Montag, 18. Juni 2018


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Kohlekraftwerke in Deutschland: Stützen für das Netz und die Energiewende

Steinkohleverbrauch und Steinkohleimporte in Deutschland im 1. Quartal 2013 stark gestiegen

Hamburg, (lifePR) - Der Verein der Kohlenimporteure e.V. (VDKi) hat auf seiner jährlichen Mitgliederversammlung in Hamburg erste Zahlen zum Weltsteinkohlemarkt sowie zum deutschen Importsteinkohlemarkt im ersten Quartal 2013 vorgelegt. Im Rahmen seines Berichtes an die Mitglieder ging der Vorsitzende des VDKi und Mitglied der Geschäftsführung der Steag GmbH, Herr Dr. Wolfgang Cieslik, auf aktuelle energiewirtschaftliche Themen ein.

Weltsteinkohleverbauch

Der Anstieg des Weltsteinkohleverbrauches in 2011 um 2,3% (=380 Mio. t SKE) auf 17,3 Mrd. t SKE ging maßgeblich zurück auf den Anstieg des Steinkohleverbrauches um rund 5% (=240 Mio. t. SKE) auf 5,5 Mrd. t SKE. Für 2012 schätzt der VDKi einen weiteren weltweiten Anstieg des Steinkohleverbrauchs um rund 300 Mio. t, was einem Zuwachs von gut 5% entspräche.

Hinsichtlich der Prognosen für 2013 zeigt sich der VDKi vorsichtig: Die wirtschaftlichen Aussichten zeigen für 2013 ein eher verhaltenes Bild für die OECD und auch in den bisher die Dynamik bestimmenden asiatischen Staaten hat die Konjunktur etwas an Schwung verloren. Die Rezession scheint sich in Europa festzusetzen und hat auch Deutschland erreicht.

Am Ende des 1. Quartals stellt der VDKi daher auch eine Stagnation oder nur leichte Erhöhung der Nachfrage nach elektrischer Energie, aber einen Rückgang in der Eisen- und Stahlproduktion im pazifischen Raum fest. Nach Abschätzungen des VDKi wuchs daher der seewärtige globale Steinkohlehandel in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur um 47 Mio. t oder gut 4%.

Europa und Deutschland

In Europa stellt sich die Situation etwas anders dar. Europa ist derzeit prinzipiell reichlich überversorgt. Gegenläufig nur, dass die rückläufigen Steinkohleförderungen in Deutschland, Spanien und Polen zum Teil ersetzt werden durch Importe. Jedoch hat die Rezession vor allem in den südeuropäischen Krisenstaaten der Eurozone zu einem geringeren Stromverbrauch geführt. Auch der lange Winter und der für die Kohleverstromung derzeit günstige clean dark spread (Kosten für Kohle, Fracht und CO2 - Zertifikate) gegenüber dem clean spark spread (Kosten für Gas, Transport und CO2-Zertifikate) begünstigen Kohleimporte nach Europa, vor allem nach Deutschland, UK, Spanien und Italien.

Andererseits könnte sich eine weiter wachsende Einspeisung von Strom aus regenerativen Energien, insbesondere aus Photovoltaik, in Deutschland, Italien und Spanien dämpfend auf die Kohlenachfrage vor allem in den Sommermonaten noch auswirken. Insofern hängt auch der Kohlekraftwerkseinsatz zunehmend von der Sonne ab.

Die Ergebnisse des ersten Vierteljahres 2013 für Deutschland geben dem VDKi aber Anlass zu verhaltenem Optimismus:
- Die Stromerzeugung aus Steinkohlekraftwerken in Deutschland stieg um schätzungsweise 3 TWh auf ca. 42 TWh;
- Der Steinkohleverbrauch für die Stromerzeugung stieg nach Angaben der AGEB um 14,5% auf 14,5 Mio. t SKE
- Die Importe von Kraftwerkskohle stiegen nach vorläufigen Berechnungen des VDKi um ca. 2 Mio. t auf über 10 Mio. t.
- Der Brutto-Stromexport stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um fast 70% auf 21 TWh, abzüglich der Importe ergibt sich immer noch ein Export-Überschuss von 12 TWh Strom, der vornehmlich in Steinkohlekraftwerken erzeugt wurde.

In seinen energiewirtschaftlichen Ausführungen ging der Vorsitzende insbesondere auf die zukünftige Rolle der Steinkohlekraftwerke in der Energiewende ein.

„Sie sind nicht nur für die Energiewende unverzichtbar, sondern sie sind die eigentliche Stütze des Netzes, und zwar heute und morgen. Dies hat die vom VDKi in Auftrag gegebene Studie von Prognos eindeutig belegt. Die Studie kommt auf der Basis der Zielvorgaben der Bundesregierung zu dem Ergebnis, dass selbst bei zunehmender Stromerzeugung aus Wind- und Photovoltaikanlagen die jederzeit verfügbaren thermischen Steinkohlekraftwerke auch noch im Jahr 2050 das Fundament der Stromversorgungssicherheit sind.“

Cieslik warnte allerdings vor allzu großer Euphorie. „Denn“, so Cieslik, „die thermischen Kraftwerke brauchen dringend ein neues Strommarktdesign in einem funktionierenden Energy-only-Markt. Das bestehende Marktdesign mit wettbewerbsverzerrender Subventionierung der erneuerbaren Energien über das EEG und das Recht der Vorrangeinspeisung ohne Rücksicht auf einen entsprechenden Strombedarf erzeugt eine ungleiche Konkurrenzsituation zu den thermischen Kraftwerken, die deren Fortbestand und Weiterentwicklung für die Sicherheit der Versorgung und die Bezahlbarkeit von Strom ernsthaft gefährdet.“ Da dies auch von der Politik allgemein erkannt worden sei und genügend Vorschläge für eine Änderung des Strommarktes, insbesondere der Einführung von Kapazitätsmärkten, auf dem Tisch lägen, fordert Cieslik von der Politik ein neues Strommarktdesign, das auch eine Reform des EEG beinhaltet.

Hinsichtlich der Herkunftsländer haben sich im ersten Quartal infolge von Streiks und anderen Versorgungsstörungen in Kolumbien die Bezugsquellen deutlich verändert: Von Russland wurden 31% aller Steinkohlen bezogen, gefolgt von den USA mit 23%. Kolumbien, 2012 noch zweit wichtigster Kohlelieferant für Deutschland, fiel mit nur 14% auf den dritten Platz zurück. Die Bedeutung Südafrikas für den deutschen Steinkohlenimport wurde mit 9% wieder gestärkt.

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