehmen je nach Studiengang zwischen 75 und fast 100 Prozent der Absolventen.

Obwohl diese dual Studierenden faktisch eine Ausbildung in einem Betrieb durchlaufen, werden sie nicht der betrieblichen Ausbildung zugerechnet und in der entsprechenden Statistik nicht erfasst. Würde man dies tun, erhöhte sich die Zahl der dualen Ausbildungsstellen in der Hauptstadt um nahezu 1.000.

Knapp die Hälfte der dual Studierenden in Berlin (2016/17: 1639 Studienanfänger) absolviert die zweite Variante – ein ausbildungsintegriertes duales Studium. Hier wird ein Studium an einer Hochschule oder an einer Berufsakademie mit einer Ausbildung im Betrieb verknüpft. Am Ende stehen zwei Abschlüsse – der duale Abschluss und das Hochschul-Zertifikat. Diese Studenten werden bereits in der Ausbildungs-Statistik berücksichtigt.

Die dritte Variante einer solchen kombinierten Ausbildung ist das berufsintegrierte duale Studium, wo der Studierende schon einen Beruf erlernt hat und einen weiteren Hochschulabschluss erwirbt. Das taten in Berlin 2016/17 genau 956 Studienanfänger.

In Brandenburg ist das Entwicklungspotenzial des dualen Studiums noch groß, die Studierendenzahlen steigen aber. Insgesamt starteten zuletzt 374 junge Menschen an den Hochschulen in ein duales Studium. Mit 300 hatte der größte Teil von ihnen einen praxisintegrierenden dualen Studienvertrag abgeschlossen. Auch diese müssten im Prinzip der dualen Ausbildung zugerechnet werden.

UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck:
„Die Firmen steigern ihr Ausbildungs-Engagement, denn sie wissen, dass sie genügend Fachkräfte für die Zukunft brauchen. Darum machen sie die duale Ausbildung attraktiver und setzen zunehmend auf das betriebsnahe duale Studium. Allein 2016 haben fast 1000 junge Menschen ein praxisintegriertes duales Studium begonnen. In der Ausbildungs-Statistik sind sie aber nicht enthalten. Das Ziel muss es sein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass noch mehr Jugendliche eine Chance auf einen Ausbildungsplatz oder ein duales Studium bekommen. Dazu brauchen wir besseren Unterricht und eine intensivere Berufsorientierung in den Schulen. Eine Ausbildungsplatz-Abgabe dagegen würde keines dieser Probleme lösen.“

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

"Management und Rechtsstrukturen": Berufsbegleitendes Weiterbildungsmodul an der Hochschule Bremen ab November

, Bildung & Karriere, Hochschule Bremen

Wie können Verträge an wechselnde Geschäftsanforderung­en angepasst werden? Für wen ist eine Mini-GmbH eine empfehlenswerte Unternehmensform?...

Agentur für Arbeit Hamm begrüßt die neuen Nachwuchskräfte

, Bildung & Karriere, Bundesagentur für Arbeit

Anfang September haben elf Nachwuchskräfte ihre dreijährige Ausbildung bei der Agentur für Arbeit Hamm begonnen. Fünf von ihnen streben im Rahmen...

Staatssekretär vom Bundesbauministerium zu Besuch an der FH Lübeck

, Bildung & Karriere, Fachhochschule Lübeck

Am 28. September 2017 besucht Staatssekretär Gunther Adler vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die Fachhochschule...

Disclaimer