Montag, 25. September 2017


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Möbelindustrie wächst im 1. Halbjahr 2017 leicht um 0,5 % / Exportquote in der Möbelindustrie steigt auf 32,2 % / Wichtige Impulse aus Asien

Axel Schramm, Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, erklärt am 27. August 2017 zur wirtschaftlichen Situation der Branche

Bad Honnef, (lifePR) - Im Jahr 2017 befindet sich die deutsche Möbelindustrie im vierten Jahr des Wachstums: Im ersten Halbjahr 2017 lagen die Umsätze der deutschen Möbelindustrie bei rund 9 Mrd. Euro und damit um 0,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Nach einem erfolgreichen Jahr 2016 mit einem Umsatzplus von 3,2 Prozent konnten somit die guten Vorjahresergebnisse noch einmal leicht übertroffen werden.

Als wichtige Umsatzstütze für unsere Hersteller erwies sich im laufenden Jahr das Auslandsgeschäft. Der Auslandsumsatz der deutschen Möbelhersteller stieg im ersten Halbjahr um 1,7 Prozent und damit wesentlich stärker als der Inlandsumsatz, der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stagnierte.

Das Exportgeschäft konnte angesichts der Nachfragebelebung in wichtigen europäischen Absatzmärkten sowie der positiven Wirtschaftsentwicklung in den größten Wachstumsmärkten außerhalb der EU wie China und Indien einen wichtigen Beitrag zum Branchenwachstum leisten. Fast ein Drittel der deutschen Möbelexporte wird in Nicht-EU-Ländern abgesetzt.

Die einzelnen Segmente der deutschen Möbelindustrie entwickelten sich im 1. Halbjahr 2017 uneinheitlich. Die Küchenmöbelhersteller verzeichneten einen Umsatzrückgang um 2,4 Prozent auf rund 2,4 Mrd. €. Die Büromöbelindustrie wies mit einem Umsatz von rund 1 Mrd. € ein leicht negatives Ergebnis aus (-1,5%). Einen spürbaren Rückgang registrierten die Hersteller von Polstermöbeln, deren Umsätze von Januar bis Juni 2017 um 5,3 Prozent auf rund 510 Mio. € zurückgingen. Das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – stagnierte mit einem geringfügigen Umsatzminus in Höhe von 0,1 Prozent auf rund 460 Mio. €. Dagegen lagen die Hersteller von Laden- und sonstigen Objektmöbeln um 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund 860 Mio. €. Auch der Umsatzanstieg bei den sonstigen Möbeln und Möbelteilen fiel mit plus 2,4 Prozent auf 3,8 Mrd. € etwas höher aus als der Branchendurchschnitt.

Der Absatz in die EU-Länder entwickelte sich mit einem Minus von 1,7 Prozent deutlich schwächer als die gesamten Exporte. Zwar konnten die Ausfuhren in den wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie nach Frankreich um 1,6 Prozent gesteigert werden, auch der polnische (+9%), der tschechische (+2,9%) und der dänische Markt (+5,4%) entwickelten sich aus Sicht der deutschen Möbelindustrie positiv. Jedoch waren die Möbelausfuhren in so wichtige Absatzmärkte wie Österreich (-3,7%), die Niederlande (-3,5%) und Belgien (-1,3%) rückläufig.

Die Möbelindustrie bekam die negativen Auswirkungen des Brexit im bisherigen Jahresverlauf bereits deutlich zu spüren, denn die Möbelausfuhren nach Großbritannien reduzierten sich von Januar bis Mai um 2 %. Auch unsere Möbelexporte in Richtung USA gingen nach einem kräftigen Wachstum in den vergangenen Jahren wieder zurück (-1,3%). Dies liegt an der zunehmend protektionistischen Handelspolitik der USA.

Mehr Möbel konnten wir hingegen nach China (+27,6%) und nach Indien (+32%) liefern. Dies ist ein positives Signal, welches uns für die Zukunft zuversichtlich stimmt. Hieran kann man deutlich ablesen, dass die Exportbemühungen unserer Hersteller im außereuropäischen Ausland Früchte tragen und sich die Abhängigkeit von den Märkten innerhalb der EU tendenziell verringert.

Die Industrieexportquote – dies ist der Anteil der von den heimischen Möbelherstellern direkt ins Ausland gelieferten Ware am Gesamtumsatz der Branche – kletterte im ersten Halbjahr auf 32,2 Prozent und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Im ersten Halbjahr 2016 lag der entsprechende Wert noch bei 31,7 Prozent. Seit der Jahrtausendwende konnte die Exportquote in der Möbelindustrie damit mehr als verdoppelt werden.

Die deutschen Möbelhersteller konnten in den ersten fünf Monaten 2017 wieder deutliche Marktanteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern gewinnen. Nachdem die deutschen Möbelimporte im Gesamtjahr 2016 noch um 2,2 % auf 12,4 Mrd. € gestiegen waren, sanken sie von Januar bis Mai um 2,4 % auf 5,4 Mrd. €. Das Außenhandelsdefizit reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 0,6 % auf rund 1,1 Mrd. €.

Überdurchschnittlich stark sanken die Einfuhren aus den EU-Ländern (-4,9%) und hier insbesondere aus Italien (-8,8%), Österreich (-9,8%) und Frankreich (-10,2%). Polen verlor zwar 3,8 Prozent, bleibt aber  nach den deutlichen Zuwächsen in den letzten Jahren das wichtigste Möbelherkunftsland. Jedes vierte nach Deutschland importierte Möbel stammt derzeit aus unserem östlichen Nachbarland. Die Möbeleinfuhren aus Asien konnten dagegen um 6,1 Prozent zulegen. China ist mit einem Anstieg von 6,4 Prozent das zweitwichtigste Importland nach Polen. Die Importe aus China waren im vergangenen Jahr noch leicht rückläufig. Auch die Möbeleinfuhren aus Vietnam, dem mittlerweile zweitwichtigsten Lieferanten aus Asien, gewinnen immer mehr an Bedeutung (+1,6%).

Der steigende Marktanteil der Möbel „Made in Germany“ im heimischen Handel und der Erfolg deutscher Möbelhersteller im Ausland sind der Qualität, der Lieferzuverlässigkeit, dem Design und der Individualität unserer Produkte zu verdanken. Die deutschen Hersteller beherrschen die Abläufe und die Logistik oft besser als ihre internationalen Wettbewerber. Dies sind wichtige Kaufargumente für den Verbraucher – ob in Stuttgart, in St. Petersburg oder in Shanghai.

Die Vorzeichen für die weitere Entwicklung der Branche im zweiten Halbjahr bewerten wir als verhalten positiv. Die deutschen Verbraucher bleiben weiterhin positiv gestimmt und gehen davon aus, dass die heimische Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres sogar noch einen Gang hochschalten kann. Die von der GfK gemessenen Konjunktur- und Einkommenserwartungen sind im Juli 2017 noch einmal gestiegen, während die Anschaffungsneigung auf einem historisch sehr hohen Niveau leichte Abschläge hinnehmen musste. Dagegen hat sich die Baukonjunktur im Jahresverlauf wieder verlangsamt. Die rückläufige Bautätigkeit dürfte sich in den kommenden Monaten zunehmend dämpfend auf die Möbelnachfrage auswirken. Der Beitrag der Auslandsmärkte zum Umsatz der deutschen Möbelindustrie dürfte auch im zweiten Halbjahr positiv bleiben. Vor diesem Hintergrund gehen wir für das Gesamtjahr von einem Umsatzplus von bis zu einem Prozent aus.

Abschließend ein Blick auf die Beschäftigtendaten der Branche: In den aktuell 493 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten (-1,5 Prozent) arbeiten 83.800 Frauen und Männer und damit liegen wir nur knapp (-0,3 Prozent) unter dem Stand des Vorjahres. Die Beschäftigung in der Branche wird damit konstant gehalten.

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