Dienstag, 16. Januar 2018


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Verbraucherzentrale klärt häufige Fehlaussagen zum baulichen Wärmeschutz auf

Frankfurt am Main, (lifePR) - "Hohe Brandgefahr bei Wärmedämmung mit Polystyrol-Platten", lautete eine Meldung im Sommer 2012. Viele Verbraucher waren daraufhin verunsichert. Brandgefährlich und obendrein ineffizient? Die Verbraucherzentrale Hessen geht erneut einigen Fehlaussagen zum baulichen Wärmeschutz auf den Grund. Die Energieberater der Verbraucherzentrale informieren zu allen Fragen der energetischen Sanierung eines Hauses.

Immer wieder kursieren irreführende Meldungen zum Thema Hausdämmung. Die Verbraucherzentrale Hessen klärt einige der häufigsten Irrtümer auf. "In jedem Fall lohnt sich bei der Planung und vor der Durchführung eine individuelle Beratung durch anerkannte Fachleute", so der Rat von Dr. Elisabeth Benecke, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Hessen.

"Dämmung erhöht die Brandgefahr"

Werden Dämmmaßnahmen fachgerecht und unter Beachtung aller Brandschutzbestimmungen durchgeführt, besteht keine erhöhte Feuergefahr. Im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Hausbrände spielen Wärmedämmverbundsysteme praktisch keine Rolle.

Die Brandgefahr hängt davon ab, welcher Dämmstoff verwendet wurde und ob dieser fachgerecht verarbeitet wurde. Mineral- und Steinwolle, Mineralschaumplatten sowie Perlite sind zum Beispiel überhaupt nicht brennbar. Bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) und deren Ausführung mit Polystyrolplatten muss, da diese brennbar sind, ein sogenannter Brandriegel aus Mineralwolle eingefügt werden. Damit wird das Risiko einer schnellen Brandausbreitung über die Fassade reduziert.

"Die Außenwände veralgen"

Hier sind vorrangig die Wärmeverbundsysteme als Verursacher an den Pranger gestellt worden. Richtig ist, dass die äußere Putzschicht bei gedämmten Wänden eine niedrigere Temperatur hat und sich dadurch das Abtrocknen von Regen- und Kondenswasser verzögert. Grundsätzlich sind für den mikrobakteriellen Befall jedoch noch mehr Komponenten ausschlaggebend: Die Bewitterung, die Himmelsrichtung, die Nähe zu Bäumen und Sträuchern und der fehlende Schutz durch vorspringende Bauteile (Dachüberstand, Fensterbank, Erker, Vordach). Idealerweise sollte daher bei Neubauten ein konstruktiver Witterungsschutz mit geplant werden.

Als Maßnahme gegen Veralgung kann ein dickerer Deckputz aufgetragen werden, der die Strahlungswärme von außen besser speichert. Das führt zu etwas höheren Temperaturen der Putzoberfläche und lässt somit Regen- und Kondenswasser schneller trocknen.

"Dämmung amortisiert sich nicht"

Nachvollziehbarerweise amortisieren sich die Kosten einer Dämmung umso schneller, je schlechter der Ausgangszustand war. D.h. je nach Gebäudezustand, Bauweise, Baumaterial und anderem kann es dauern, bis sich die Investition auszahlt. Um entscheiden zu können, ob sich eine Dämmung lohnt, ist immer eine Einzelfallbetrachtung notwendig.

Die Energieberater der Verbraucherzentrale Hessen geben kompetenten und anbieterunabhängigen Rat.

Hinweise der Energieberater

- Wichtig bei Planung und Durchführung:

- Kompetente und erfahrene Handwerksbetriebe beauftragen, die die richtige Ausführung der Dämmmaßnahmen garantieren.
- Zeitpunkt der Maßnahme: Wenn zum Beispiel der Putz ohnehin erneuert und dafür ein Gerüst aufgestellt werden muss, fallen die zusätzlichen Kosten der Dämmung deutlich weniger ins Gewicht.

- Wärmedämmung sollte, wie andere energetische Maßnahmen auch, nie isoliert geplant werden, sondern immer Teil eines Gesamtkonzepts sein.
- Bei der Entscheidung über die Wirtschaftlichkeit sollte berücksichtigt werden, dass viele Sanierungsmaßnahmen auf Grund neuer Standards oder notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen ohnehin in den nächsten Jahren angegangen werden müssten.
- Es sollte geprüft werden, ob für die Maßnahmen auch Fördermittel in Anspruch genommen werden können.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Ergänzende Informationen für Verbraucher:

- Energie-Einsparberatung in allen Beratungsstellen und über 60 Energiestützpunkten: Termine und Informationen über den nächstgelegenen Energieberatungsstützpunkt am hessenweiten Servicetelefon oder über das Internet: www.verbraucher.de und www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
- Hessenweites Servicetelefon 0180 5 972010. 0,14 € aus dem deutschen Festnetz; maximal 0,42 € pro Minute aus dem Mobilfunk. Informationen über alle Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; teilweise auch Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
- Telefonische Energieberatung: Mieter und private Hauseigentümer haben die Möglichkeit, über die bundesweit geschaltete Rufnummer 018 - 809 802 400 (kostenfrei) direkt den Draht zur anbieterunabhängigen Energieberatung zu nutzen. Die Energieberater der Verbraucherzentralen sind über diese Rufnummer montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

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