Hohe Betriebskosten trotz Verbrauchsreduzierung

Kostenexplosion der Versorgerpreise für Mieter nicht nachvollziehbar

(lifePR) ( Dresden, )
Trotz des ständig sinkenden Verbrauchs durch die Erreichung eines hohen energetischen Sanierungsstandes der Gebäude sächsischer Wohnungsgenossenschaften und eines extremen Sparverhaltens der Mitglieder steigen die Betriebskosten jährlich an.

"Eine Kompensation der Kostenexplosion durch adäquate Mieten ist kaum mehr möglich, da der Erhöhungsspielraum bereits jetzt ausgeschöpft ist. Selbst die Bestrebungen der Wohnungsgenossenschaften durch Verhandlungen mit den Versorgern gute Preise für die Mitglieder auszuhandeln, können nicht mehr kompensiert werden. Die größten Preiserhöhungen entstehen aktuell durch steigende Energiepreise, steigende Stromkosten und Steuern. Diese Preissteigerungen kann weder der Mieter noch der Vermieter beeinflussen", so Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG).

Der VSWG hat über die Preise der Versorger eine Preisdatenbank über die Betriebskosten in Sachsen erstellt und dafür 72 Orte mit mehr als 10.000 Einwohnern erfasst. Es wurden 450 Satzungen und Preisblätter recherchiert, gelesen und ausgewertet. Unter Beachtung der verschiedenen Preisbestandteile, der verschiedenen Bezugseinheiten und Geltungsbereiche wurden über 2.000 einzelne Datensätze eingegeben, um anschließend die Mischpreise für ein Musterhaus auszuwerten. Der Fokus lag dabei auf den Betriebskostenarten Wasser/Abwasser, Müllgebühren, Gas und Grundsteuer. Die Fernwärme konnte nicht erhoben werden, da die Preisblätter nicht öffentlich zugänglich sind. Der Freistaat Sachsen führt diesbezüglich bis Herbst 2013 selbst eine Überprüfung bei 49 Unternehmen durch. Ebenfalls nicht erhoben wurden die Strompreise, da diese mietergebunden sind und individuell von jedem Einzelnen ausgehandelt werden.

"Der Mehrjahresvergleich innerhalb von fünf Jahren von 2008 zu 2013 zeigt in allen Betriebskosten einen deutlichen Aufwärtstrend. Diese betragen im Einzelfall bis zu 50 Prozent", so der VSWG-Vorstand.

Die Müllgebühren erhöhten sich von 50,35 Euro/m³ in 2008 um 3,92 Euro auf 54,27 Euro/m³ in 2013. Dies betrifft eine Steigerung von 8 Prozent und in einigen Einzelfällen sogar um 46 Prozent. Geringer fällt die Erhöhung beim Wasser/Abwasser aus. Von ursprünglich 4,52 Euro/m³ in 2008 stiegen die Kosten um 0,64 Euro auf 5,16 Euro/m³ in 2013. Im Einzelfall sogar um 36 Prozent. Die Werte von 2013 zeigen extreme regionale Unterschiede sowie zwischen den einzelnen Anbietern. Der höchste Wert für Müll liegt bei 114,18 Euro/m³ in Delitzsch und der niedrigste bei 35,12 Euro/m³ in Dresden. Die Differenz von 79,06 Euro innerhalb des Freistaates beträgt 220 Prozent. Beim Wasser/Abwasser liegen die Preisspannen bei 6,95 Euro/m³ in Glauchau, Hohenstein-Ernstthal, Lichtenstein, Oelsnitz/Erzgebirge, Stollberg /Erzgebirge und Grimma bis 3,02 Euro/m³ in Freiberg. Für Gas müssen die Bewohner Sachsens zwischen 78,98 Euro/MWh in Hoyerswerda bis 55,25 Euro/MWh in Dresden zahlen.

Der Freistaat Sachsen hat im Vergleich zu den anderen großen Städten im Bundesgebiet zum Teil sehr hohe Versorgerpreise. In Berlin muss der Bürger durchschnittlich 23,16 Euro/m³ und in München 32,53 Euro/m³ für seinen Müll bezahlen. In Sachsen sind dafür durchschnittlich 54,27 Euro/m³ fällig. Ähnliches gilt für Wasser/Abwasser. In Köln werden 3,40 Euro/m³ und in Frankfurt am Main 3,79 Euro/m³ aufgerufen. Im Freistaat Sachsen sind es im Durchschnitt 5,16 Euro/m³.

Extreme Schwankungen gibt es auch bei der Grundsteuer. Während in Leipzig 650 Prozent zu Buche stehen, müssen dagegen in Klipphausen nur 350 Prozent abgeführt werden. Ein weiterer Aspekt ist, dass im bundesweiten Vergleich beispielsweise in München 535 Prozent und in Düsseldorf sogar nur 440 Prozent fällig sind.

"Die Kostenexplosionen der Versorgerpreise sind für die Vermieter nur schwer und für die Mieter selbst nicht nachvollziehbar. Die durchschnittliche Höhe der warmen Betriebskosten mit 1,04 Euro/m² bewegt sich heute bei voller energetischer Sanierung und extrem gesunkenem Verbrauch bereits wieder auf gleich hohem Niveau wie 1995 in unsanierten Wohngebäuden nach einem Absinken energetischer Sanierung auf 0,75 Euro/m² im Jahr 2000. Der Mieter kann die erhöhten Betriebskosten aufgrund nicht steigender Haushaltseinkommen nicht mehr bewältigen. Eine Transparenz der Versorgerpreise und mehr Wettbewerb sind zwingend notwendig", appelliert Dr. Viehweger.
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