Freiheit und Verantwortung gehören zusammen

Leitender Bischof der VELKD predigte im Rahmen der Festwoche "475 Jahre Schmalkaldische Artikel"

(lifePR) ( Schmalkalden/Hannover, )
"Ein Freiheitsbegriff, der sich löst von der Verantwortung, kehrt sich in sein Gegenteil". Daran hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Gerhard Ulrich (Kiel) am 24. Juni in einem Festgottesdienst in Schmalkalden hingewiesen. In seiner Predigt, die er im Rahmen der Festwoche "475 Jahre Schmalkaldische Artikel" am Johannistag in der Stadtkirche St. Georg hielt, machte er deutlich, dass "der Glaube, der sich auf Christus beruft" keine Privatsache sei, sondern eine "öffentliche" und aufs Gemeinwohl gerichtete "Angelegenheit". Dieser lasse sich weder "zur Pflege des frommen Ichs" ein-, noch aus der Gesellschaft aussperren.

Darum brauche die Welt die "Radikalität des Glaubens", die sich gegen das wende, "was Gott im Wege steht: Ungerechtigkeit, Gotteslästerung, Krieg und Terror, braune Einfalt.", so Ulrich weiter. Eine Radikalität jedoch, die sich im Wort ausdrücke - damals wie heute gelte: "Am Anfang war das Wort! An diesem Wort sollen wir 'hängen', so Luther, und also (nur!) mit dem Wort streiten", führte Bischof Ulrich aus. Gerade Luthers "Schmalkaldische Artikel" und auch die Predigten Johannes der Täufers, dessen Gedenktag der 24. Juni ist, seien gute Beispiele für eine Sprache, die zeige, "worum es im Glauben neben aller Andacht vor allem geht: um Klarheit, Wahrhaftigkeit, um Eindeutigkeit". Diese stelle klar: "Gott will mehr von uns: er will, dass wir unser Leben [täglich] erneuern." Dies sei der Auftrag, "der uns von der Freiheitsbotschaft infizierten Christenmenschen" erteilt sei.

So gehe es beim Reformationsjubiläum 2017 nicht in erster Linie um Martin Luther, sondern um "das Radikale des Glaubens, die Wurzel eben, die Rückführung zur Quelle." Dabei sei auch neu zu entdecken, dass "die Vielfalt, in der der Glaube Fassung gewinnt" keine Gefahr darstelle, sondern dass eine "Gemeinschaft der versöhnten Verschiedenheit" als Reichtum und Geschenk zu betrachten sei, so der Leitende Bischof. Von daher sei die Reformation ein zweifacher Aufruf: "Nämlich Kirche auf dem Weg hinein in die Heilige Schrift - und Kirche auf dem Weg hinein in die Welt." Und dieser Weg in die Zukunft könne nur "in ökumenischer Weite" beschritten werden - auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und in Einigkeit darüber, "was uns gemeinsam getragen hat und trägt."

Hinweis: Die Festwoche vom 19. bis 24. Juni 2012 aus Anlass des 475-jährigen Jubiläums der Schmalkaldischen Artikel steht unter dem Motto "Glauben fassen" und ist Bestandteil der LUHTERDEKADE, die seit 2008 - mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 - u.a. authentische Stätten der Reformation erlebbar machen und das Leben und Wirken Luthers beleuchten soll. In diesem Zusammenhang soll an die Bedeutung der noch heute als Glaubensbekenntnis gültigen Schmalkaldischen Artikel Martin Luthers von 1537 erinnert werden.

Weitere Informationen unter www.velkd.de.
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