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Pressemitteilung BoxID: 679915 (Verbraucherzentrale Hessen e. V.)
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Ferrero muss die Stückzahl nennen

Verbraucherzentrale Hessen gewinnt Rechtsstreit

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Wie viel Konfekt steckt in einem Karton mit Raffaelos? Um dies beim Einkauf richtig einzuschätzen, hilft die Mengenangabe in Gramm nichts. Denn wer weiß schon, ob eine Kugel des Kokos-Mandel-Konfektes von Ferrero zehn, 15 oder gar 20 Gramm wiegt. „Verbraucher müssen die Anzahl entweder sehen können oder sie muss auf der Verpackung stehen. Nur so können sie unserer Ansicht nach die Menge richtig einschätzen“, sagt Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen. Das Landgericht Frankfurt stimmte in einem Rechtsstreit der Sichtweise der Verbraucherzentrale Hessen zu.

Ein hessischer Verbraucher ärgerte sich, dass er auf dem Karton mit Raffaellos nur das Gesamtgewicht von 230 g finden konnte. Wie viele Konfektkugeln in der Verpackung steckten und wie viel eine Kugel wiegt, erfuhr er nicht und beschwerte sich bei lebensmittelklarheit.de, dem Portal der Verbraucherzentralen. Die Argumentation von Ferrero, dass es zu minimalen Schwankungen beim Gewicht der Raffaellos komme – beispielsweise durch mehr oder weniger Kokosraspel pro Kugel – und die Angabe daher nicht möglich sei, überzeugte die Verbraucherzentrale Hessen nicht. Sie mahnte Ferrero ab.

Stückzahl muss auf der Packung stehen

Neben der Nettofüllmenge müssen die Hersteller nach der EU-Lebensmittelverordnung auch die Stückzahl offenlegen, wenn sie mehrere einzeln verpackte Pralinen, Schokoriegel oder Eisportionen in einer Verpackung anbieten. Das Landgericht Frankfurt stufte die Umhüllung der Raffaellos als Einzelverpackung ein und nicht als Trennhilfe – wie Ferrero argumentierte. Eine Trennhilfe sei beispielsweise das Einwickelpapier von Bonbons.

Dem Ärger Luft machen

Fühlen sich Verbraucher durch die Werbung und Kennzeichnung für ein Lebensmittel über den Tisch gezogen oder unzureichend informiert, können sie sich bei Lebensmittelklarheit beschweren.

Hintergrund

Das Urteil des LG Frankfurt/M. vom 11.10.2017 ist noch nicht rechtskräftig.