Donnerstag, 21. September 2017


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VKD zur gemeinsamen Presseerklärung von KBV und Marburger Bund:

Parallelstrukturen in der ambulanten Notfallversorgung vermeiden

Berlin, (lifePR) - „Wir sind erstaunt und erfreut: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist bereit, gemeinsam mit Ärzten und Krankenhäusern Lösungen für das stetig wachsende Problem der ambulanten Notfallversorgung zu finden.“ Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, wertete die gemeinsame Ankündigung der Kassenärzte und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), in die Reform der Notfallversorgung alle Beteiligten einzubeziehen, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung.

Die Einschätzung von KBV und MB, dass viele Patienten in den Notfallambulanzen keiner Krankenhausbehandlung bedürften, teile der VKD. „Die Schlussfolgerung, dass sie ebenso gut im Notdienst der Kassenärzte behandelt werden könnten, mag theoretisch einleuchten. Die Praxis sieht jedoch völlig anders aus“, so der VKD-Präsident. In vielen Regionen hätte sich die Mehrzahl der niedergelassenen Ärzte bereits aus der ambulanten Notfallversorgung verabschiedet, in dem sie die Dienste anderen übertrage. Hinzu komme, dass in ländlichen Regionen die Dienstbezirke so groß seien, dass ein Großteil der niedergelassenen Mediziner die Patienten selbst in die Notfallambulanz der näher gelegenen Kliniken schicke. Auch sei die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer der Bevölkerung so gut wie nicht bekannt. Der Standort des Krankenhauses sei den Patienten dagegen bekannt.

Dr. Düllings: „Aus Sicht des Krankenhausmanagements muss eine Reform die Umkehr der Rechtslage beinhalten. Die erste Anlaufstelle für die ambulante Notfallversorgung sind aus Sicht der Patienten die Krankenhäuser. Es ist Realität, die es im Patienteninteresse zu akzeptieren gilt. Deshalb sollte den Kliniken die Verantwortung dafür auch übertragen werden. Die derzeitige Rechtslage ist ein Anachronismus. Vergütungsverhandlungen sollten dann zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem GKV-Spitzenverband erfolgen. Bisher hängen die Krankenhäuser am Tropf der Kassenärztlichen Vereinigungen, leisten aber den Löwenanteil der Arbeit, vor allem zu den ungeliebten Tages-, Wochenend- und Nachtzeiten. Die Situation ist so nicht weiter akzeptabel – vor allem nicht für den Patienten, der oft mehrere Stunden Wartezeit wegen Überlastung in der Notaufnahme akzeptieren muss.

Im Fokus des Spitzengesprächs von KBV und MB stand nach Aussage der Verbände die Einrichtung einer gemeinsamen einheitlichen Anlaufstelle von Rettungsdienst und vertragsärztlichem Bereitschaftsdienst, in der eine Ersteinschätzung des Patienten nach Kriterien der Behandlungsdringlichkeit erfolgen soll. „Bei diesem Konzept“, so der VKD-Präsident, „müssen KBV und MB nichts Neues erfinden. In den Notfallambulanzen der Kliniken gibt es bereits Triage-Systeme, die genau das leisten. Ihre Beteiligung an dem Konzept scheint aber wohl nicht vorgesehen. Statt parallele Strukturen neu aufzubauen, sollte man die vorhandenen Strukturen in den Notfallambulanzen nutzen und die Kliniken dafür vernünftig bezahlen, damit eine vernünftige, dem erhöhten Bedarf angepasste Personalstruktur vorgehalten werden kann. Dabei sind wir sehr dafür, die niedergelassenen Ärzte vor Ort, die sich beteiligen wollen, auch einzubinden. Dies kann aber nicht auf die „Schönwetterzeiten“ beschränkt sein, sondern muss grundsätzlich auch rund um die Uhr möglich sein.“

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.250 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. http://www.vkd-online.de/

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