Sonntag, 19. November 2017


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Verbrauch wie 1,6 Erden

Ökologisches Produktdesign sorgt für effizientes Recycling

Berlin, (lifePR) - Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche jährlich 16,5 Tonnen an Metallen, fossilen Energieträgern und Biomasse. Insgesamt lebt die Menschheit so als gäbe es 1,6 Erden. Der Verband Deutscher Metallhändler e.V. (VDM) hält es deshalb für sinnvoll, dass Unternehmen ihre Produkte bereits mit Hinblick auf ihre spätere Recyclebarkeit konstruieren und herstellen. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland wirtschaftlich darauf angewiesen, dass der Markt der Sekundärproduktion bestmöglich funktioniert.

"Der VDM fordert ein ökologisches Produktdesign für alle Produkte, die in der EU auf den Markt kommen. Wer ein Produkt in Verkehr bringt, muss dafür Sorge tragen, dass später ein ordnungsgemäßes und schadloses Recycling möglich ist. Dabei wäre es zu begrüßen, wenn Importware zumindest stichprobenartig auch auf Stoffinhalte überprüft würde", erklärt Thomas Reuther, Präsident des Verband Deutscher Metallhändler e.V.

Zwar ist es grade die Stärke der deutschen Recyclingwirtschaft, auch komplexe Metalllegierungen fachgerecht zu recyceln, dennoch wünscht sich der Verband, vor allem bei Kunststoffen, klare Kennzeichnungspflichten.

Aktuell reichen die Gegenbeispiele für nicht nachhaltiges Produktdesign von den Kabeln im Baumarkt bis zu Smartphone und Tablet in der Tasche. Seien es die überhöhten Schadstoffwerte im Kunststoff der importierten Kabel oder die nicht zu trennenden Akkus in modernen Smart- und iPhones. Bestehende Ideen aus der Politik wie beispielsweise ein Pfand für ökologisch problematische Produkte griffen hier zu kurz. "Hiermit könnte zwar die Sammelquote erhöht werden, eine Erleichterung im Recycling selbst wäre dies im Ergebnis aber nicht", sagt Reuther. Auch die bestehende europäische Ökodesign-Richtlinie sowie das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz (EVPG) seien unzureichend, da sie das umweltgerechte Recycling nicht berücksichtigen.

Ein anderes Problem besteht im Recycling von Windkraftanlagen. Insbesondere für die Demontage und Recycling der Rotoren existiert derzeit kein nachhaltiges Konzept. Auch hier fordert der VDM ein Design, das den Schrottplätzen und Recyclinghöfen eine ökologische Wiederverwertung möglich macht. Derzeit bestehen die Rotoren aus Glas- oder Carbonfaserverbunden, die zumeist kleingesägt und dann thermisch verwertet werden. Allein im Jahr 2017 sind so 9000 Tonnen Rohstoffe unwiederbringlich vernichtet worden. Bis 2021 steigt der Wert auf 16.000 Tonnen jährlich.

Zuletzt appelliert der VDM im Namen der deutschen Metallrecycler und -händler an die Politik, sich diesem Thema mit mehr Weitsicht betreffend der Wiedergewinnung von Ressourcen zu widmen. "Das ökologische Bewusstsein darf nicht erst anfangen, wenn wir Müll wegschmeißen, sondern muss die Produkte von bereits von Grund auf begleiten."

Verband Deutscher Metallhändler e.V.

Der VDM vertritt seit 1907 die Interessen des NE-Metallgroßhandels und der NE-Metall-Recycling-Wirtschaft. Dazu gehören Neumetalle, Altmetalle sowie Strategische Sondermetalle. Seine über 200 Mitglieder repräsentieren etwa 700 Firnen bzw. Niederlassungen und decken rund 90 Prozent des Metallmarktes in Deutschland und Österreich ab. Hinzu kommen zahlreiche Unternehmen aus anderen europäischen Staaten. Hütten- und Schmelzbetriebe gehören ebenso zur Mitgliedschaft wie Händler, Recycler, an der Londoner Metallbörse (LME) tätige Broker und andere Spezialisten der Metallwirtschaft. Die Mitglieder des VDM generieren einen Umsatz von 25 bis 30 Milliarden Euro, bewegen etwa 20 Millionen Tonnen Metallen und beschäftigen rund 25.000 Mitarbeiter.
Präsident: Thomas Reuther | Hauptgeschäftsführer: Ralf Schmitz

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