Montag, 25. September 2017


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83 Neukonstanzer sind vermittelt und »Witer gohts«

»83 Konstanz integriert« dankt allen Unterstützern und macht weiter

Konstanz, (lifePR) - Die Konstanzer Integrationskampagne »83 - Konstanz integriert« hat ihre Ziele erreicht und steckt sich neue: Mit Unterstützung der Stadt wird das Team weiterhin privaten Wohnraum an geflüchtete Menschen vermitteln.

»Es haben sich viele Türen aufgetan - Konstanz kann stolz sein auf seine integrative Kraft«, sagt Till Hastreiter vom Projekt »83 - Konstanz integriert« auf der jüngsten Pressekonferenz. Vor eineinhalb Jahren waren die Initianten Till Hastreiter, Nicole Dillschnitter und Prof. Andreas Bechtold mit einem hehren Ziel gestartet: Mindestens jeden tausendsten Einwohner von Konstanz wollten sie mit ihrer Kampagne dazu motivieren, Wohnraum für geflüchtete Menschen zur Verfügung zu stellen. Ein kleines Team sollte Mieter und Vermieter zusammenführen und ihnen zur Seite stehen. Genau das ist gelungen und heute gibt es 83 Beispiele gelebter Integration.

So wohnt die Familie Masamiro aus Syrien nun in Konstanz bei der Familie Wegener. Die Wegeners haben sich bewusst dafür entschieden, Geflüchtete in ihrer Mitte aufzunehmen. Auch im Kontext der Insel Mainau wurde eine neue Heimat geboten: Das syrisch-kurdische Ehepaar Hussein wohnt nun in einer Dachwohnung bei der Familie Holz. Die Kinder sind im Fußballverein und die Familien bauen zusammen Gemüse im Garten an. Bettina Gräfin Bernadotte, Geschäftsführerin der Mainau GmbH, unterstützt »83 - Konstanz integriert« von Anfang an und sagt heute: »Ich gratuliere zum Erreichen der 83. Ein wirklich gelungenes Projekt.«

»Witer gohts« mitten in der Gesellschaft

Dabei soll das erst der Anfang sein. Ab jetzt heißt es »Konstanz integriert - witer gohts«. Die Plakate der nächsten Kampagne sind gedruckt und werden dieser Tage in Konstanz aufgehängt. Darauf ist ein großes Danke an alle Unterstützer und vor allem Vermieter zu lesen und der Aufruf, sich weiterhin mit Wohnraum zu melden. Prof. Andreas Bechtold sagt: »Die Konstanzer selbst haben uns dazu ermutigt, weiterzumachen. Es gibt noch viele Räume, die für geflüchtete Menschen zu einer neuen Heimat werden können.« Und Nicole Dillschnitter ergänzt: »Das gemeinsame Wohnen hat sich im letzten Jahr als massiver Integrationsbeschleuniger erwiesen. Die meisten von uns vermittelten Menschen haben den Weg in die Gesellschaft gefunden, sie sprechen überdurchschnittlich gut deutsch und machen die nächsten Schritte in Ausbildung, Schule und Beruf. « Jeder Neukonstanzer, der sich hier schnell integriere, sei ein Gewinn für uns alle. Und genau deswegen macht das kleine Team laut Dillschnitter weiter.
Unverändert mit voller Kraft.

Gesellschaftliche Unterstützung im Rücken

Auch die Stadt hat erkannt, welche Kapazitäten die Initiative freilegt. Sie finanziert für den Zeitraum eines Jahres eine Stelle in der Vermittlung. Schirmherr Oberbürgermeister Uli Burchardt sagt: »Ich freue mich sehr darüber, dass die Initiatoren die Zeit und Energie aufbringen, weiterzumachen - eine tolle Aktion!« Zudem ermöglichen auch viele andere Unterstützer, dass es nun weitergeht. Beispielsweise stellt die Stiftung Integrationskultur aus Rottenburg am Neckar 15.000 Euro zur Verfügung. Die Flüchtlingsorganisation Café Mondial überlässt dem Vermittlungsteam von »83 - Konstanz integriert« in ihrem Gebäude einen Arbeitsraum. Hier können jeden Freitag von 9.30 - 12.30 Uhr potenzielle Mieter und Vermieter in der Sprechstunde mit dem Team Kontakt aufnehmen.

Konstanz wird zum Vorbild

Dass Konstanz durch seine Integrationskraft als positives Beispiel gilt, weiß nun übrigens ganz Deutschland: »83 - Konstanz integriert« hat im Dezember 2016 den 1. Platz des Deutschen Bürgerpreises in der Kategorie Helden des Alltags erhalten. Die Landesregierung in Stuttgart will zusammen mit dem deutschen Städtetag 2018 ein Wohnprojekt nach dem Vorbild der 83 für alle interessierten Kommunen in Baden Württemberg anbieten. Das Konstanzer Team ist bei diesen Plänen wichtiger Berater. Denn ein bloßes Kopieren wird nicht möglich sein - eine Stadt muss bereit sein für Integration. In Konstanz wurde hierfür tatsächlich der Schulterschluss gefunden: Neben Oberbürgermeister Uli Burchardt, Bürgermeister Dr. Andreas Osner, Integrationsbeauftragte Elke Cybulla und Flüchtlingsbeauftragter Moustapha Diop stehen viele andere gesellschaftliche Kräfte hinter den Zielen. Darunter sind Vertreter der Konstanzer Hilfsorganisationen für Flüchtlinge, Vertreter der religiösen Gemeinschaften, der Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände, des Landratsamtes und der Hochschulen.

Besonders wichtig ist auch die Unterstützung von Wirtschaftsvertretern wie Klinikleiterin Dagmar Schmieder, der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee sowie der Handwerkskammer. »Wir hoffen«, sagt Till Hastreiter, »dass das mit unsere Hilfe auch anderen Städten gelingen kann.«

Projektdetails

»83 - Konstanz integriert« ist aufgebaut und konzipiert wie ein soziales Start-up.
Das Unternehmensziel ist Integration. Das Werkzeug dafür ist das gemeinsame Wohnen.

Ziele:
Die Kampagne wurde im Januar 2016 ins Leben gerufen und kurz darauf als Verein eingetragen.

Das Ziel der Initiatoren ist, Geflüchteten die Integration in Konstanz zu erleichtern, indem sie ihnen die Türen zu einem neuen Zuhause öffnen. Es ist auch eine Ermutigungskampagne, die mit Kunst mitten in der Stadt und mit Veranstaltungen alle Konstanzerinnen und Konstanzer ermutigt, einem Menschen, der alles verloren hat, ein Zuhause zu geben. Und sie ermutigt alle Geflüchtete, sich zu integrieren. Dabei hatte man sich die Aufgabe gestellt, 83 anerkannten Geflüchteten ein Zimmer in Konstanz zu vermitteln - ein Zimmer pro tausend Konstanzer bei einer Einwohnerzahl von 83.000. Das Projekt vermittelt zwischen Vermieter und Mieter und betreuten Geflüchteten wie Vermieter in Patenschaften.

Zukunft:
Nachdem dieses Ziel erreicht ist, wird die Initiative fortgesetzt: Das Team vermittelt in Kooperation mit der Stadt Konstanz zwischen geflüchteten Menschen und Wohnraum-Anbietern. Eine Konstanz-weite Kampagne macht darauf mit Plakaten aufmerksam. Anlaufstelle für alle Interessierten ist dabei das Büro der Initiative im Gebäude der Flüchtlingsinitiative Café Mondial beim Palmenhaus in Konstanz.

Kunst & Kultur:
Die Kampagne findet unter anderem als Kunstaktion im öffentlichen Raum statt. Auf verschiedenen Gebäuden wie der Fachhochschule Konstanz und der Moschee stehen drei Meter hohe Neonsymbole der Zahl 83, die in der Nacht leuchten. Am Münster wurden permanent die Vermittlungszahlen in einer Projektion sichtbar gemacht. Nun wird eine Plakatkampagne in der Stadt darauf aufmerksam machen, dass die Initiative wieder Wohnraum sucht. Veranstaltungen wie interreligiöse Lesungen gehörten ebenso zu den Aktivitäten der Initiative.
Wie gemeinschaftliches Wohnen, soll das Treffen bei Events das gegenseitige Verständnis fördern.

Partnerschaft:
»83 - Konstanz integriert« ist eine Kampagne, die nur in Partnerschaft möglich ist. Unter dem Motto »Zsamme gohts bessr!« stützt sie sich auf eine enge Zusammenarbeit mit Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen in Konstanz. Konstanz' Oberbürgermeister Uli Burchardt ist Schirmherr, als Unterstützer fungiert nicht nur die Stadt Konstanz, sondern auch das Kulturbüro der Stadt sowie das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenbezirks Konstanz und die Stiftung Integrationskultur.

Ausstrahlung:
Das Projekt hat großen Widerhall gefunden - nicht nur in der Region, sondern auch deutschlandweit. Berichte der Sender SWR, 3Sat oder Arte haben die Ziele verbreitet. Letztlich gewann »83 - Konstanz integriert« 2016 den deutschen Bürgerpreis als bestes Integrationsprojekt Deutschlands.

Initiatorenteam:
Prof. Andreas Bechtold; Till Hastreiter; Nicole Dillschnitter

Kontakt: www.83integriert.de
Andreas Bechtold | mob: 0171-20 52 729 | a.bechtold@83integriert.de
Nicole Dillschnitter | mob: 0160-581 41 20 | n.dillschnitter@83integriert.de
Till Hastreiter | mob: 0172-74 06 877 | till.hastreiter@83integriert.de

Vermittlungsteam: 0152 - 28 99 67 41
Jelena Atanackovic | j.atanackovic@83integriert.de
Daniela Winkler | d.winkler@83integriert.de

Medien: presse@83integriert.de
Anja Wischer | 0175-4103163 | a.wischer@83integriert.de
Yvonne von Hunnius | 0172-61 58 881 | y.vonhunnius@83integriert.de

 

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