Freitag, 27. April 2018


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Steinkohle 2013: Weltweit zweitwichtigster Energieträger und Garant für die Sicherung der Energieversorgung in Krisenzeiten

Hamburg, (lifePR) - Die Steinkohle ist auch in 2013 wieder die am schnellsten wachsende fossile Primärenergie der Welt gewesen. Sie deckte nach dem BP Statistical Review 2014 den Bedarf an Primärenergie der Welt von 12,7 Mrd. toe (Tonnen Öläquivalent) zu rund 30 %.

Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) verfügt die Kohle mit einem Anteil von 56% an den Reserven und rund 89% an den Ressourcen aller fossilen Primärenergien über das größte Potential von allen nicht-erneuerbaren Energierohstoffen und wurde zum bedeutendsten Energierohstoff erklärt.

Steinkohle ist auch regional breit diversifiziert und reicht nach Berechnungen des VDKi auf heutiger Mengen-, Preis- und Kostenbasis mindestens noch für etwa 110 Jahre. Selbst wenn ein bedeutendes Kohleexportland theoretisch morgen den Export verbieten sollte, könnte diese Menge aus Förderländern anderer Kontinente problemlos ersetzt werden. Der VDKi weist darauf hin, dass bei Fragen der Sicherheit der Energieversorgung eine einseitige Sichtweise auf die Sicherung der Versorgung mit pipelinegebundener Primärenergie verkürzt ist. Vorrangig geht es um die Sicherung der Versorgung mit Strom. Hier bietet die Kohle eine Reihe von Vorteilen: Sie ist - anders als die regenerativen Energien - nicht nur jederzeit verfügbar und an keine Pipeline gebunden, sondern kann als Energiespeicher am Kraftwerksstandort gelagert werden, ist global über die Welt verteilt und die Transportwege sowohl über den Atlantik als auch den Pazifik sind vielfältig.

Steinkohleverbrauch global um 3% gestiegen

Nach ersten Schätzungen von BP im Statistical Review 2014 stieg der Weltener-gieverbrauch 2013 mit 12,7 Mrd. toe (= ton oil equivalent = 1 t ROE= Rohöleinheit = 1,43 t SKE) um knapp 2,3 % gegenüber 2012 mit 12,5 Mrd. toe an. Hintergrund für diese Entwicklung ist mit Ausnahme der USA ein geringes bis gar kein Wachstum in vielen OECD - Staaten wie .B. Europa und Japan. China mit einem höheren Kohleverbrauch von + 4,4 % und Indien mit + 3,8 % blieben dagegen - wenn auch moderater als in den Vorjahren - auf dem Wachstumspfad.

Der Kohleverbrauch stieg global erneut am stärksten an. Die Zuwachsrate im Vergleich zu 2012 betrug 3 %. Dem Rückgang des Kohleverbrauchs in den USA um 11,9 % in 2012 folgte ein Zuwachs in 2013 von 4,3 %. Kohle ist und bleibt in Bezug auf die durchschnittlichen Steigerungsraten von 3,5 % in den letzten 5 Jahren der Primärenergieträger Nr. 1 des 21. Jahrhunderts und ist seit 2012 nach dem Öl die zweitwichtigste Primärenergiequelle der Welt.

In Europa verringerte sich nach Schätzungen der EU-Kommission der Primärenergieverbrauch insgesamt um 0,6 % oder 98 Mio. toe auf 1,49 Mrd. toe. In der EU-28 hat sich der Primärenergieträgermix in der Stromerzeugung nach ersten Schätzungen kaum verändert. Stein- und Braunkohle zusammen hielten ihren Anteil von 27%, die Steinkohle allein einen Anteil von 19 % trotz massiven Ausbaus der Regenerativen Energien. In Europa verringerte sich aber die Steinkohleförderung um 15 Mio. t auf 114 Mio. t. Dagegen erhöhten sich die Steinkohleimporte in die EU-28 um 3 Mio. t (+1,4 %) auf 216 Mio. t.

Seewärtiger Welthandel mit Kesselkohle um 6 % gewachsen

Der Welthandel mit Steinkohle ist in 2013 mit 1.237 Mio. t um 73 Mio. t oder rund 6 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Der seewärtige Handel und der Binnenhandel entwickelten sich wie folgt: Der seewärtige Handel stieg 2013 um 60 Mio. t auf 1.142 Mio. t (= + 5,5 %), der Binnenhandel um 18 Mio. t (= + 16 %) auf 95 Mio. t. Der Kesselkohlemarkt wuchs um 4 % oder 37 Mio. t auf insgesamt 863 Mio. t.

Nach Schätzungen der IEA wird der Bedarf an Kohle in den nächsten Jahren durch-schnittlich weltweit um 2,3% p.a. wachsen.

Für die ersten vier Monate 2014 ist nach vorläufigen Berechnungen des VDKi der see-wärtige Steinkohleweltmarkt um knapp 3 % oder 10 Mio. t gegenüber dem Vergleichs-zeitraum des Vorjahres gewachsen.

Kokskohlemarkt um 9% gewachsen

Die weltweite Rohstahlproduktion erreichte in 2013 mit 1.607 Mio. t einen neuen Rekord. Die Erhöhung um 3,5 % oder 59 Mio. t fand hauptsächlich in Asien (+ 6 %) und im Mittleren Osten (+ 2,5 %) statt. In Europa, Nord- und Südamerika, Russland und Korea verringerte sich die Rohstahlproduktion zwischen 1,8 % und 4,4 %. Die für den Kokskohle-, PCI-Kohle- und Koksverbrauch maßgebliche Roheisenproduktion stieg um 52 Mio. t oder rund 5 % auf 1.164 Mio. t. Der Kokskohlemarkt wuchs dementsprechend um 23 Mio. t (+ 9 %) auf 279 Mio. t.

Die Anbieterstruktur hat sich bis auf Australien nicht grundlegend geändert. Der Marktanteil Australiens ist um weitere 8 Prozentpunkte auf jetzt 61 % gestiegen. Dagegen mussten die USA Marktanteile wieder an Australien abgeben und haben nun einen Anteil von 20 %.

Steinkohle- und Koksimporte nach Deutschland um 10%, Steinkohleverbrauch um 4 % gestiegen

Der Bedarf an deutscher und importierter Steinkohle stieg in 2013 um 4,1 % oder 2,4 Mio. t SKE auf fast 61 Mio. t SKE. Der Steinkohlebedarf wurde zu rund 86 % von Importen und nur noch zu 14 % von Inlandskohle gedeckt. Der Gesamtimport an Steinkohle und Koks erreichte in 2013 mit 52,8 Mio. t eine neue Höchstmarke und erhöhte sich gegenüber 2012 um 4,9 Mio. t oder 10 %.

Der Schwerpunkt des Absatzes von Steinkohle liegt dominant bei den Kraftwerken mit 71 % (Vorjahr: 66 %) und der Eisen- und Stahlindustrie mit 26 % (Vorjahr: 30 %); der Wärmemarkt (4 %) spielt nur eine untergeordnete Rolle. Bei der Kraftwerkskohle deckten im Wesentlichen Russland, die USA und Kolumbien den Importbedarf, bei der Kokskohle waren Australien mit 45 % und die USA mit 30 % die Hauptlieferländer.

Deutliche Zuwächse verzeichnete die Stromerzeugung der Steinkohlekraftwerke in 2013 wegen der günstigen Preissituation im Vergleich zu Gas und der niedrigen CO2-Zertifikatspreise im europäischen Emissionshandel. Die Steinkohlekraftwerke lieferten mit 124 TWh rund 8 TWh oder 6,5 % mehr Strom als im vergangenen Jahr. Damit ent-sprach der Anteil der Steinkohle am Energiemix 2013 über 19%.

Der Saldo im Stromaustausch (Summe Exporte abzüglich Importe) erreichte in 2013 rund 34 TWh. Dies entspricht einer Steigerung von 46% gegenüber 2012.

Der Preisvorteil der Kohle gegenüber dem Gas (Differenz aus dem sog. clean dark spread abzüglich dem clean spark spread) bewegte sich im letzten Jahr zwischen - 15 und - 25 €/MWh. Dieses für die Steinkohle günstige Ergebnis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stromerlöse wegen der nicht wettbewerbskonformen niedrigen Preise an der EEX aufgrund der Vorrangeinspeisung der regenerativen Energien nicht auskömmlich sind. Ein deutsches Steinkohlekraftwerk hat - je nach Alter - Erzeugungskosten zwischen 51 €/MWh und. 61 €/MWh. Es erhält für den erzeugten Grundlaststrom derzeit aber nur noch ca. 35 €/MWh, d.h. es werden meistens nur noch geringe oder gar keine Deckungsbeiträge mehr erwirtschaftet, so dass die Stromerlöse die gesamten Betriebskosten bei weitem nicht abdecken.

Der VDKi Vorsitzende, Dr. Wolfgang Cieslik, fordert daher von der Politik:

"Wir brauchen dringend eine Regelung, die den Steinkohlekraftwerken wieder eine wirtschaftliche Basis auch längerfristig garantiert, weil nur dann die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung sowie eine erfolgreiche Transformation der Energiewende gewährleistet ist."

Für 2014 schätzt der VDKi, dass trotz der im 1. Quartal um 3,3 % gestiegenen Kraft-werkskohlenimporte im Gesamtjahr nur 37 Mio. t Kraftwerkskohle und insgesamt 51 Mio. t Steinkohle und Koks importiert werden.

Preisentwicklungen: Ein Überangebot trifft auf verhaltene Nachfrage

In 2013 setzte sich die 2011 begonnene Entwicklung des Aufeinandertreffens eines weltweiten Überangebots an Kohle und eine nicht schnell genug wachsende Nachfrage fort. Der Druck auf die Preise hielt daher auch 2013 an. Allein von Oktober 2013 bis heute (Anfang Juli 2014) sind die Preise für Kesselkohle von 89 US$/t auf 72 US$/t, d.h. um rund 20 % gefallen. Gleiches gilt für die Kokskohlepreise. Aufgrund überwiegend nachlassender Nachfrage bei gleichzeitiger Ausweitung des Angebots sanken in 2013 sowohl Kokskohle- als auch Kokspreise.

Während für Kokskohle Anfang 2013 noch zwischen 160 und 165 US$/t zu zahlen war, fiel dieser Preis auf 138 US$/t Ende 2013 zurück. Diese Entwicklung hält auch in 2014 an: Bis Mitte Mai 2014 fielen die Spotpreise für HCC - Qualität auf 116 US$/t.

Verein der Kohlenimporteure e.V.

Der Verein der Kohlenimporteure e. V. (VDKi) ist die Interessenvertretung des Import-steinkohlemarktes in Deutschland. Die deutschen und europäischen Mitglieder stam-men aus den Bereichen Kraftwirtschaft, Industrie, Handel und Logistik. Der Verein hat aktuell 78 Mitglieder, die in ihren Anlagen etwa 70 % des deutschen Steinkohlebedarfs von rund 61 Millionen t verbrauchen. Damit vertritt der VDKi den ganz überwiegenden Steinkohlemarkt (deutsche und importierte Steinkohle) in Deutschland.

Weitere Informationen unter www.verein-kohlenimporteure.de.

Aufgabenfelder: Der VDKI untersucht regelmäßig die Bedeutung der Importkohle für den internationalen, europäischen und deutschen Steinkohlemarkt, zeigt Perspektiven für die weitere Einfuhrentwicklung auf und veröffentlicht regelmäßig Statistiken über deutsche Steinkohleimporte und -preise.

Veröffentlichungen: Jahresberichte, in denen die Einbeziehung der Importkohle in den internationalen, europäischen und deutschen Steinkohlemarkt dargestellt und die Per-spektiven für die weitere Einfuhrentwicklung beschrieben werden.

Statistiken über deutsche Steinkohleimporte und -preise werden monatlich im Internet veröffentlicht.

Vorsitzender: Dr. Wolfgang Cieslik, STEAG GmbH, Essen
Stellvertretender Vorsitzender: Reinhard Seifert, HCC Hanseatic Coal & Coke Trading GmbH, Hamburg
Geschäftsführer: Dr. Erich Schmitz, RA, Hannover

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