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Pressemitteilung BoxID: 207309 (Verband Deutscher Reeder (VDR))
  • Verband Deutscher Reeder (VDR)
  • Burchardstr. 24
  • 20099 Hamburg
  • https://www.reederverband.de/
  • Ansprechpartner
  • Max Johns
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Über 500 Seeleute in Geiselhaft

(lifePR) (Hamburg, ) Am 27. Dezember ist mit den Papenburger "EMS River" erneut ein deutsches Schiff in die Gewalt von Piraten geraten. Das Schicksal der Mannschaft ist noch unbekannt. Der Verband Deutscher Reeder erinnert aus diesem Anlass zum Jahreswechsel daran, dass noch immer über 500 Seeleute aus mehreren Nationen in Geiselhaft von somalischen Piraten sind. Nach Angaben von EU NAVFOR befinden sich derzeit noch 25 Schiffe mit 587 Geiseln in der Hand somalischer Piraten.

Zu jeder Zeit waren in den vergangenen drei Jahren über 400 Seeleute permanent in der Gewalt von Piraten. Insgesamt mussten bereits über 2600 Seeleute die Geiselnahmen ertragen, darunter auch immer wieder Deutsche. Nach brutalen Überfällen mit automatischen Waffen auf die Handelsschiffe, müssen die Seeleute häufig über viele Monate die Geiselhaft unter unwürdigen Bedingungen und ohne Kontakt zu ihren Familien erdulden.

In dem Gefahrengebiet vor Somalia und im Indischen Ozean geht es in erster Linie um den Schutz von Menschenleben, denn die somalischen Piraten haben es nicht auf die Schiffe und ihre Ladung abgesehen. "Bei diesen Gewaltverbrechen auf Hoher See geht es allein um den Menschenraub," erklärte Ralf Nagel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder.

Deutschland hängt als zweitgrößte Exportnation und drittgrößte Importnation vom Welthandel ab. Ein Großteil der Waren im Weihnachtsgeschäft sind mit Schiffen aus Asien auch entlang der Küste Somalias und über den Indischen Ozean durch die Hochrisiko-Zone transportiert worden. "Für viele Menschen sind die rund 1,2 Millionen Seeleute und die über 50.000 Handelsschiffe auf den Weltmeeren unsichtbar," sagte Ralf Nagel. "Es ist wichtig, dass die Seeleute in Zukunft noch besser geschützt werden, denn der Welthandel wird zu über 90 Prozent auf den Weltmeeren abgewickelt."

Ausdrücklich begrüßt der VDR die Entscheidung des Deutschen Bundestages, das Mandat der Operation Atalanta zu verlängern und geografisch zu erweitern, um den Seeleute verbesserten Schutz zu gewährleisten. Die umfangreichen Selbstschutzmaßnahmen der deutschen Reeder haben bereits dazu geführt, dass die Attacken auf deutsche Schiffe seltener erfolgreich sind. Zusätzliche wirksame Maßnahmen erwarten die deutschen Reeder vor allem von bewaffneten hoheitlichen Kräften an Bord deutscher Handelsschiffe. Über einen solchen Einsatz werden noch im Januar Gespräche mit der Bundesregierung stattfinden.

Verband Deutscher Reeder (VDR)

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 250 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte.

Vorsitzender des VDR ist Michael Behrendt (Hapag-Lloyd AG).

Hauptgeschäftsführer ist Senator a.D. Ralf Nagel, Geschäftsführerin Uta Ordemann.