Tarifkonflikt bei Sparkassen-Callcenter: Verhandlungen abgebrochen

(lifePR) ( Berlin, )
"Die Arbeitgeber sind nicht bereit, die Beschäftigten der Sparkassen-Callcenter angemessen zu entlohnen und am Verhandlungstisch eine Einigung zu erzielen", kritisiert Beate Mensch, Vorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Deshalb habe die Gewerkschaft die Verhandlungen heute in Halle abgebrochen. Durch ihre unnachgiebige Haltung habe die Geschäftsführung der S Marketing GmbH eine Zuspitzung des Konfliktes provoziert, so dass die Aktionen nunmehr verstärkt und bundesweit ausgedehnt würden.

ver.di verhandelt bereits seit Monaten mit der S Marketing GmbH für die etwa 800 Callcenter-Beschäftigten, die in Halle bundesweit Kunden der Sparkassenfinanz-Gruppe betreuen. Die Beschäftigten befinden sich seit mehreren Wochen im Streik, weil sich die Arbeitgeber in den Verhandlungen nicht auf die Gewerkschaftsforderungen zubewegt haben. Im Gegenteil seien heute bereits geeinte Aspekte wie Vereinbarungen über Befristungen, Arbeitszeiten und Sozialleistungen aufgeweicht worden, das Angebot über eine lineare Gehaltserhöhung wurde zurückgenommen.

"Die ver.di-Forderungen wurden sämtlich abgeschmettert, statt dessen wollen die Arbeitgeber durchsetzen, dass 90 Prozent der Beschäftigten erst zum Jahr 2014 einen Stundenlohn von 8,50 Euro und ab 2016 9,00 Euro erhalten", betont Beate Mensch. "Das ist empörend und unzumutbar." Die Sparkassenorganisation solle sich ihre eigene Leitmaxime "Fair. Menschlich. Nah" vor Augen halten, dann würde ihr bewusst werden, dass die Beschäftigten der Callcenter mit Gehältern abgespeist würden, die nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt ohne weitere Aufstockungen zu bestreiten. Die Gewerkschafterin wies darauf hin, dass das Unternehmen zudem kerngesund sei und über eine ordentliche Liquidität verfüge.

Das Vollzeit-Gehalt eines Callcenter-Agenten bei S Direkt betrage seit 15 Jahren unverändert 1.280 Euro brutto. Dies entspreche einem Stundenlohn von 7,38 Euro. Inflationsbedingt sei die Kaufkraft dieses Gehalts auf aktuell 950 Euro gesunken.

ver.di fordert für die Beschäftigten einen Mindeststundenlohn von 8,50 Euro ab 1. Oktober 2012 sowie eine Anhebung auf 9,00 Euro ab dem 1. Juni 2013.

Ein neuer Verhandlungstermin steht zurzeit noch nicht fest. Bei einem verhandlungsfähigen Angebot ist ver.di jederzeit bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.
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