Mittwoch, 22. November 2017


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Informieren. Mitreden. Vernetzen.

Verbraucherzentrale Hessen veranstaltete den ersten Verbrauchertag für Senioren in Gießen

Frankfurt am Main, (lifePR) - Informativ und unterhaltsam – so präsentierte die Verbraucherzentrale Hessen am 02. November 2017 eine breite Vielfalt an Verbraucherthemen für Senioren. Etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorwiegend aus dem Raum Mittelhessen profitierten von Vorträgen und Expertengesprächen, diskutierten mit den Referenten und tauschten während des gemeinsamen Imbiss ihre Erfahrungen aus. Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit der Stadt Gießen und wurde vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

„Seniorinnen und Senioren sind eine wichtige Verbrauchergruppe. Mit ihrer großen Lebenserfahrung erkennen sie Fallen und Stolpersteine besser als junge Leute. Trotzdem geraten sie immer öfter ins Blickfeld von Betrügern. Das bereitet mir Sorge“, sagte Verbraucherministerin Priska Hinz. Deshalb hat die Landesregierung bereits im Frühjahr dieses Jahres eine Aufklärungsoffensive mit Veranstaltungen in allen Regionen Hessens gestartet. „Wer die Tricks und Maschen kennt, ist besser geschützt“, so Hinz. Die Ministerin hat vor allem das Internet im Blick. Damit Senioren sich gut und sicher im Netz bewegen und zielgerichtet surfen können, hat das Land ein neues Schulungskonzept gefördert, das ab sofort bei der Verbraucherzentale angeboten wird. Auf politischer Ebene hat sich Hessen in diesem Zusammenhang außerdem für eine Verbesserung stark gemacht, von der viele ältere Menschen profitieren könnten. Hinz: „Der Online-Handel bietet gerade Menschen mit eingeschränkter Mobilität Teilhabe am Wirtschaftsleben. Dass jedoch die sicheren Bezahloptionen Rechnung und Lastschrift immer seltener als Zahlungsoption bereitgestellt werden, ist schlecht. Wer vertrauliche Zahlungsdaten nicht im Internet weitergeben will, kann in vielen Shops nicht bestellen. Ich habe deshalb bei der Verbraucherschutzministerkonferenz alternative Bezahlmethoden gefordert, die es ermöglichen, online sicher und bequem einzukaufen.“

„Gießen ist eine Stadt für alle Lebensalter, und die Gruppe der älteren Menschen ist heute so vielfältig wie noch nie. Deshalb freue ich mich, dass der Verbrauchertag für Senioren hier bei uns im Rathaus stattfindet und sich einer Reihe ganz unterschiedlicher Themen widmet, die für diese Bevölkerungsgruppe wichtig sind. Denn verlässliche Informationen sind von zentraler Bedeutung für eine aktive und selbstbestimmte Lebensführung“, sagt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

„Die Verbraucherzentrale Hessen hat es sich zur Aufgabe gemacht, an Ihrer Seite zu sein. Sehen Sie uns daher als  Leuchtturm im Verbraucheralltag“, sagt Dr. Andrea Jahnen, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen. „Wir bringen Licht ins Dunkle. Wir machen Kompliziertes verständlich. Wir beziehen Position gegenüber Politik und Anbietern für einen generationengerechten Verbraucherschutz. Wir beleuchten wichtige Themen - unabhängig  von jeglichen parteipolitischen oder wirtschaftlichen Interessen.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir einen Einblick in die Themenvielfalt unserer Arbeit geben. Wir wollen zeigen, dass es sich immer lohnt, informiert und mit wachem Blick als Verbraucher, Konsument, Internetnutzer, Patient aktiv zu sein.“

Viele Themen, viele Meinungen
In der digitalen Welt spielt die räumliche Entfernung keine Rolle mehr – für Menschen, die nicht mehr so mobil sind, ist das ein echter Vorteil: den Einkauf bequem nach Hause bestellen oder den Kontakt zu den Enkeln halten, unabhängig davon, wo diese wohnen. In der Expertenrunde zum Thema Digitale Welt wurde deutlich, dass Senioren hier längst angekommen sind. Die Experten, Dr. Julia Zirfas, Prof. Dipl.-Ing Heinz Kraus, Dr. Patrick Liesching und Claus Opfermann waren sich einig, dass mehr Informationsangebote erforderlich sind, damit Senioren mehr Sicherheit bei der Nutzung digitaler Anwendungen erlangen.

Wer 18 Jahre oder älter ist, kann mit einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht regeln, was in einem medizinischen Notfall zu tun ist und wer die Wünsche gegenüber Ärzten vertritt, wenn er selbst dazu nicht in der Lage ist. Daniela Hubloher erläuterte, warum es so wichtig ist, die Stimme für den Notfall bereits im Vorfeld festzulegen: Fehlt es an einer solchen Erklärung, wird im Zweifel eine gerichtliche Betreuung bestellt. Diese entscheidet dann mit den Ärzten über die weiteren Schritte der Behandlung. Überraschend für viele Teilnehmer: das gilt auch für Ehegatten.

Mit Beginn des Jahres 2017 gab es eine weitere Pflegereform. Aus drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade, mit denen unter anderem die Bedürfnisse von Menschen mit geistigen und psychischen Einschränkungen stärker als früher berücksichtigt werden sollen. Silke Möhring erläuterte, für wen diese Änderungen in der Pflegeversicherung hilfreich sind.

Beeindruckend schonungslos und offen berichtete Volker Mittelmann über seine Erfahrungen am Grauen Kapitalmarkt. Sein Credo: Geldanlage für Ruheständler – ja, aber nicht so, wie er es gemacht hat. Die Lesung aus seinem Kriminalroman „Hier legt die Elite an“ fesselte die Zuhörer.

Lästige Telefonwerbung und Einladungen zu Kaffeefahrten erhalten Senioren häufiger als andere Bevölkerungsgruppen. Warum das so ist und wie man damit am besten umgeht – dafür bot die Veranstaltung gleich mehrere Formate: Wolfgang Degen, Journalist bei Wiesbadener Kurier, stellte typische Szenen einer Kaffeefahrt anschaulich nach. Frank Schuster berichtete, wie es ihm als Oberinspektor beim Lahn-Dill-Kreis gelungen ist, dass es dort nahezu keine Kaffeefahrten mehr gibt. Peter Lassek beschrieb das Phänomen der verbotenen Telefonwerbung, die trotz entsprechender Gesetze aus den Jahren 2009 und 2013 nicht abreißt.

Programm des Verbrauchertag für Senioren

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