Entscheiderfabrik: Die Schlüsselthemen 2020 stehen fest

(lifePR) ( Düsseldorf/Berlin, )
Der diesjährige Entscheider-Event in Düsseldorf startete mit Kritik: „Ich bin noch nicht ganz davon überzeugt, dass die Politik erkannt hat, was in Sachen Digitalisierung der Krankenhäuser substanziell zu tun ist. Symbolpolitik hilft hier nicht weiter. Hier muss investiert werden.“ Das betonte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings vorgestern zur Eröffnung des traditionellen Entscheider-Events in Düsseldorf. Mit der zweitägigen Veranstaltung am 12. und 13. Februar startete der 14. Projektzyklus der Entscheiderfabrik, in der es um Unternehmenserfolg durch Digitalisierung geht.

Im Rahmen der Entscheiderfabrik, zu deren Mitgründern auch der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) gehört, werden in jedem Jahr aus 14 eingereichten Projektvorschlägen fünf als besonders wichtig erachtete Schlüsselthemen von den Teilnehmern aus der Führungsebene der Krankenhäuser ausgewählt. Diese werden von Projektgruppen aus Krankenhäusern, IT-Unternehmen und Beratern in den folgenden Monaten gemeinsam bearbeitet, die Ergebnisse im November im Rahmen des 43. Deutschen Krankenhaustages vorgestellt und diskutiert.

Dr. Josef Düllings verwies darauf, wie wichtig die Digitalisierung der Krankenhäuser zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in der Gesundheitsbranche ist. Aktuell sei ein großer Teil der Krankenhäuser erheblich unterfinanziert. Es finde eine Strukturveränderung durch Pleiten statt. Insolvenzen, die Schließung von Betten und Stationen würden in der Bevölkerung mit großer Sorge beobachtet, sagte er am Rande des Entscheider-Events. Das komme anscheinend in der Politik nicht an. Qualität in der Gesetzgebung werde durch Quantität ersetzt. Die Digitalisierung sei ein Kraftakt, den in einer solchen Lage viele Kliniken nicht ohne staatlich geförderte Investitionen leisten könnten.

Der VKD-Präsident verwies auf internationale Erfahrungen, die zeigten, dass selbst wettbewerbliche Gesundheitssysteme bei der Digitalisierung der für die Bevölkerung so wichtigen Infrastruktur durch massive staatliche Investitionen zukunftsfähig ausgerichtet würden. All das werde für die Krankenhausbranche in Deutschland verschlafen.

Peter Asché, Vizepräsident und im VKD zuständig für Digitalisierung, verwies in der Dinner-Podiumsdiskussion auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der für diverse Bereiche konkrete Zusagen enthalte, etwa für den Digitalpakt Schule fünf Milliarden Euro. “Dagegen wird die Einführung der digitalen Patientenakte im Krankenhaus wieder mit Strafabschlägen versehen, wenn ein Krankenhaus diese Vorgabe bis 2021 aus eigener Kraft nicht umsetze. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, so Peter Asché.

Dennoch war man sich einig, dass die Krankenhäuser nicht auf Entscheidungen der Politik warten dürften. Es sei daher gut, in der Entscheiderfabrik an wichtigen digitalen Projekten zu arbeiten und damit auch zu ermitteln, welchen messbaren Beitrag diese zum Erfolg eines Krankenhauses beitragen können.

Der VKD erneuerte die von allen Krankenhausverbänden getragene Forderung an die Politik, einen Krankenhausgipfel einzuberufen. Gemeinsam mit den Klinikvertretern sei über die aktuellen, erheblichen Probleme der Gesundheitsversorgung zu beraten, um Wege in die Zukunft auszuloten. Mit Gesprächsverweigerung seien noch selten Probleme gelöst worden.

Die in Düsseldorf zur Bearbeitung in diesem Jahr ausgewählten Projekte sind wieder hoch aktuell. An ihnen werden nun Projektteams aus 17 Kliniken sowie IT-Firmen und Beratungsunternehmen intensiv arbeiten. Von den Ergebnissen können auch andere Krankenhäuser profitieren. Das entspricht dem wichtigen Anliegen des VKD, den Erfahrungsaustausch zu fördern.

Die fünf Schlüsselthemen 2020:


Archivar4.0 - der Chief Data Officer als Berater der Krankenhausführung für Nutzen stiftende Services-Apps auf Basis des hauseigenen Datenschatzes
Entlastung der Pflegefachkräfte und ökonomische Steuerung mittels einer prädiktiven Pflege-Controlling-Unit
MIA ROBOTIC CODING, Die Digitalisierung der Kodierung – Erlössteigerung aus Big Data
„Arbeite doch einfach wann Du willst!“ Zufriedene Mitarbeiter durch Selbstplanung auf Basis einer Jahreskapazitätsplanung
Lückenlose digitale Unterstützung bei der Schlaganfallversorgung – mittels Vernetzung aller Akteure und KI-Bildanalyse zur optimalen Therapie


Hintergrund

Die Entscheiderfabrik überzeugt in den Krankenhäusern durch die Möglichkeit, Digitalisierungsprojekte kostenlos zu erproben. Die beteiligten Firmen wiederum können ihre Lösungen in der Praxis gemeinsam mit künftigen Nutzern testen und weiter verbessern. Eine optimale Win-Win-Situation. Auch nicht beteiligte Kliniken profitieren, weil der strukturierte Erprobungsprozess sehr transparent gestaltet wird und die Ergebnisse in Workshops und Seminaren sowie im Rahmen des Deutschen Krankenhaustages im November in Düsseldorf ausführlich dargestellt werden.

Gemeinsam erproben Krankenhäuser, Firmen und Beratungsunternehmen im Rahmen der jährlichen IT-Schlüsselthemen neue Lösungen, Konzepte, Systeme. Alle haben den Nutzen davon. In den Kliniken erfolgt der Praxistest, die Firmen erkennen Verbesserungsnotwendigkeiten. Berater bringen ihr Projekt-Knowhow ein. Erfahrungsaustausch sieht der VKD als wichtige Verbandsaufgabe.

Die Entscheiderfabrik führt inzwischen über 30 fördernde Verbände und von diesen gewählte Berater, mehr als 800 Klinikstandorte sowie mehr als 100 Industrie-Unternehmen zusammen.

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.250 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. http://www.vkd-online.de/
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