Dienstag, 28. Februar 2017


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Aus für "SachsenSchatzbrief"

Werbung zweier Leipziger Banken durch Verbraucherzentrale Sachsen gestoppt

(lifePR) (Leipzig, ) Ende Oktober wurde seitens der Volksbank Leipzig eG in mindestens zwei Leipziger Regionalzeitungen eine Werbeanzeige für einen so genannten "SachsenSchatzbrief" geschaltet. Eine Prüfung des Produktes ergab, dass es sich dabei um zwei verschiedene Zertifikate handelt, die von der DZ Bank herausgegeben wurden. Dabei handelt es um strukturierte Finanzprodukte, die grundsätzlich keine feste Verzinsung gewähren, sondern die Anleger am Erfolg oder Misserfolg eines Börsengeschäfts teilhaben lassen. "Die Bezeichnung "SachsenSchatzbrief" ist deshalb aus unserer Sicht irreführend und rechtlich als unlauter einzustufen", sagt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. "Deshalb haben wir entsprechende Abmahnungen auf den Weg gebracht, die auch erfolgreich waren."

Neben der Volksbank Leipzig eG warb auch die VR Bank Leipziger Land eG auf ihrer Internetseite für den "SachsenSchatzbrief". Beide Banken haben sich nun rechtlich verpflichtet, es künftig zu unterlassen, für die Zertifikate Wachstumszins Garant und Hochzins Garant die Bezeichnung "SachsenSchatzbrief" zu verwenden. "Wir sahen die Gefahr, dass Verbraucher über die tatsächliche Sicherheit der Produkte irregeführt werden", begründet Heyer die Aktion der Verbraucherzentrale Sachsen.

Bei der Bezeichnung Schatzbrief denken Verbraucher üblicherweise an Bundesschatzbriefe. Das sind festverzinsliche Bundeswertpapiere, die besonders sicher sind, weil die Bundesrepublik Deutschland für die Rückzahlung an die Anleger haftet. Beim so genannten "SachsenSchatzbrief" handelte es sich dagegen um aktienorientierte Zertifikate mit einer geringen garantierten Mindestverzinsung und einer hohen variablen "Sonderzins-Chance". Zudem haftet der Freistaat Sachsen gegenüber den Anlegern keinesfalls als Schuldner. Sofern der Herausgeber der Zertifikate, also die DZ Bank, insolvent würde und keine Rettung des Institutes gelänge, gingen die Anleger leer aus. Wie bitter eine Insolvenz des Emittenten sein kann, mussten Anleger mit Lehman-Brothers Zertifikaten erfahren.

Seit 2008 setzen verschiedene Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen bewusst auf den Vertrauen erweckenden Namensbestandteil Schatzbrief. So findet man auch den Morgan Stanley Schatzbrief, den Commerzbank Schatzbrief und den Allianz Schatzbrief. Bei näherer Betrachtung verbergen sich dahinter ganz verschiedene Produkte, so zum Beispiel Stufenzinsanleihen, Inhaberschuldverschreibungen oder Rentenversicherungen. Mit diesen Produkten gehen die Verbraucher aber ganz andere Risiken ein, als beim Kauf eines Bundesschatzbriefes. Wer sich über Bundeswertpapiere informieren möchte, findet bei der Verbraucherzentrale Sachsen Rat und Information.

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