Bildung gegen Piraterie - SOS-Kinderdörfer und Verband Deutscher Reeder planen Zentrum für E-Learning am Horn von Afrika auch als kleines Tor zur Welt

Familienministerin aus Dschibuti sprach erstmalig in Hamburg

(lifePR) ( Hamburg, )
Das erste Bildungsprojekt, das die SOS-Kinderdörfer weltweit mit Unterstützung des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) am Horn von Afrika planen, entsteht in Dschibuti, einem kleinen, aber strategisch bedeutenden Land. Das moderne E-Learning-Zentrum ist als Bibliothek und Ausbildungsort konzipiert und soll Modellcharakter für die Region am Horn von Afrika haben und einen Beitrag zur Prävention von Piraterie leisten. Dieses ist auch das Ziel der mehrjährigen Partnerschaft, die SOS und VDR im vergangenen Jahr begonnen haben und die mit diesem Pilotprojekt erste Konturen annimmt.

Über die konkreten Pläne des E-Learning-Zentrums informierten die SOS-Kinderdörfer und der VDR jetzt in Hamburg anlässlich eines Besuches der Ministerin für Frauenförderung und Familie aus Dschibuti, Hasna Barkat Daoud.

Die Regierung von Dschibuti stellt ein 2500 Quadratmeter großes Grundstück im Armenviertel Balbala in Dschibuti Stadt zur Verfügung. Der Bau des Zentrums, das drei Klassenräume für E-Learning und eine digitale Bibliothek umfasst, soll im September beginnen. Die Eröffnung ist im Herbst 2013 geplant. Die SOS-Kinderdörfer beabsichtigen, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für eine Teilfinanzierung des E-Learning-Zentrums zu gewinnen. Das BMZ fördert in Dschibuti bereits zwei Projekte: den Bau eines SOS-Kinderdorfes und eines SOS-Kindergartens.

Familienministerin Hasna Barkat Daoud ist begeistert von den vielen Vorteilen, die die Einführung von E-Learning in Dschibuti erzeugen kann: "E-Learning kann helfen die Untätigkeit, unter der tausende junger Menschen in Balbala leiden, zu bekämpfen. E-Learning ist ein ideales Feld, um zu lernen, aber auch um Ideen zwischen verschiedenen Gemeinden und Generationen auszutauschen. Dieses Programm kann intellektuelle Aktivitäten in enger Verbindung mit sportlichen Aktivitäten fördern."

Dass solche Einrichtungen in Dschibuti gebraucht werden, davon hatte sich Ralf Nagel, Geschäftsführendes Mitglied des Präsidiums des VDR, während eines Aufenthaltes in Dschibuti überzeugt: "Wir möchten mit diesem Projekt deutlich machen, dass die dauerhafte Lösung des Piraterie-Problems - oder zumindest seine Eindämmung - davon abhängt, dass in der Region eine gute soziale, wirtschaftliche Entwicklung stattfindet. Dazu muss man versuchen, den jungen Leuten eine Perspektive zu geben."

"Durch computergestütztes Lernen und Lesen lassen sich die Beschäftigungs- und Integrationsaussichten von Jugendlichen verbessern. Der Zugang zu Informationen über Internet, Online-Medien, digitale Bücher und die Schaffung einer Kontaktplattform machen aus diesem Zentrum auch ein kleines Tor zur Welt", erklärte Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstand

der SOS-Kinderdörfer weltweit. Das Angebot wird sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene richten und sehr vielfältig sein: EDV-Training, Online-Sprachkurse, Berufsberatung, Bewerbungstraining, Aufklärung zu den Gefahren von Drogen und Kriminalität, aber auch Freizeitangebote im Bereich Sport.

Der VDR und die SOS-Kinderdörfer setzen im Rahmen ihrer Projekt-Partnerschaft auf Bildung, um langfristig alternative Lösungen zur Eindämmung der Piraterie am Horn von Afrika zu entwickeln. "Wir können hier keine schnellen Lösungen erwarten. Aber es ist ein Schritt in die andere Richtung und ein guter Anfang. Bildung ist der Schlüssel aus der Armut und sie kann sozialen Frieden sichern", sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR.

Das E-Learning-Projekt soll ausstrahlen, vielleicht eines Tages auch Anregungen geben für die Region Somaliland oder Somalia. Dass im weiterhin vom Bürgerkrieg betroffenen Somalia nach wie vor große Not und Unsicherheit herrschen, machte der Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer in Somalia und Somaliland, Ahmed Ibrahim, deutlich.

Die SOS-Kinderdörfer weltweit:

1949 gründete Hermann Gmeiner das erste SOS-Kinderdorf der Welt in Imst in Tirol. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine weltweite Organisation entstanden, die sich hauptsächlich über private Spenden finanziert. In derzeit 518 SOS-Kinderdörfern in 133 Ländern finden die Kinder ein neues, sicheres Zuhause. Neben den SOS-Kinderdörfern gibt es zudem über 1.600 SOS-Zusatzeinrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und SOS-Familienhilfe, die auch der armen Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer offen stehen. Mehr Informationen unter www.sos-kinderdoerfer.de
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