Handlungsbedarf im demografischen Wandel: Einzel- und Versandhandelsbeschäftigte wollen gesunde Arbeitsbedingungen und Vorkehrungen gegen Belastungen und Stress

(lifePR) ( Berlin, )
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat heute im Rahmen einer Tarifkoordinierungskonferenz des Fachbereichs Handel die Ergebnisse ihrer Umfrage "Gute Arbeit für Jung und Alt" im Einzel- und Versandhandel vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen großen Handlungsbedarf: Danach können sich 52 Prozent der Befragten unter den momentanen Bedingungen in der Branche nicht vorstellen, gesund und gerne bis zum Erreichen des Rentenalters im Einzel- und Versandhandel zu arbeiten.

"Es ist auffällig, dass Beschäftigte in der Kommissionierung, im Verkauf und an der Kasse ihre Aussichten, gesund bis zur Rente arbeiten zu können, erheblich schlechter beurteilen als die Beschäftigten in Büro und Vertrieb", sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Differenziert nach Sparten überwiegt vor allem bei den Befragten aus dem Textilhandel, den SB-Verbrauchermärkten, den Baumärkten und dem Möbeleinzelhandel die Skepsis, bis zur Rente durchzuhalten.

Die Befragung sollte - aus Sicht der Beschäftigten - die wichtigsten Handlungsfelder ermitteln, um Arbeit im Einzel- und Versandhandel alternsgerecht, gesundheits- und motivationsförderlich zu gestalten.

Den mit Abstand größten Handlungsbedarf sehen die 3.620 befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Vorkehrungen für den Erhalt ihrer Gesundheit im Betrieb. Sowohl dem Abbau von arbeitsbezogenem Stress oder körperlichen Belastungen, als auch einer alternsgerechten Arbeitsgestaltung, Qualifizierungsangeboten zum Umgang mit psychischen Belastungen sowie verschiedenen Angeboten zur Gesundheitsförderung messen 60 bis 75 Prozent eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. Ein weiteres Ergebnis der Befragung, die von der Gesellschaft für Gute Arbeit mbH durchgeführt und ausgewertet wurde:

Unter den Maßnahmen, die den Übergang in die Rente flankieren könnten, wird der Aspekt "Altersgerechte Arbeitsgestaltung im Übergang zur Rente" - also eine Anpassung der Arbeit an die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten - mit 65 Prozent am häufigsten hervorgehoben.

"Wir können aus der Umfrage sehr deutlich den notwendigen Entwicklungsbedarf im Einzel- und Versandhandel ablesen. So messen die Beschäftigten - neben der Forderung nach gesunden Arbeitsbedingungen - vor allem der Gestaltung der Arbeitszeit eine sehr hohe Bedeutung bei. Ganz oben steht hier die Berücksichtigung von Aufstockungswünschen bei Teilzeit (65 Prozent) sowie die Notwendigkeit, Beschäftigte mit Pflegeverantwortung zu unterstützen (53 Prozent)", sagte Nutzenberger. "Darüber hinaus sehen wir nach den Umfrageergebnissen überdurchschnittlichen Handlungsbedarf bei der Einkommenshöhe und -entwicklung, der Schaffung eines gleitenden Übergangs in die Rente sowie bei der Übernahme beziehungsweise allgemein der beruflichen Perspektive nach der Ausbildung", unterstrich das ver.di-Vorstandsmitglied.

Die Ergebnisse der Umfrage sollen in Zukunft in ein gemeinsames Demografie- und Tarifprojekt von Handelsverband Deutschland (HDE) und ver.di unter Beteiligung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales einfließen. Die Projektleitung liegt bei der Gesellschaft für Gute Arbeit in München.
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