Kontakt
QR-Code für die aktuelle URL

Pressemitteilung Box-ID: 644336

Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) Invalidenstr. 91 10115 Berlin, Deutschland http://www.vku.de
Ansprechpartner:in Herr Stefan Luig +49 30 58580226
Logo der Firma Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)
Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Abschaffung der vermiedenen Netznutzungsentgelte erweisen Klimaschutz einen Bärendienst

(lifePR) (Berlin, )
Der Bundestag befasst sich heute in erster Lesung mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG). Mit diesem Gesetz plant die Bundesregierung, die sogenannten vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE - Erläuterung weiter unten) schrittweise und ersatzlos abzuschaffen.

Für den Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sind die im Gesetzentwurf vorgeschlagenen Änderungen allerdings nicht geeignet, den Herausforderungen der Energiewende zu begegnen. Stattdessen sollte eine umfassende Neubewertung der Netzentgeltsystematik in der nächsten Legislaturperiode erfolgen.

Warum? Das Gesetz unterscheidet nicht hinreichend zwischen volatilen und steuerbaren Anlagen. Im Gegensatz zu dezentral steuerbaren Anlagen wie KWK-Anlagen speisen volatile Wind- und Solaranlagen nur unregelmäßig in das Stromnetz ein, da ihre Stromproduktion abhängig von der Witterung ist. Volatile Anlagen erfordern daher Netzausbau, statt Netznutzung zu vermindern. KWK-Anlagen produzieren Strom auch dann last- und verbrauchsnah, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Durch die Nähe von Erzeugung und Verbrauch vermindern sie effektiv den Ausbaubedarf an Übertragungsnetzen und können Netzkosten langfristig reduzieren.

Der vorgesehene Wegfall der vermiedenen Netznutzungsentgelte führt zu einer Schwächung der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung, weil das finanzielle Auskommen vieler Anlagen, deren Wirtschaftlichkeit gerade erst durch das KWKG wieder hergestellt worden ist, gefährdet wäre. Dem Klimaschutz hätte man damit ein Bärendienst erwiesen.

Wir sind aber zuversichtlich, dass sich der Deutsche Bundestag dem Thema mindestens so gründlich annehmen wird, wie das bereits der Bundesrat getan hat. Dessen Hinweise hat die Bundesregierung jedoch nicht aufgegriffen.

Hintergrund vermiedene Netznutzungsentgelte:

Dezentrale Anlagen wie beispielsweise kleinere Fotovoltaik, Wind- oder KWK-Anlagen, speisen ihren produzierten Strom ins Niederspannungs- oder ins Mittelspannungsnetz ein. Sie speisen ihn also nicht wie zentrale Großkraftwerke in das Übertragungsnetz ein, von wo aus der Strom dann in Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze umtransformiert wird, bis er zum Endkunden kommt. Dadurch entstehen Netzbetreibern geringere Aufwendungen als bei der Einspeisung aus Großkraftwerken.

Vermiedene Netznutzungsentgelte werden sowohl für steuerbare (KWK) als auch volatile Erzeugung (erneuerbare Energien) gewährt. Über die Netzentgelte auf Verteilnetzebene werden sie auf den Endverbraucher umgelegt. Weil die vermiedenen Netzentgelte von der Höhe der Netzentgelte auf den vorgelagerten Ebenen abhängig sind, steigen die Kosten gerade in den Gebieten, in denen viele Erneuerbare-Energien-Anlagen zugebaut werden. Für die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien kommen die Entgelte jedoch nicht den Anlagenbetreibern zugute, sondern fließen direkt in den EEG-Umlagetopf. Bei steuerbaren Anlagen, insbesondere KWK-Anlagen, stellen die vermiedenen Netzentgelte einen wichtigen Erlösstrom dar. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Abschaffung könnte sich bei einzelnen Stadtwerken auf jährliche Fehlbeträge in zweistelliger Millionenhöhe summieren.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt mehr als 1.450 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit knapp 260.000 Beschäftigten wurden 2014 Umsatzerlöse von mehr als 111 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 9,4 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment große Marktanteile in zentralen Versorgungsbereichen (Strom 54 Prozent, Erdgas 56 Prozent, Trinkwasser 85 Prozent, Wärmeversorgung 67 Prozent, Abwasserentsorgung 40 Prozent). Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 65 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Die kommunalen Unternehmen versorgen 5,7 Millionen Kunden mit Breitband. Bis 2018 planen sie Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro, um dann insgesamt 6,3 Millionen Menschen an schnelles Internet anschließen zu können.

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien. Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.
Wichtiger Hinweis:

Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH gestattet.

unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH 2002–2022, Alle Rechte vorbehalten

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien. Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.