Europawahl: Auch Seeleute gehen wählen

Mehr als 200.000 Seefahrer können bei der Europawahl mitentscheiden

(lifePR) ( Hamburg, )
Wenn bis zum kommenden Sonntag die Europäer ein neues Parlament wählen, werden darunter auch Tausende Seeleute sein, die über die Sitzverteilung mitentscheiden dürfen. Allein in Deutschland gibt es etwa 8.000 Männer und Frauen, die regelmäßig an Bord von Seeschiffen jeder Art etwa als Ingenieur, Offizier oder Kapitänin weltweit ihren Dienst tun. In Europa insgesamt fahren geschätzt mehr als 200.000 Menschen zur See, die als EU-Bürger zumindest potentiell ihre Stimme abgeben könnten.

"Seeleute sind wie andere auch aktive Staatsbürger ihrer jeweiligen Länder. Sie müssen lediglich ihre Stimmabgabe ein bisschen besser planen als jemand, der sein Kreuz einfach im nächsten Wahllokal machen kann", erläutert Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verband Deutscher Reeder (VDR): "Die meisten Seefahrer nutzen deshalb die Briefwahl. Denn oft sind sie am Wahltag nicht an ihrem Heimatort, sondern fernab auf See unterwegs."

Der VDR erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Bedeutung der Entscheidung für die deutsche Seeschifffahrt: "Ich bin mir sicher, dass bei dieser Wahl besonders viele Seeleute ihre Stimme abgeben werden, denn dies ist die wichtigste Europawahl seit langem", so Nagel. Die Schifffahrt sei wie kaum eine andere Industrie global aufgestellt. "Unser Wohlstand und unsere Arbeitsplätze hängen stark von einem handlungsfähigen und weltoffenen Europa ab. Das dürfen wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen", ergänzte das VDR-Präsidiumsmitglied.

Die Schifffahrt, insbesondere die international vernetzten deutschen Unternehmen, bräuchten ein starkes Europa, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU und damit der EU-Schifffahrt gegen die konkurrierenden Märkte der Welt zu sichern. Zudem könne nur ein international handlungsfähiges Europa eine geopolitische Balance zu den aktuellen Protektionismus-Bestrebungen bieten, und damit Handelskonflikte, die die Freiheit der Seewege und damit die Freiheit des Handels einschränken, verhindern oder zumindest derartige Tendenzen so weit wie möglich positiv zu beeinflussen, sagte Ralf Nagel: "Insbesondere ist Europa für die Schifffahrt aber wichtig, um die größten Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts wie beispielsweise Klimawandel und Migration wirkungsvoller auf internationaler Ebene angehen zu können."
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